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Schwimmen im Dortmund-Ems-Kanal - was ist erlaubt, was verboten?

20180504 dortmund24 redaktion kanal 4
Im Sommer tummeln sich am Ufer des Dortmund-Ems-Kanals viele Sonnenanbeter. Manche erfrischen sich dann auch im Wasser oder springen von den Brücken. Schwimmen im Kanal ist zwar grundsätzlich geduldet, aber nicht alles ist erlaubt. Was ist verboten und wird bestraft? Schwimmen im Kanal ist grundsätzlich geduldet

Erst einmal eine gute Nachricht für alle, die gerne im Dortmund-Ems-Kanal schwimmen: Ihr könnt dafür - wenn ihr einige Dinge beachtet - nicht bestraft werden. Ramon van der Maat, Pressesprecher der Wasserschutzpolizei NRW, sagt, dass die zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes das Baden im Kanal duldet. Eigentlich wäre es jedoch „durch ein kompliziertes Rechtskonstrukt" verboten.


Was ist verboten? 

Was eindeutig nicht erlaubt ist, ist das Springen von den Brücken. Außerdem dürft ihr nicht überall schwimmen. Paragraf 8.10 der Binnenschifffahrtsstraßenordnung regelt: Das Baden und Schwimmen ist verboten

im Bereich bis zu 100 Meter ober- und unterhalb einer Brücke, eines Wehres, einer Hafeneinfahrt, einer Liegestelle oder einer Anlegestelle der Fahrgastschifffahrt, sowie im Schleusenbereich, im Arbeitsbereich von schwimmenden Geräten und selbstverständlich an einer Stelle, an der eine Tafel Schwimmverbot anzeigt. Außerdem müssen sich Schwimmer so verhalten, dass sie ein fahrendes Schiff nicht behindern.

Welche Strafen drohen? 

Wenn ihr euch falsch verhaltet, drohen euch Verwarnungsgelder und Bußgelder in Höhe von 35 bis 200 Euro. Wenn ihr Glück habt, bekommt ihr laut dem Buß- und Verwarnungsgeldkatalog Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen eine Verwarnung und ihr müsst 35 Euro zahlen. Ein Bußgeld ist etwas teurer, zwischen 50 und 200 Euro. Das müsst ihr zahlen, wenn ihr beispielsweise von einer Brücke springt, zu nah an eine Brücke heranschwimmt oder Schiffe behindert.

Laut Claudia Thoma, Pressesprecherin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, ist jeder Verstoß als Einzelfallentscheidung zu verstehen. „Ob ein Verwarnungsgeld oder ein Bußgeld festgesetzt wird, entscheidet die Bußgeldbehörde", erklärt sie. Bei vorsätzlichem Verhalten könnten sich die Beträge erhöhen.

Für die Kontrollen ist die Wasserschutzpolizei zuständig. Weil deren Aufgabe jedoch hauptsächlich der Schiffsverkehr ist, kontrolliert sie Badestellen laut Van der Maat selten. Sie rücke meistens nur an, wenn es tatsächlich Probleme gebe.


Ist Baden im Kanal vernünftig? 

Phillipp Parche von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft würde sich wünschen, dass am Dortmund-Ems-Kanal mehr kontrolliert wird, damit das Risiko für Verletzungen kleiner wird. Aber er appelliert auch an die Eigenständigkeit und Vernunft der Badegäste.

Vernunft heißt für ihn: Am besten gar nicht im Kanal baden! Denn im kühlen Nass lauern einige Gefahren. „Die Nummer Eins der Risiken ist das Brückenspringen", sagt Parche. Durch die Höhe könnten die Springer leicht auf dem Kanalboden aufkommen. Sehr gefährlich sei auch, wenn die Menschen zu nah an die Schiffe heranschwimmen. Die Sogwirkung ziehe die Schwimmer noch näher an die Schiffe. Parche sagt, dass auch der Alkoholkonsum am Kanal riskant ist, weil die Badegäste dadurch ihr Schwimmvermögen überschätzen.

Aber es braucht nicht einmal Brücken, Schiffe oder Alkohol, um einen Badetag am Kanal gefährlich zu machen. Laut Parche können euch auch Wellen gegen die Steine am Ufer drücken, wodurch ihr euch verletzen könnt.

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