Redewendungen des Mittelalters - Was bedeutet das eigentlich?
von Thorsten Frenzel

Ein paar grauslig-grausame Redewendungen kennen wir wohl. Und die Verbindung zum düsteren Mittelalter ist ebenso offensichtlich. Aber was bedeutet diese gruselige Redewendung denn genau?
Was bedeutet, jemanden "auf die Folter zu spannen"?
Wenn wir jemand quälend lange warten lassen, spannen wir ihn sprichwörtlich auf die Folter. Das Spannen deutet hierbei auf die Mittelalterliche Folterart der Streckbank hin. Hierbei wurden auf grausamste Weise das Opfer mittels Kurbelwelle in die Länge gezogen. Bis die Knochen aus den Gelenken gerissen wurden.
Dies war die sogenannte "peinliche Befragung" und wurde dann hauptsächlich im Zuge der Inquisition und der Hexenverfolgung genutzt. In Preußen wurde diese Art der Folter erst im Jahre 1740 abgeschafft.
Wir dürfen also "gespannt sein", welche fiesen Sprichwörter unsere Sprache noch so aus dem Mittelalter mitgeschleppt hat.
"Die Daumenschrauben anlegen" bedeutet heute nur noch "starken Druck ausüben"
Im Jahre 1252 hat der damalige Pabst Innozenz (sehr ironischer Name, wenn ihr mich fragt) erstmal diese Foltermethode gestattet. Hierbei wurden die Daumen des zu Verhörenden in eine Art von Schraubstock gezwängt. Vorab wurde auch gern schon psychologisch vorgefoltert und die "Werkzeuge" und deren Anwendung im Detail vorgestellt.
"In die Zange nehmen" kam eher von glühend heißen Zangen und schwelenden Kohlen, mit denen die damaligen Opfer gequält wurden.
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Thorsten Frenzel
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