Fax ist nicht gleich Fax: Wie ein Missverständnis die Digitalisierung gefährdet
von Albert Absmeier

Spott und Häme musste der Bundestag über sich ergehen lassen, als der Ältestenrat am vergangenen Freitag beschloss, dass mit Ende der aktuellen Legislaturperiode auch das Fax aus den Büros verschwinden soll. Mit dieser Entscheidung komme der Bundestag im 21. Jahrhundert an, twitterte FDP-Bundestagsmitglied Marco Buschmann. Kollege Jan Korte von den Linken witzelte über den Beginn einer neuen Epoche: »Wird ne krasse Umstellung.« Gefundenes Fressen auch für die Twitter-Community, die sich daraufhin mit absurden Alternativ-Vorschlägen überbot. Rohrpost, Rauchzeichen oder Brieftauben wären ja auch noch eine Option.
Eines vorweg: Die Verabschiedung von der analogen Faxtechnologie hätte bereits vor 20 Jahren erfolgen sollen und es ist nur richtig, dass die Bundesverwaltung künftig auf moderne Lösungen setzt. Dringend notwendig ist allerdings die Richtigstellung des Begriffes »Fax«. Bedauerlicherweise steht er nach wie vor als Synonym für den lärmenden grauen Kasten mit dem immensen Papierverbrauch. Dass sich hier in den letzten zwei Jahrzehnten ein enormer Technologiewandel vollzogen hat, scheint noch nicht zu Buschmann, Korte und den ein oder anderen Twitterati vorgedrungen zu sein.
Moderne Faxserver sind längst in der IP-Welt angekommen.
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