Persiflage: Gesetz der Gesichtsverhüllung

von Rainer Manzenreiter

Zuerst wird ein Gesetz veranlasst, das es sämtlichen Menschen, die sich in Österreich aufhalten verbietet, das Gesicht in irgendeiner Weise zu verhüllen. Drei Jahre später sollen in Österreich Lebende per Gesetz gezwungen werden, sich Atemwege abzudecken.

 

Das alles geschieht offiziell unter dem Vorwand, andere Menschen und folglich auch sich selbst vor der Übertragung viraler Erkrankungen zu schützen. Traurig dabei ist vor allem wie viele Menschen sich in einen derartigen Irrsinn einlullen lassen. Ein Satz der Regierung genügt und der Großteil der Bevölkerung zieht wie eine verzweifelte Schafsherde nach. Es ist eben einfacher, blind Befehlen zu folgen, anstatt sich selbst Gedanken zu machen – willkommen in der Diktatur.

Nun mögen sich manche fragen, was zu tun ist, wenn man sich als individuelle Person bewusst gegen Vorschreibungen dieser Art wehren will. Es ist Aufstand zu leisten. Diejenigen, die nicht den Staat in freie Persönlichkeitsrechte eingreifen lassen wollen, sollen per Gesetz zu einer Geldstrafe verurteilt werden. Da diese Geldstrafe aber meist eher einer Ermahnung eines Kindes a la „Bitte mach doch, was ich dir sage“ gleicht, und selten mit einem zweiwöchigen Fernsehverbot ausgetragen wird, steht doch die Frage im Raum, warum sich nicht mehr Menschen gegen einen derartigen Angriff, auf das eigene Grundrecht zu atmen, wehren – mit den Worten des Schriftstellers Oscar Wilde gesagt: „Wer nicht auf seine eigene Art denkt, denkt überhaupt nicht.“

Selbst in der Welt der Forschung gibt es keine Ergebnisse, die eine gesetzlich verpflichtende Maskenpflicht rechtfertigen würden. Dabei ist nicht zu sagen, dass sämtlichen Forschungsergebnissen blind vertraut werden sollte, aber wenn Robert-Koch-Instituts-Chef Lothar Wieler selbst sagt: „Es gibt für diesen Fremdschutz bisher keine wissenschaftlichen Belege. Es erscheint aber plausibel, dass man einen Fremdschutz ausüben kann.“ – Es ist also zwar möglich Fremdschutz auszuüben, doch wie genau das funktionieren soll, weiß nicht einmal die Forschung.

Selbst dass es Forschungen zum Thema „Sind Männer Maskenmuffel?“ gibt, zeigt doch dass die Wissenschaft nicht auf alles Antworten geben kann. Die Antwort zu dieser Forschungsfrage ist „Natürlich!“ Ob Mann oder Frau – jeder Mensch, der sich nicht ohne Grund seine Persönlichkeitsrechte einschränken lassen will und der sich zwingen lässt, sich die Atemwege abzudecken und damit die Sauerstoffzufuhr – das was uns am Leben hält – gefährdet, sollte ein Maskenmuffel sein.

Dabei hilft auch keine PR-Kampagne der Wiener Linien, die kleine Kätzchen mit Mundschutz zeigt, um den Menschen einzureden, in öffentlichen Verkehrsmittel, die durch fremde Menschensausdünstungen jeglicher Art das Atmen erschweren, sich zusätzlich aus „eigenem“ Willen und aus „Liebe zum Nächsten“ die Atemwege abzudecken – Jede und jeder, der ab und zu auf den Straßen Wiens unterwegs ist weiß: Wenn es in Wien Eines nicht gibt, ist das die Liebe zum Nächsten.

Porträt von Rainer Manzenreiter

Rainer Manzenreiter

Wien

Zur Person

Rainer Manzenreiter

Studium

Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Universität Wien

Ausbildung

Katholische Medien Akademie, Wien

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