Die Partykolumne - Advent, Advent, der Kittel brennt
Man spricht also weiter vom „Zwei-Minuten-Fenster“ und meint damit die Zeit, in der das da in den heiteren Tassen trinkbar ist, darüber hinaus von Flachmännern, Sauren Gurken und der Thermostasse, was unweigerlich zur Frage nach der Thermoskanne führt. Hier jedoch hält der kluge Eingeborene inne. Und erinnert sich: Hatte da nicht unlängst ein lustiger kleiner Freistaat scheu versucht, sich vom Stigma des ScheußlichsterdialektdesLandes freizumachen und sich die Sympathie der Nürnberger zu erbraten, indem er Wurst fürs Volk ankündigte? Sah der sich da nicht unversehens Aug in Aug mit Hunderten fränkischen Zerberussen, die die Grillzange schwangen, den andren Exil und sich selbst Verarmung kündend? Da war nämlich Schluss mit lustig.
50 Jahre Mauerfall, Verbrüderung, tränenreiche Küsse, und dann kommt da plötzlich der Ossi und will Würze in unser Leben bringen, also nein wirklich, bei der Wurst, da hört die Freundschaft auf, dann lieber ein Extrasolizuschlag Senf. Von dieser Episode eingeschüchtert, fügt sich der Eingeborene also flugs in sein Schicksal, auch weiterhin Qualitätsware zu angemessenen Preisen in umsatzbegünstigenden Gefäßen zu degustieren, anstatt sich von daheim was mitzubringen und das Kommerzfeld gütig den Besuchern zu überlassen, liebevoll Selbstzubereitetes wird eh gemeinhin überschätzt. Wir freuen uns also überschwänglich auf Senfflecken, Kinderstiefel im Auge und darüber, dass wir alle so willkommen sind. Solang wir nichts verschenken.
Und aufs laute Wochenende: „Händehoch!“ (Desi, Brückenstraße), „Mangotree“ (*77, Luitpoldstraße), „Querbeat“ (KKK, Königstraße), „Tech That“ (Nano, ebd.), „Pink Indabahn“ (Bahnhofsplatz), „Stereo FM“ (Klargasse), „Mach1 Rocks“ (Kaiserstraße), „Semester“ (Mitte, Hallplatz) und am Samstag „80s/90s“ (T90, Flughafenstraße), „Küsse am Pier“ (MUZ, Fürther Straße), „Black Devil Disco Club“ (Belle Epoque, Luitpoldstraße), „Grand Opening“ (Rok, Klingenhofstraße), „Ertc feat. Clap Clap“ (Zentralcafé, Königstraße), „Zero Party“ (Hirsch, Vogelweiherstraße), „Schwarz Tanz“ (Cult, Dooser Straße). So. Und wenn ihr euch dann erfolgreich alle Lichter ausgeknipst habt, könnt ihr euch ganz leise am Sonntag wenigstens eins wieder anzünden.
Katharina Wasmeier
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