Die Eidechse und der Hirsch

von Ave Aventin

Die Eidechse und der Hirsch
Die Eidechse und der Hirsch
Zwei-Eidechsen - Die Eidechse und der Hirsch - Fabel Aesop - Bescheidenheit und Zufriedenheit
Die Eidechse und der Hirsch - Fabel Aesop - Bescheidenheit und Zufriedenheit
Zwei Eidechsen sonnten sich auf einer alten Mauer. Die eine döste halb schlafend in der Hitze, die zweite suchte mit ihrer langen Zunge nach den tanzenden Mücken zu haschen, als sie einen Hirsch aus dem nahen Wald treten sah.
Die Eidechse vergaß sofort ihr Mückenmahl und bewunderte nur noch den schönen großen Hirsch, seine königliche Haltung und sein machtvolles Geweih.
Beim Anblick des schönen Tieres haderte die Eidechse jetzt mit ihrem Schicksal, wurde sehr unzufrieden und fing zu klagen an. »Wie schrecklich ist doch unser Dasein als Eidechsen«, sagte sie zu ihrem Freund. »Wir leben, das ist richtig, aber das ist auch schon alles. Niemand beachtet uns und niemand bemerkt uns. Wäre ich doch als Hirsch geboren worden!«
Aber die Eidechse wurde jäh in ihrem Gespräch unterbrochen. Eine wilde Meute von Wölfen stürzte aus dem Wald hervor, der Hirsch floh, aber schon hing einer der Raubtiere an seiner Kehle; er fiehl und wurde getötet.
Die zweite Eidechse sagte darauf: »Willst du noch immer mit diesem Hirsch tauschen? Oder bist du jetzt froh, eine kleine unscheinbare Eidechse zu sein? Wer einen hohen Rang hat, hat auch viele Feinde.

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