Männer, die Diskurse kapern

von Anika Haider

Erschienen in an.schläge – das feministische Magazin, 01/2021


6,5 Millionen Abonnent*innen zählt der Instagram-Account @feminist momentan und ist damit wohl der beliebteste Account mit dezidiert feministischem Inhalt.

Doch der Content von @feminist kratzt gerade mal an der Oberfläche des feministischen Diskurses: durchwegs Reposts, die überwiegend Body Positivity bewerben. Das passiert nach Kritik inzwischen zumindest anhand diversifizierter Frauenbilder – bis vor Kurzem dominierten den Feed noch Fotos von weißen, normschönen Frauen, die im Sitzen ein paar Bauchfältchen zeigen. „Let us wear what we want!“, fordert @feminist lautstark. Das ist wichtig, doch die Botschaft verliert allein dadurch an Glaubwürdigkeit, dass der Account von zwei Männern betrieben wird.

Diese sind Manager diverser „aktivistischer“ Instagram-Konten mit insgesamt mehr als zehn Millionen Abonnent*innen. Ziel der Kanäle ist es primär, sich gegenseitig Reichweite zu verschaffen, um den Verkauf der eigenen Modelinie anzukurbeln. Die Hälfte der Profite werden gespendet. Immerhin. Dennoch beruht das Geschäftsmodell darauf, die Arbeit und den Aktivismus anderer auszubeuten, den feministischen Diskurs auf Instagram zu dominieren und dessen zunehmende Kommerzialisierung zu fördern.

In den vergangenen Wochen hagelte es Kritik und so findet sich neuerdings ein Hinweis auf der Seite, dass die Leitung des Accounts bis Ende Jänner von einem FLINT-Team übernommen werden soll. Hoffentlich nicht nur ein weiterer scheinheiliger Akt eines kommerzialisierten Aktivismus’, wie er hier so professionell betrieben wird. Anika Haider 

Quelle: an.schläge – das feministische Magazin
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Anika Haider

Wien

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