Freie Republik Borsigplatz

von Andreas Schröter

Freie Republik Borsigplatz
Borsigplatz

Der Borsigplatz in der Dortmunder Nordstadt. Foto: Guido Meincke

Die Freie Republik Borsigplatz ist das kleinste Land der Welt und zugleich eine große Idee. Ihr Staatsgebiet umfasst die Rasenfläche des Kreisverkehrs im Osten der Dortmunder Nordstadt. Ihre Staatsbürger sind kreative Menschen, die einen eigenen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leisten. Eine Ausstellung dazu eröffnet am Freitag (2.3.) ab 16 Uhr im Büro von Borsig11, Borsigplatz 9.

Gegründet wurde die Freie Republik Borsigplatz am 9. Mai 2015 als künstlerische Initiative der Machbarschaft Borsig11. Der Performance-Künstler Olek Witt nahm damals im Rahmen des Projekts “Public Residence: Die Chance” (in Kooperation mit der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft) das Brachland im Herzen des Borsigplatz-Quartiers gemeinsam mit zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohnern symbolisch in Besitz. Seitdem wurden immer wieder kleine Aktionen auf dem Platz durchgeführt, die zeigen, dass der öffentliche Raum allen gehört, und dass die Qualität des Zusammenlebens nicht die Zuständigkeit einer Obrigkeit ist, sondern in den Händen derer liegt, die sich daran beteiligen.
Breite Diskussion
Zwei Jahre später haben sich Künstlerinnen und Künstler erneut dem Thema gewidmet und mit zahlreichen Nachbarinnen und Nachbarn über deren Vorstellungen von sozialer Kreativität gesprochen. Mehrere Monate lang wurde eine breite Diskussion geführt, u.a. mit vielen Geflüchteten, über Aufbruch und Ankommen, Werte, Ziele, Gestaltungsmöglichkeiten und die Zukunft der Gesellschaft. Der Maler Ralf Fiebag, die Fotografin Sabitha Saul, der Aktions-Künstler Sebastiao Sala, die Performance-Künstlerin Birgitt Schuster und die Theater-Pädagogin Cynthia Scholz haben die Beiträge verarbeitet und zu einer vielgestaltigen Präsentation zusammengestellt. Die Ergebnisse sind in einer Ausstellung im Projektraum der Machbarschaft Borsig11 ab 2. März 2018 zu sehen.
Installation im öffentlichen Raum
Besucherinnen und Besucher der Vernissage erwartet eine Installation im öffentlichen Raum zu Grundwerten eines vielfältigen und zugleich solidarischen Gemeinwesens, eine Portrait-Serie mit individuellen Aussagen über die Bedeutung von Freiheit, eine Performance, die den Geist der Freien Republik Borsigplatz verkörpert, ein kleines Theaterstück von Jugendlichen aus dem Quartier sowie eine interkulturelle Nordstadt-Session mit Beiträgen von Musikern aus aller Welt. Darüber hinaus ist jederzeit mit spontanen Aktionen von Nachbarinnen und Nachbarn zu rechnen.

16 Uhr Borsigplatz: Installation „Freie Republik Borsigplatz“
von Ralf Fiebag, mit Performance von Birgitt Schuster

16:30 Uhr Büro Borsig11: Foto-Ausstellung „Freiheit ist…“
von Sabitha Saul

17 Uhr ConcordiArt: Jugendtheater „Freie Republik Borsigplatz“
von Cynthia Scholz und Jugendlichen aus dem Quartier

17:30 Uhr ConcordiArt: Neue-Welt-Buffet
von Zhanna Yakhnis / Borsig11

18 Uhr ConcordiArt: Nordstadt-Session
von Sebastiao Sala / Marhaba 103

Die Freie Republik Borsigplatz ist ein Projekt von Machbarschaft Borsig11 e.V. in Kooperation mit Train of Hope Dortmund e.V. / AK GO, Projekt Angekommen / Adam’s Corner, Marhaba 103, Stadtteil-Schule Dortmund e.V., VHS Dortmund, Tante Albert u.v.a., gefördert vom Fonds Soziokultur und realisiert mit den Chancen der Bewohner des Borsigplatz-Quartiers.

Weitere Informationen: www.borsig11.de

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