"Der Kirschgarten" hat Premiere - "Die Theatermacher" nicht

von Andreas Schröter

"Der Kirschgarten" hat Premiere - "Die Theatermacher" nicht

Studio

Szene aus Der Kirschgarten im Studio mit Caroline Hanke, Raafat Daboul, Marlena Keil und Merle Wasmuth. Foto: Hupfeld

Die nächste Premiere im Schauspiel Dortmund steht an. Ab Freitag (29.12.), 20 Uhr, steht "Der Kirschgarten – wenn die Identität in Gefahr gerät" nach Anton Tschechow auf dem Spielplan im Studio am Hiltropwall. Zugleich teilt das Schauspiel mit, dass die für Samstag (30.12.) geplante Premiere von "Die Theatermacher" verschoben wird.



Es ist äußerst unangenehm für den Menschen, wenn die eigene Identität, das, was im Laufe eines Menschenlebens aus Erfahrungen, Erlebnissen und vielleicht auch Enttäuschungen zu einem Ich zusammengewachsen ist, plötzlich bedroht wird. Man stelle sich die Biographie eines Menschen vor wie eine Mauer: Das Fundament bilden die Bedingungen, die von der Familie gebildet wurden, in die wir hineingeboren werden. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln bauen wir ein Haus, das Haus unseres Lebens. Wenn dann einige Steine entfernt werden aus diesem Mauerwerk, durch kleinere oder größere Einschnitte, mag das auf den ganzen Bau nur geringe Auswirkungen haben.
Fundament bricht auseinander
Wehe aber, das Fundament selbst wird bedroht! Genau so ergeht es aber der Protagonistin Ranewskaja (Friederike Tiefenbacher) in Anton Tschechows Der Kirschgarten: Vom Schicksal ohnehin schon gebeutelt durch den Verlust ihres Sohnes und ihres Mannes, verlassen und enttäuscht vom Liebhaber kehrt sie zurück in ihr Elternhaus, um am Fundament ihres Lebens wieder zu Ruhe und sich selbst zu finden. Doch hier muss sie feststellen, dass auch das Fundament nicht mehr so stabil ist, wie sie es erhofft hatte. Schulden, um die sich niemand ernsthaft gekümmert hatte, während sie die vergangenen fünf Jahre in Paris war, haben die sicher geglaubte Basis morsch werden lassen. Die vertrauten Menschen sind noch da, doch haben sich ihre Rollen und die Beziehungen längst verändert. Was also tun?
Großes Ensemble im kleinen Studio
Neue Wege und Lösungen suchen, wie der ehemalige Leibeigene Lopachin (Frank Genser) vorschlägt? Alles beim Alten belassen und darauf hoffen, dass das schon immer Bestehende am Ende schon irgendwie gerettet werden wird?
Anton Tschechows Klassiker erzählt von einer brüchigen Welt: Wie begegnen wir dem drohenden Verlust dessen, was immer selbstverständlicher Teil unserer Identität war? Regisseur Sascha Hawemann (Eine Familie, Furcht und Elend des Dritten Reiches) inszeniert den Klassiker der russischen Literatur nicht wie zu erwarten wäre auf der großen Bühne, sondern in der Intimität des Studios. Das verspricht hautnahe Momente von größter Intensität! Auf der Bühne steht ein großes Ensemble, mit dabei sind Raafat Daboul, Alexander Dafov, Ekkehard Freye, Björn Gabriel, Frank Genser, Caroline Hanke, Marlena Keil, Bettina Lieder, Uwe Schmieder, Friederike Tiefenbacher, Merle Wasmuth.

Premiere: 29.12.2017, 20 Uhr im Studio; weitere Termine: 11., 19., 27. Januar im Studio.
Premiere von "Die Theatermacher" wird verschoben
Das Schauspiel Dortmund muss die für den 30. Dezember geplante Premiere von „Der Theatermacher“ aufgrund von Erkrankungen im Ensemble verschieben. Der neue Premierentermin wird noch bekannt gegeben. Die Silvester-Vorstellung muss leider ersatzlos entfallen. Aufgrund des späten Spielzeitbeginns nach dem Rückzug aus dem Megastore kann das Schauspiel keine Ersatzvorstellung anbieten. Bereits gekaufte Karten können an der jeweiligen Vorverkaufskasse zurückgegeben oder umgetauscht werden. Das Schauspiel Dortmund bedauert den kurzfristigen Ausfall und die Unannehmlichkeiten für das Publikum sehr.

Schauspiel Dortmund

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