Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451 eröffnet Spielzeit
von Andreas Schröter

Szene aus dem Doppelprogramm Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451 (hier Fahrenheit 451) mit Alexandra Sinelnikova und Uwe Schmieder. Foto: Hupfeld
Zur lang erwarteten Wiedereröffnung des Schauspielhauses am Hiltropwall am 16. Dezember inszeniert Regisseur Gordon Kämmerer ein besonderes Premieren-Doppel: Max Frischs tragische Groteske Biedermann und die Brandstifter, gefolgt von Ray Bradburys faszinierende Zukunftsvision Fahrenheit 451.
Zwei weltberühmte Geschichten nacheinander an einem Abend, zwei Klassiker, die klug und hochpräzise in die Nahaufnahme gehen: Beide spielen in Gesellschaften, in denen immer wieder politisch motivierte Feuer gelegt werden. „Scherz ist die drittbeste Tarnung. Die zweitbeste: Sentimentalität. Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand.“ –
Biedermann und die Brandstifter
Max Frisch erzählt vom Fabrikanten Biedermann, der in einer Welt voller Brandherde einfach nichts falsch machen will – mit fatalem Ausgang.
Fahrenheit 451
Bei „Fahrenheit 451“ ist eine neue Zeit schon da: Die Menschen leben in einer Welt, in der Bücher verboten sind und im Auftrag der Regierung aufgespürt und verbrannt werden – und zwar von niemand anderem als Guy Montag und seinen Kollegen von der Feuerwehr. Doch dann lernt Montag die junge Clarisse kennen, und beginnt, Bücher zu retten…
Biedermann und die Brandstifter / Fahrenheit 451: Zwei hochaktuelle Appelle für das freie Denken.
Termine: 16.12. (Premiere), 23.12., 7., 10., 21., 26.1. im Schauspielhaus
Allgemeines zum Schauspiel Dortmund:
Seit der Spielzeit 2010/11 ist Kay Voges Direktor der Schauspielsparte. Bei seiner Amtsübernahme wurde fast das gesamte, lange in Dortmund tätige Schauspielensemble nicht verlängert. Kay Voges hat in seiner ersten Spielzeit insbesondere mit der Reihe „Stadt ohne Geld“ (Regie: kainkollektiv & sputnic) sowie der Inszenierung „Heimat unter Erde“ (Regie: Stefan Nolte) überregional Aufsehen erregt und erhielt bei der NRW-Kritikerumfrage der Theater-Fachzeitschrift theater pur sieben von zehn Mal das Prädikat „Theater im Aufwind“.
Seit 2013 erarbeitet das Schauspielhaus mitunter Inszenierungen, die sich dem Geist des eigens konzipierten DOGMAS 20_13 verpflichten. Es plädiert für eine engere und unmittelbarere Verzahnung von Theater- und Filmwelten. Für die erste der DOGMA 20_13-Inszenierungen, Das Fest, wurde Kay Voges für den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ 2013 in der Kategorie „Beste Regie“ nominiert.
Ersatzspielstätte im Megastore
Seit 2015 kooperiert das Schauspiel Dortmund mit Peng! unter dem Logo Die Populistinnen und realisiert mit ihnen gemeinsam Kampagnen und Aktionen. Auch die Aktionskunstgruppe Zentrum für politische Schönheit inszenierte 2015 im Schauspiel Dortmund ihr erstes Theaterstück, 2099. Wegen eines großen Umbaus der Theaterwerkstätten hat das Schauspiel Dortmund seit Dezember 2015 zudem seine Ersatzspielstätte, den sogenannten „Megastore“, auf Phoenix-West bezogen.
2016 wurde das Schauspiel Dortmund in der Kritikerumfrage der Welt am Sonntag zum besten Theater in NRW gekürt, die Uraufführung „Die Borderline Prozession“ zur besten Inszenierung eines zeitgenössischen Stoffs. Des Weiteren erhielt es in der Kritikerumfrage 2016 der Fachzeitschrift Theater heute die zweitmeisten Nennungen als bestes Theater im deutschsprachigen Raum. (Quelle: Wikipedia)
Mit dem Stück Die Borderline Prozession von Kay Voges wurde das Schauspiel Dortmund 2017 zum Theatertreffen eingeladen.
Schauspiel Dortmund
Lesen Sie unsere Rezensionen zu Inszenierungen, die demnächst wieder aufgenommen werden:
Trump
Der Futurologische Kongress
Nach Manila
Geächtet (Disgraced)
Die Schwarze Flotte
Flammende Köpfe
hell / ein Augenblick
www.theaterdo.de
Read the full article
Andreas Schröter
Keine Verbindung
Verbindung wird wiederhergestellt
Etwas ist schiefgelaufen
Wir sind gleich wieder da