Warnstreiks bei Energieversorger E.ON

von Michael Kühl

Brokdorf (Kreis Steinburg) [apt mk] Beim Energieversorger E.on haben am heutigen Montag die Beschäftigten gemeinsam mit er Gewerkschaft Ver.di ihren Unmut zu den stockenden Tarifverhandlungen gezeigt. Die Gewerkschaft Verdi verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, bei einer Laufzeit des Vertrages von zwölf Monaten. Außerdem sollen alle Lehrlinge nach erfolgreichem Abschluss für mindestens zwölf Monate übernommen werden.

Laut Verdi bot E.on zuletzt eine Erhöhung der Bezüge um 1,1 Prozent an. Rund 2400 Beschäftigte des Energieversorger in Norddeutschland untermauerten in Kiel, Schwerin, Rostock und Bützow, und im Atomkraftwerk Brokdorf ihre Lohnforderungen. Zuvor hatte es in Quickborn bei Hamburg eine Zentralkundgebung der Beschäftigten gegeben. Ein Unternehmenssprecher von E.ON erklärte, das Unternehmen befinde sich in einer "schwierigen wirtschaftlichen Situation". Das Ergebnis der Tarifverhandlungen müsse diesen Rahmenbedingungen entsprechen. Der Konzern hatte 2011 erstmals in seiner Geschichte Milliardenverluste hinnehmen müssen.

Im Gegenzug, wirft die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di den Energieversorger vor, ein Scheitern der Tarifverhandlungen zu provozieren. Die ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten im Konzern werden an diesem Dienstag in Hannover fortgesetzt. Sollte die Gewerkschaft und der Konzern morgen in Hannover keinen Kompromiss schließen, werde es wahrscheinlich zu weiteren Streiks kommen, so ein ver.di-Sprecher.

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