Die Wiederentdeckung der alten Heimat

von Kilian Kirchgeßner

WDR5, 6. Juni 2018


Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende entdecken Sudetendeutsche ihre Geburtsorte wieder neu – und engagieren sich für einen tschechischen Landstrich, der ihnen nie Heimat sein konnte.

Lange waren sie Opfer der Klischees: In Tschechien galten die Sudetendeutschen als gefährliche Revanchisten, die nur Grund und Boden wieder zurückhaben wollen. In Deutschland sahen viele sie als ewiggestrige Trachten-Truppe.

Unter dieser Oberfläche hat sich inzwischen vielfach eine Freundschaft entwickelt, die ganze Regionen aufblühen lässt – und häufig wohl herzlicher ist als vor dem 2. Weltkrieg, als Tschechen und Deutsche in den alten Sudetengebieten noch zusammenlebten.


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Kilian Kirchgeßner

Prag

Zur Person

Kilian Kirchgeßner

Korrespondent für Tschechien und die Slowakei

Kilian Kirchgeßner berichtet aus Tschechien und der Slowakei für zahlreiche ARD-Hörfunkprogramme, darunter Deutschlandfunk, WDR und Deutschlandradio Kultur. Er schreibt für den Tagesspiegel, brand eins, Geo Saison und viele weitere Titel. 


Für seine Reportagen löst er die Rätsel zweier postsozialistischer Staaten: warum die Tschechen auf Atomkraft setzen, wieso die Regierung eine Theater-Truppe durch slowakische Roma-Ghettos schickt und weshalb bayerische Handwerker ihre Produkte inzwischen so gern an tschechische Kunden verkaufen. Er feierte mit den letzten böhmischen Mönchen vor Sonnenaufgang die Morgenmesse, kehrte mit einem hussitischen Kardinal auf Schweinshaxe und Pilsner Bier in eine Prager Kneipe ein, diskutierte mit Karel Gott über Rock’n’Roll-Hits und ließ sich auf einer Recherchereise im Nachtzug vom ersten Sonnenstrahl über der slowakischen Tatra wecken.



Studium in München, Prag und Regensburg; Deutsche Journalistenschule; Axel-Springer-Preis 2007; Young Journalist Award der Europäischen Union 2008, n-ost Reportagepreis für Osteuropa-Berichterstattung 2011.

Auftraggeber

Der Tagesspiegel , Deutschlandfunk , Merian , brand eins