Die Religion des alten ägyptischen Reiches [4]
von Claudia Wendt
Dieser Beitrag stellt die Religion des alten ägyptischen Reiches und die Ansichten vor.
Die Religion des alten ägyptischen Reiches
Die Religion beeinflusst die Ägypter in ihrem Denken und ihrem Handeln. Religion gab Furcht vor, spendete Trost und bildete durch religiöse Feste einen Kalender. Sie beeinflusst die Entwicklung von Literatur, Kunst und Wissenschaft. Der Ägypter sah die Götter in Bäumen, Quellen, Felsen, Berggipfeln, Vögeln und wilden Tieren. Er sah in ihnen seltsame, unheimliche Gewalten, die er nicht beeinflussen konnte. Darunter befanden sich gütige Geister, die sich günstig stimmen ließen und die Hilfe und Schutz gewährten. Die Geister, welche ihm nicht gut gesinnt waren, gingen mit List und Tücke vor, um ihm das Leben möglichst schwer zu machen. Sie brachten Krankheit und Pest. Die unterschiedlichen Geister waren an bestimmte Orte einer Gegend gebunden. Die ägyptischen Hirten und Ackerbauern sahen im Himmel eine riesige Kuh, de, den Kopf im Westen, über der Erde stand. Ihr Bauch war mit sternen besetzt und bildete den Himmelsbogen. Andere erkannten eine weibliche Figur, die mit ihren Füßen im Osten stand und sich über die Erde beute. Im fernen Westen befanden sich die Fingerspitzen und berührten den Horizont. Eine weitere Ansicht sah den Himmel als ein Meer, das hoch über der Erde auf vier Pfeilern ruhte. Die unterschiedlichen Ansichten konnten zu Konflikten zwischen den Gauen führen. Die Sonne wurde morgens als Kalb oder Menschenkind neu geboren (ja nach Ansicht, ob der Himmel eine Kuh oder eine Frau war) und fuhr über einer himmlischen Barke über das Firmament. Als alter Mann wankte sie abends dem Grabe im Westen zu und ging unter. Eine andere Vorstellung erkannte in der Sonnen einen Falken mit buntem Gefieder. Täglich flog er über den Himmen. Die Sonnenscheibe mit ausgebreiteten Flakenflügeln wurde zu einem häufigen Symbol der ägyptischen Relgion.
Erde, Himmel und Meer
Die Erde assoziierten die alten Ägypter mit dem Niltal. Dieses sollte ein ausgestreckt liegender Mann sein, auf dessen Rücken die Pflanzen wuchsen, sich die Tiere bewegten und die Menschen lebten. Den Himmel sah man als mehr, auf welchem Sonne und Gestirne nach Westen fuhren. Dort gab es eine Wasserstraße, auf der sie zurückkehren konnten. Unter der Erde war sozusagen ein zweiter Nil, der ein langes dunkles Tal mit vielen finsteren Höhlen durchfloss. Auf diesen Nähe fuhr die Sonnenbarke die Nacht über entlang am frühen Morgen erschien sie im Osten wieder über der Erde. Der Strom aus der Unterwelt erschien beim 1. Katarakt aus 2 Quelllöchern sprudelnd auf der Oberwelt. Der Nil begann dort den lebensspendenden Lauf für den Menschen.
Für das Volk, welches diese Sage überlieferte war beim 1. Katarakt die Welt zu Ende. Darüber hinaus kannten sie nur ein riesiges Meer. Dieses war im Süden mit dem Nil verbunden. Im Norden kehrte der Fluss zurück. Die Ägypter nannten den für sie bekannten Wasserkreislauf den „großen Kreis“. Dieser umgab die ganze Erde.
Diese Gedanken übernahmen die späteren Griechen und nannten das Meer dann Okeanos oder Ozean. Auf dem Ozean erschien ein Ei oder eine Blume aus welchem der Sonnengott hervorging. Dieser erzeugte aus sich selbst die Kinder Schu und Tefênet, Geb und Nut. Diese Kinder lagen mit ihrem Vater auf dem Ozean. Schu und Tefênet verkörperten die Atmosphäre und warfen sich so zwischen Geb und Nut. Mit ihren Füßen traten Geb. sie auf Nut hoben sie hoch empor. Damit wurde Geb zur Erde. Nut wurde zum Himmel. Geb und Nut waren die Eltern der Götterpaare Isis und Osiris, Seth und Nephthys.
Diese bildeten mit dem Urvater, dem Sonnengott einen Kreis von 9 Gottheiten. Dieser Kreis wurde als die „Neunheit" bezeichnet. Die spätere Theologie wurde von diesem Verhältnis der Uhr Gottheiten zueinander, also Vater, Mutter und Sohn später stark beeinflusst. Jeder Tempel hatte eine künstlich geschaffene dreien, auf der die Neunheit aufgebaut wurde.
Es gab natürlich auch andere örtlicher orientierte Versionen über die Geschichte vom Ursprung der Welt. In einer herrschte Rê einst als König über die Erde. Die Menschen empörten sich über ihn und er sandte seine Tochter, die Göttin Hathor aus, damit diese die Menschen für ihren Frevel bestrafte. Diesen Entschluss bereute er. Mit einer List hielt er die Göttin davon ab Menschen gänzlich zu vertilgen. Die Himmelskuh nahm Rê auf ihren Rücken, damit er die undankbare Welt vergesse und fort an im Himmel wohne.
Die Unterwelt
Der Gang durch den der unterirdische Strom in der Nacht die Sonnenbarke von Westen nach Osten trug, war die Unterwelt. Dort wohnten die Toten, deren König Osiris ist. Einst war er Sonnengott und Herrscher auf der Erde, der durch seine Schwster und Gemahlin Isis beim Regieren unterstützt wurde. Er galt als Wohltäter der Menschen. Sie liebten ihn als gerechten Herrscher. Sein Bruder Seth jedoch betrog ihn durch Zauberei und erschlug ihn. Isis sammelte den Leib ihres Gatten unter großen Mühen wieder zusammen. Der hundsköpfige Anubis, einer der Unterweltgötter, half ihr beim Einbalsamieren ihres toten Gatten, sodass er ins Leben zurückkehrte und seine Glieder wieder nutzen konnte. Trotzdem konnte er kein irdisches Leben mehr führen. Er wurde zum lebendigen Herrscher der Unterwelt. Isisi gebar später als Sohn Horus. Diesen erzog sie in den Marschen des Deltas zum Rächer seines Vaters. Nachdem der Junge zum Mann wurde verfolgte er Seth und focht einen grausamen Kampf aus, der Seth und Horus verstümmelte. Vom einen Ende des Landes bis zum anderen tobte der Kampf. Er siegte über Seth. Horus übernahm den irdischen Thron seines Vaters. Seth ging vor den Gerichtshof der Götter und bezichtigte ihn einer illegitimen Geburt, wodurch Horus Anspruch auf den Thron hinfällig würde. Thot, der Gott der Wissenschaft verteidigte Horus, der freigesprochen wurde. Man erklärte ihn als "wahrsprechend" und "triumphierend". In einer anderen Version der Sage sprach man Osiris selbst frei.
Der Sonnenkult in Ägypten
Viele ägyptische Götter haben kaum einen Auftritt in Tempeln oder Stätten der Verehrung. Überragend über allem ist jedoch die Verehrung der Sonne. Der Sonnenkult hatte seinen Hauptsitz in der Deltastadt On. Die Griechen nannten diese Stadt Heliopolis. Die Sonne wurde als "Rê" verehrt, was übersetzt Sonne bedeutet. Ein anderer Titel war "Atum" für die untergehende Sonne oder "Cheprer", welcher Hieroglyphen als Käfer dargestellt wurde. Der Käfer stand für die Jugendkraft beim Aufstieg der Sonne. Die Sonne hatte 2 Barken, mit denen sie über den Himmel fuhr. Eine Barke nutzte sie am Morgen und die andere für den Nachmittag und den Abend. Mit dieser fuhr sie dann auch in die Unterwelt und verbreitete dort Licht und Freude unter den körperlosen Schatten. Ihr Symbol war ein Obelisk im Tempel von Heliopolis. In Edfu, am oberen Nil, war der Mittelpunkt der Sonnenverehrung. Dort wurde sie als Falke unter dem Namen Horus dargestellt.
Die ägyptischen Götter
Der Mond wurde zum Messen der Zeit verwendet. Aus diesem Grund machte man ihn zum Gott des Rechnens, der Wissenschaft und der Weisheit. Man gab ihm den Namen Thot, der seinen Hauptsitz in der Stadt Schmun hatte. Der griechische Name der Stadt war Hermupolis. Die Griechen setzten ihn Hermes gleich. Sein heiliges Tier war Ibis.
Die Himmelsgöttin war Nut, die für die Frau und die Frauenliebe stand. Im Heiligtum Dendera wurde sie als die Kuhgöttin Hathor verehrt. In Saïs war sie die fröhliche Beith und in Bubastis huldigte man ihr als Bastet in Gestalt einer Katze. In Memphis kehrte sich ihr Charakter um. Sie war eine Löwen, die als Sturm- und Kriegsgöttin Sechmet bekannt war.
Osiris wurde in weiten Teilen des Landes verehrt und verbreitete sich schnell. Osiris älteste Wohnung war in der Deltastadt Dedu, welche die Griechen Busiris bzw. Haus des Osiris nannten. Auch die Stadt Abydos hatte einen Ruf als Besonderes heiliger Ort, denn dort sollte das Haupt des Osiris begraben sein. Man stellte diesen als in Mumienbinden gehüllter Mensch da, der als König auf seinem Thron saß. Manchmal nahm er auch die Gestalt eines seltsamen Pfeilers oder eines Fetischs an, der aus vorgeschichtlichen Zeiten überliefert wurde.
Isis war die treue Gattin des Osiris und die Mutter des Horus Kindes. Man sah sie als Ideal der Frau und Mutter.
Horus war die Versinnbildlichung des guten Sohnes, welcher der Gerechtigkeit zum Sieg verhalf.
Ptah gehört nicht zu den klassischen Naturgottheiten. Er war der Schutz Herr von Künstlern und Handwerkern. Der Hohepriester des Ptah war der oberste Künstler am Hofe.
Neben den Hauptgöttern gab es noch etliche andere kleinere Götter.
Die Symbolik der Götter
Die Symbolik und die Gestalten der Götter stehen für eine primitive Bedürfnislosigkeit. Sie tragen einen Stab, der mit einem Beduinenstab gleichzusetzen ist. Göttinnen haben einen Schilfstengel in der Hand. Die Kronen der Götter sind aus Ried. Sie haben zudem Straußenfedern oder Hörner heiliger Tiere befestigt.
Die Göttertiere
Die Göttertiere sind auch in höheren Zivilisationen als heilige Tiere verehrt worden. Die Tierverehrung des alten Ägypten kam erst später dazu. Im ältesten Ägypten gab es diese nicht. Der Falke galt als heiliges Tier des Sonnengottes. Wahrscheinlich fand er sich als lebendiges Tier im Tempel und wurde dort gefüttert und gepflegt. Verehrt wurde er aber noch nicht. Man nutzt ihn auch nicht für Rituale, wie in späteren Zeiten.
Quellen: Vgl. Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001.
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Die Religion des alten ägyptischen Reiches
Die Religion beeinflusst die Ägypter in ihrem Denken und ihrem Handeln. Religion gab Furcht vor, spendete Trost und bildete durch religiöse Feste einen Kalender. Sie beeinflusst die Entwicklung von Literatur, Kunst und Wissenschaft. Der Ägypter sah die Götter in Bäumen, Quellen, Felsen, Berggipfeln, Vögeln und wilden Tieren. Er sah in ihnen seltsame, unheimliche Gewalten, die er nicht beeinflussen konnte. Darunter befanden sich gütige Geister, die sich günstig stimmen ließen und die Hilfe und Schutz gewährten. Die Geister, welche ihm nicht gut gesinnt waren, gingen mit List und Tücke vor, um ihm das Leben möglichst schwer zu machen. Sie brachten Krankheit und Pest. Die unterschiedlichen Geister waren an bestimmte Orte einer Gegend gebunden. Die ägyptischen Hirten und Ackerbauern sahen im Himmel eine riesige Kuh, de, den Kopf im Westen, über der Erde stand. Ihr Bauch war mit sternen besetzt und bildete den Himmelsbogen. Andere erkannten eine weibliche Figur, die mit ihren Füßen im Osten stand und sich über die Erde beute. Im fernen Westen befanden sich die Fingerspitzen und berührten den Horizont. Eine weitere Ansicht sah den Himmel als ein Meer, das hoch über der Erde auf vier Pfeilern ruhte. Die unterschiedlichen Ansichten konnten zu Konflikten zwischen den Gauen führen. Die Sonne wurde morgens als Kalb oder Menschenkind neu geboren (ja nach Ansicht, ob der Himmel eine Kuh oder eine Frau war) und fuhr über einer himmlischen Barke über das Firmament. Als alter Mann wankte sie abends dem Grabe im Westen zu und ging unter. Eine andere Vorstellung erkannte in der Sonnen einen Falken mit buntem Gefieder. Täglich flog er über den Himmen. Die Sonnenscheibe mit ausgebreiteten Flakenflügeln wurde zu einem häufigen Symbol der ägyptischen Relgion.
Erde, Himmel und Meer
Die Erde assoziierten die alten Ägypter mit dem Niltal. Dieses sollte ein ausgestreckt liegender Mann sein, auf dessen Rücken die Pflanzen wuchsen, sich die Tiere bewegten und die Menschen lebten. Den Himmel sah man als mehr, auf welchem Sonne und Gestirne nach Westen fuhren. Dort gab es eine Wasserstraße, auf der sie zurückkehren konnten. Unter der Erde war sozusagen ein zweiter Nil, der ein langes dunkles Tal mit vielen finsteren Höhlen durchfloss. Auf diesen Nähe fuhr die Sonnenbarke die Nacht über entlang am frühen Morgen erschien sie im Osten wieder über der Erde. Der Strom aus der Unterwelt erschien beim 1. Katarakt aus 2 Quelllöchern sprudelnd auf der Oberwelt. Der Nil begann dort den lebensspendenden Lauf für den Menschen.
Für das Volk, welches diese Sage überlieferte war beim 1. Katarakt die Welt zu Ende. Darüber hinaus kannten sie nur ein riesiges Meer. Dieses war im Süden mit dem Nil verbunden. Im Norden kehrte der Fluss zurück. Die Ägypter nannten den für sie bekannten Wasserkreislauf den „großen Kreis“. Dieser umgab die ganze Erde.
Diese Gedanken übernahmen die späteren Griechen und nannten das Meer dann Okeanos oder Ozean. Auf dem Ozean erschien ein Ei oder eine Blume aus welchem der Sonnengott hervorging. Dieser erzeugte aus sich selbst die Kinder Schu und Tefênet, Geb und Nut. Diese Kinder lagen mit ihrem Vater auf dem Ozean. Schu und Tefênet verkörperten die Atmosphäre und warfen sich so zwischen Geb und Nut. Mit ihren Füßen traten Geb. sie auf Nut hoben sie hoch empor. Damit wurde Geb zur Erde. Nut wurde zum Himmel. Geb und Nut waren die Eltern der Götterpaare Isis und Osiris, Seth und Nephthys.
Diese bildeten mit dem Urvater, dem Sonnengott einen Kreis von 9 Gottheiten. Dieser Kreis wurde als die „Neunheit" bezeichnet. Die spätere Theologie wurde von diesem Verhältnis der Uhr Gottheiten zueinander, also Vater, Mutter und Sohn später stark beeinflusst. Jeder Tempel hatte eine künstlich geschaffene dreien, auf der die Neunheit aufgebaut wurde.
Es gab natürlich auch andere örtlicher orientierte Versionen über die Geschichte vom Ursprung der Welt. In einer herrschte Rê einst als König über die Erde. Die Menschen empörten sich über ihn und er sandte seine Tochter, die Göttin Hathor aus, damit diese die Menschen für ihren Frevel bestrafte. Diesen Entschluss bereute er. Mit einer List hielt er die Göttin davon ab Menschen gänzlich zu vertilgen. Die Himmelskuh nahm Rê auf ihren Rücken, damit er die undankbare Welt vergesse und fort an im Himmel wohne.
Die Unterwelt
Der Gang durch den der unterirdische Strom in der Nacht die Sonnenbarke von Westen nach Osten trug, war die Unterwelt. Dort wohnten die Toten, deren König Osiris ist. Einst war er Sonnengott und Herrscher auf der Erde, der durch seine Schwster und Gemahlin Isis beim Regieren unterstützt wurde. Er galt als Wohltäter der Menschen. Sie liebten ihn als gerechten Herrscher. Sein Bruder Seth jedoch betrog ihn durch Zauberei und erschlug ihn. Isis sammelte den Leib ihres Gatten unter großen Mühen wieder zusammen. Der hundsköpfige Anubis, einer der Unterweltgötter, half ihr beim Einbalsamieren ihres toten Gatten, sodass er ins Leben zurückkehrte und seine Glieder wieder nutzen konnte. Trotzdem konnte er kein irdisches Leben mehr führen. Er wurde zum lebendigen Herrscher der Unterwelt. Isisi gebar später als Sohn Horus. Diesen erzog sie in den Marschen des Deltas zum Rächer seines Vaters. Nachdem der Junge zum Mann wurde verfolgte er Seth und focht einen grausamen Kampf aus, der Seth und Horus verstümmelte. Vom einen Ende des Landes bis zum anderen tobte der Kampf. Er siegte über Seth. Horus übernahm den irdischen Thron seines Vaters. Seth ging vor den Gerichtshof der Götter und bezichtigte ihn einer illegitimen Geburt, wodurch Horus Anspruch auf den Thron hinfällig würde. Thot, der Gott der Wissenschaft verteidigte Horus, der freigesprochen wurde. Man erklärte ihn als "wahrsprechend" und "triumphierend". In einer anderen Version der Sage sprach man Osiris selbst frei.
Der Sonnenkult in Ägypten
Viele ägyptische Götter haben kaum einen Auftritt in Tempeln oder Stätten der Verehrung. Überragend über allem ist jedoch die Verehrung der Sonne. Der Sonnenkult hatte seinen Hauptsitz in der Deltastadt On. Die Griechen nannten diese Stadt Heliopolis. Die Sonne wurde als "Rê" verehrt, was übersetzt Sonne bedeutet. Ein anderer Titel war "Atum" für die untergehende Sonne oder "Cheprer", welcher Hieroglyphen als Käfer dargestellt wurde. Der Käfer stand für die Jugendkraft beim Aufstieg der Sonne. Die Sonne hatte 2 Barken, mit denen sie über den Himmel fuhr. Eine Barke nutzte sie am Morgen und die andere für den Nachmittag und den Abend. Mit dieser fuhr sie dann auch in die Unterwelt und verbreitete dort Licht und Freude unter den körperlosen Schatten. Ihr Symbol war ein Obelisk im Tempel von Heliopolis. In Edfu, am oberen Nil, war der Mittelpunkt der Sonnenverehrung. Dort wurde sie als Falke unter dem Namen Horus dargestellt.
Die ägyptischen Götter
Der Mond wurde zum Messen der Zeit verwendet. Aus diesem Grund machte man ihn zum Gott des Rechnens, der Wissenschaft und der Weisheit. Man gab ihm den Namen Thot, der seinen Hauptsitz in der Stadt Schmun hatte. Der griechische Name der Stadt war Hermupolis. Die Griechen setzten ihn Hermes gleich. Sein heiliges Tier war Ibis.
Die Himmelsgöttin war Nut, die für die Frau und die Frauenliebe stand. Im Heiligtum Dendera wurde sie als die Kuhgöttin Hathor verehrt. In Saïs war sie die fröhliche Beith und in Bubastis huldigte man ihr als Bastet in Gestalt einer Katze. In Memphis kehrte sich ihr Charakter um. Sie war eine Löwen, die als Sturm- und Kriegsgöttin Sechmet bekannt war.
Osiris wurde in weiten Teilen des Landes verehrt und verbreitete sich schnell. Osiris älteste Wohnung war in der Deltastadt Dedu, welche die Griechen Busiris bzw. Haus des Osiris nannten. Auch die Stadt Abydos hatte einen Ruf als Besonderes heiliger Ort, denn dort sollte das Haupt des Osiris begraben sein. Man stellte diesen als in Mumienbinden gehüllter Mensch da, der als König auf seinem Thron saß. Manchmal nahm er auch die Gestalt eines seltsamen Pfeilers oder eines Fetischs an, der aus vorgeschichtlichen Zeiten überliefert wurde.
Isis war die treue Gattin des Osiris und die Mutter des Horus Kindes. Man sah sie als Ideal der Frau und Mutter.
Horus war die Versinnbildlichung des guten Sohnes, welcher der Gerechtigkeit zum Sieg verhalf.
Ptah gehört nicht zu den klassischen Naturgottheiten. Er war der Schutz Herr von Künstlern und Handwerkern. Der Hohepriester des Ptah war der oberste Künstler am Hofe.
Neben den Hauptgöttern gab es noch etliche andere kleinere Götter.
Die Symbolik der Götter
Die Symbolik und die Gestalten der Götter stehen für eine primitive Bedürfnislosigkeit. Sie tragen einen Stab, der mit einem Beduinenstab gleichzusetzen ist. Göttinnen haben einen Schilfstengel in der Hand. Die Kronen der Götter sind aus Ried. Sie haben zudem Straußenfedern oder Hörner heiliger Tiere befestigt.
Die Göttertiere
Die Göttertiere sind auch in höheren Zivilisationen als heilige Tiere verehrt worden. Die Tierverehrung des alten Ägypten kam erst später dazu. Im ältesten Ägypten gab es diese nicht. Der Falke galt als heiliges Tier des Sonnengottes. Wahrscheinlich fand er sich als lebendiges Tier im Tempel und wurde dort gefüttert und gepflegt. Verehrt wurde er aber noch nicht. Man nutzt ihn auch nicht für Rituale, wie in späteren Zeiten.
Quellen: Vgl. Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001.
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