Akira - Katsuhiro Otomo [15]
von Claudia Wendt
Akira ist einer der großartigsten Mangaklassiker, der für die Etablierung der Mangaszene, auch in Deutschland, enorm begünstigte. Gezeichnet wurde der Manga von Katsuhiro Otomo. Er ist ein phänomenales Science-Fiction-Werk, dass jede Menge Lesestoff bietet.
Akira
Akira (アキラ) - Der Manga
Am 6. Dezember 1992 löscht die Explosion einer Atombombe Tokyo aus. Diese Katastrophe ist verantwortlich für den dritten Weltkrieg. Der Manga Akira setzt 38 Jahre später ein. Kaneda und Tetsuo gehören zu einer Motorradgang, die die Stadt unsicher macht. Als sie ins Sperrgebiet der Explosion fahren erscheint ein Kind auf der Straße, direkt vor Tetsuos Motorrad. Der versucht auszuweichen und baut dabei einen Unfall. Auf der Stelle tritt das Militär in Aktion, dass den Jungen und Tetsuo sofort einsammelt.

Gefährliche Kräfte
Tetsuo wird von den Militärs behandelt und entwickelt eine mächtige Psikraft. Es gibt wenige andere, die ebenfalls diese Kraft besitzen. Darunter die Jungen: Masaru und Takashi und ein Mädchen: Kyoko. Sie wollen Tetsuo umbringen, da er ihrer Meinung nach eine große Gefahr darstellt und Akira erwecken könnte. In das Ganze mischt sich noch eine Rebellentruppe mit ein, der Kai und Ryu angehören. Sie versuchen zu Beginn des Mangas, Takashi zu befreien und gegen die bestehende Regierung und das Militär vorzugehen.
Das Kind
Tetsuo steigert seine Kräfte durch die Einnahme von Drogen. Er tötet Menschen und begibt sich zu dem Bunker, in dem Akira "auf Eis gelegt ist". Tatsächlich schafft er es, den Psibegabten Jungen Akira aus seinem Schlaf zu wecken. Der Beginn einer weiteren großen Katastrophe ...

Der Zeichenstil
Der Zeichenstil Katsuhiro Otomos ist sehr realistisch gehalten. Es ist erkennbar, dass der Künstler sich sehr von französischen und amerikanischen Künstlern beeinflussen ließ. DIe Augen sind z. B. eher klein und realistisch dargestellt. Er setzt viel auf Schraffuren und in den letzten Bänden bekommt besonders Tetsuo eine surrealistische Darstellung, als sein Körper die Kraft nicht mehr halten kann. Die Geschichte ist düster, mit vielen dunklen Flächen dargestellt. Stadtbilder und Maschinen sind realistisch und extrem detailreich. Dazu kommt die explizite Darstellung von der eskalierenden Gewalt.
Veröffentlichungen
Der Manga erschien von 1982 bis 1990 im "Young Magazine" des Kodansha Verlages. In Amerika veröffentlichten die "Epic Comics" von Marvel die Reihe. Zwischen 1987 und 1988 wurde die Reihe pausiert. 1984 bis 1993 wurde die Reihe, welche 2200 Seiten am Ende umfasste, in sechs Sammelbänden zusammengefasst. 1988 erschien Akira bei Epic Comics, einem Imprint der Marvel Comics. 2000 bis 2002 veröffentlichte Dark Horse eine originalgetreue Fassung. In Frankreich erschien Akira als Hardcover von 200 Seiten pro Band. In Italien und Spanien wurde der Manga ebenfalls veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen basierten auf der bearbeiteten US-Version. In Japan brachte man All Color Kokusaiban Akira (オールカラー国際版) heraus, eine kolorierte US-Fassung des Mangas. Es waren 12 Bände, die zwischen 1998 und 1996 erschienen. Dazu kamen sechs weitere Bände: Sotennenshoku Akira (総天然色), die 2003 bis 2004 erschienen.
Anpassungen für den Westen
In den USA spiegelte man den Manga in westliche Leserichtung. Otomo nahm dafür eigenständig viele Änderungen vor. Dazu gehörte das Entfernen von Sprechblasen und Beschriftungen. Die Zeichnungen, welche darunter lagen, komplettierte Otomo und spiegelte das ganze. Wenn es nicht störte, wurden Zeichnungen in Originalleserichtung gelassen. Mitunter wurden dafür sorgar Bilder entfernt.

Die Farbausgabe
Für die westliche Veröffentlichung erschien eine Farbausgabe von Akira. Dafür wurden die Seiten von Steve Oliff und Olyoptics in den USA koloriert. Die Farbgebung erfolgte mit einer neuartigen computergestützten Technik, die Farbverläufe zuließ. Otomo wählte Steve Oliff selbst für die Aufgabe aus. Dadurch wurde die Reihe an den amerikanischen Comicgeschmack angepasst. Bei Kodansha wurde die englische Übersetzung vorgenommen, die erneut vom amerikanischen Verlag angepasst und von Kodansha noch einmal korrigiert wurde.
Die deutschen Veröffentlichungen
Der Carlsen Verlag brachte 1991 bis 1996 eine bearbeitete US-Fassung von Akira heraus. Insgesamt erschien die Reihe in 19 Bänden. Zusätzlich gab es einen Band 20, der Skizzen zur Serie enthielt. Dadurch wurde Akira zur ersten komplett auf deutsch erschienen Mangareihe. Der Preis war damals mit 30 DM pro Band hoch angesetzt. 2000 bis 2001 kam Akira erneut, in einer sechsbändigen schwarz-weiß Ausgabe heraus. Sie wurde unter dem Titel "Original-Edition" veröffentlicht. Die westliche Leserichtung wurde beibehalten. Im Dezember 2016 kam dann als Höhepunkt der deutschen Veröffentlichungen die limitierte Komplettbox. Sie wurde auf 1991 Stück limitiert und enthielt sechs Softcover-Bände. Diese Sonderausgabe war komplett koloriert. Die Leserichtung wurde dafür nicht geändert.
Fazit
Jeder, der mit dem Begriff Manga etwas anfangen kann, sollte Akira zumindest gelesen haben. Die Mischung des japanischen, mit amerikanisch orientiertem realistischen Zeichenstil ist nicht jedermanns Sache. Dennoch ist Akira ein Werk, dass einen Blick Wert ist. Dieser Manga war einer der Grundbausteine, die in Deutschland die Mangas nach oben gebracht haben. Ein Klassiker, der nicht für jüngere, aber für ein anspruchsvolles Publikum geeignet ist. Wer mit der Gewaltdarstellung Katsuhiro Otomos nicht klarkommt, sollte die Finger davon lassen. Akira ist trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung.
Covergallerie
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Akira Originaledition (Carlsen Verlag)
















Farbausgabe








































Akira - Charaktere
Achtung! In diesem Abschnitt, insbesondere im Bereich Biografie, können Spoiler der Handlung vorkommen!
Shotaro Kaneda
Shotaro Kaneda (金田正太郎 Kaneda Shōtarō) oder einfach Kaneda ist der Anführer der Bōsōzoku-Bande, die als The Capsules bezeichnet werden. Er ist der Protagonist in Akira. Er ist ein Kinderheitsfreund von Tetsuo Shima.
Shotaro wurde von Mitsuo Iwata in Japan, Cam Clarke 1989 für die englische Streaming-Vertonung und Johnny Yong Bosch, 2001 für die Englische Pioneer-Vertonung gesprochen.
Shotaro Kaneda ist ein junger japanischer Mann, mittlerer Größe. Er hat kurzes schwarzes Haar und dunkelbraune Augen. Besonders bemerkenswert ist seine Kleidung: Er trägt eine rote lederne Militärjacke, die das große Design einer Kapsel auf der Rückseite hat. Er trägt Biker-Jeans, die eine ähnliche Farbe wie seine Jacke haben und dunkelrote Biker-Stiefel. Seine Hände schützt er mit roten Motorradhandschuhen. Unter der Jacke trägt er ein punkes Kurzarm-Poloshirt.
Steckbrief
Geschlecht: Männlich
Geburtstag:
5. September 2014 im Manga
5. Septemer 2003 im Anime
Alter: 16
Größe: 164 cm
Gewicht: 53 kg
Nationalität: Japanisch
Persönlichkeit
Shotaro Kenade ist das Hauptsymbol des Wiederstandes gegen die traditionellen Formen der Autorität, die besonders durch Colonel Shikishima verkörpert wird. Er ist rebellisch und anarchisch geprägt. Seine Motorradkollegen und Klassenkameraden beschreiben ihn als egoistisch, was sich in seinem Verhalten und seinen Taten wiederspiegelt. Er handelt bevor er nachdenkt, was ihn desöfteren in Schwierigkeiten bringt. Zudem hat er eine Affinität zu stehlen.
Shotaro ist mutig, unabhängig und sehr einfühlsam. Er achtet auf die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitglieder seiner Bikerbande. Ein besonderes Auge hat er dabei auf Tetsuo Shima und wird wütend wenn er einen seiner Leute verliert. Shotaro schätzt Loyalität und rachsüchtig, wenn dieses Vertrauen gebrochen wird.
Shotaro Kaneda
Shotaro (正太郎) bedeutet "Gerechtigkeit" und ist die Langform von "Shota". Der Name endet mit 郎, was darauf hinweist, dass er "schlechte manieren" hat. Das deutet bereits auf sein Wesen hin. Im Kontext bedeutet Shotaro wahrscheinlich "junger, rebellischer Junger". Kaneda (金田) steht für "goldenes Reisfeld". Shotaro wird im Film und im Manga öfter "Kaneda" genannt. Benannt wurde er nach dem Protagonisten von Tetsujin 28, Shotaro Kaneda.
Biografie
Die Geschichte von Shotaros früherem Leben ist weitgehend unbekannt. Shotaro lebte im gleichen Waisenhaus wie Tetsuo. Kurz nach seiner Ankunft befreundete er sich mit diesem an. In ihrer Jugend werden sie Mitglieder Bikergang namens "The Capsules", von denen Shotaro der Anführer ist. Besonders bemerkenswert ist Shotaros Motorrad. Während der Verfolgungsjagd mit einer rivalisierenden Bande wird Tetsuo bei einer Kollision mit Takahashi schwer verwundet, während Shotaro und der Rest der Bande von Colonel Shikishimas Männern zur Vernehmung verhaftet werden. Shotaro trifft auf Kei, ein weibliches Mitglied der Widerstandsbewegung, das ihm gefällt. Er versucht sie zu treffen, indem er sie verfolgt, was dazu führt, dass er ihr zweimal das Leben rettet. Nachdem er entdeckt, dass Tetsuo mit seinen neuen psychischen Kräften einen mörderischen Amoklauf gestartet hat, will er diesen persönlich beenden. Shotaro fühlt sich für ihn als Freund, aber auch für Yamagatas Ermordung verantwortlich. Er findet Tetsuo und provoziert ihn zu einer Schlägerei, welche geht, bis Akira erwacht und Neotokyo zerstört. Shotaro wird in ein Energiefeld teleportiert, wird aber von den psibegabten Kindern gerettet. Am Ende hält er die letzten Überreste von Tetsuo physischer Präsenz in den Händen, die eine kleine leuchtende Kugel ist. Er sagt ihm auf Wiedersehen und fährt dann mit Kei und Kaisuke aus den Ruinen der Stadt davon.

Tetsuo Shima
Tetsuo Shima ist der Deuteragonist und Hauptantagonist in Akira. Er repräsentiert die Korruption der Macht. Gesprochen wird er im Japanischen von Nozomu Sasaki. Die englische Synchronisation von 1989 übernahm Jan Rabson. Die 2001er-Variante synchronisierte Joshua Seth.
Tetsuo ist ein leicht untergewichtiger junger Mann mit muskulösem Körper. Seine Haare und Augen sind je nach Lichteinfall sehr dunkelbraun. Sein Haar reicht fast bis zu den Schultern, wenn es nicht wie üblich absteht.
Zu Beginnd es Films trägt er einen sperrigen, hellblauen Parka / Anorak, ähnlich wie im Manga. In Szenen des Regierungskrankenhauses trägt er ein normales Patientenkleid. Nach seiner Flucht ist er in ein ärmelloses Hemd und schwarze Hosen, mit schwarzen Socken und Stiefeln gekleidet. Er hat sich ein abgenutztes rotes Cape um die Schultern gelegt, dass nach dem zweiten Ausbrechen aus dem Krankenhaus aus einer Flagge gerissen wurde.
Steckbrief
Geschlecht: Männlich
Geburtstag:
29. Juli 2015 im Manga
29. Septemer 2004 im Anime
Alter: 15
Größe: 162 cm
Gewicht: 47 kg
Nationalität: Japanisch
Beziehungen: Kaneda Shotaro ist sein bester Freund, Kaori ist seine Freundin
Akira - Der Anime
Der Manga von Akira hat natürlich eine Verfilmung erfahren, die mit zu den Erfolgreichsten im Animebereich gehören. Nachdem 1982 der Manga erschienen war, kam 1988 der Film in die japanischen Kinos und brach sämtliche Zuschauerrekorde. Ein Jahr später kam er in USA.
Die Handlung
Die Handlung unterscheidet sich etwas von der Mangavorlage. Das Grundszenario bleibt das Gleiche: 1988 wurde Tokio in einer gewaltigen Explosion zerstört, mit der Folge des Dritten Weltrkeigs. 31 Jahre Später wird die Stadt von Bürgerunruhen und Studentenaufständen erschüttert. Die Motorradgang von Kaneda macht die Stadt unsicher. Nach einem Motorradunfall werden der Junge Takashi und der verletzte Tetsuo von der Armee mitgenommen. Tetsuo verändert sich bis zum erneuten Treffen mit Kaneda. Zusammen mit Kei, einer Untergrundkämpferin, die Akiras Auferstehung verhindern will, kämpft er gegen das Militär.

Die Unterschiede
(Achtung: Dieser Abschnitt enthält etwas Mangaspoiler)
Es gibt einige Passagen, die Anime nicht erwähnt werden. Dazu gehören zum Beispiel Szenen, die mehr zu den Psi-Kräften der Kinder erläutern. Auch Akiras Existenz wird anders dargestellt und ein ganzer Teil des Mangas erscheint hier gar nicht erst. Nachdem Akira erwacht, wird Tokyo erneut zerstört und das große Tokyoter Reich gegründet. Im Anime findet dieser Aspekt keine Beachtung. Schade, dass solche Abschnitte des Mangas nicht miteinbezogen wurden. Auch Mutter Miyako erscheint gar nicht im Anime, die an sich eine interessante Figur ist. Takashis Tod, der zur erneuten Zerstörung der Stadt durch Akira führt, findet hier gar nicht statt.
(Spoiler Ende)

Die Musik
Die Musik des Films wurde von Shinji Yamashiro komponiert. Sie ist eine interessante Variation aus japischer Klassik und moderne, Synthesizer. Die musikalische Untermalung macht den Film atmosphärisch und spannend.
Fazit
Wer den Manga gelesen hat, vermisst im Anime einiges. Trotzdem hat Katsuhiro Otomo ein bildgewaltiges Werk geschaffen. Der Anime hat trotz allem eine schlüssige Handlung. Aufgrund der Gewalt, ist er nichts für Leute, die kein Blut sehen können. Die philosophisch-wissenschaftskritische Geschichte unterhält und regt auch in heutigen Zeiten zum Nachdenken über Wissenschaftsethik an.


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Akira
Akira (アキラ) - Der Manga
Am 6. Dezember 1992 löscht die Explosion einer Atombombe Tokyo aus. Diese Katastrophe ist verantwortlich für den dritten Weltkrieg. Der Manga Akira setzt 38 Jahre später ein. Kaneda und Tetsuo gehören zu einer Motorradgang, die die Stadt unsicher macht. Als sie ins Sperrgebiet der Explosion fahren erscheint ein Kind auf der Straße, direkt vor Tetsuos Motorrad. Der versucht auszuweichen und baut dabei einen Unfall. Auf der Stelle tritt das Militär in Aktion, dass den Jungen und Tetsuo sofort einsammelt.

Gefährliche Kräfte
Tetsuo wird von den Militärs behandelt und entwickelt eine mächtige Psikraft. Es gibt wenige andere, die ebenfalls diese Kraft besitzen. Darunter die Jungen: Masaru und Takashi und ein Mädchen: Kyoko. Sie wollen Tetsuo umbringen, da er ihrer Meinung nach eine große Gefahr darstellt und Akira erwecken könnte. In das Ganze mischt sich noch eine Rebellentruppe mit ein, der Kai und Ryu angehören. Sie versuchen zu Beginn des Mangas, Takashi zu befreien und gegen die bestehende Regierung und das Militär vorzugehen.
Das Kind
Tetsuo steigert seine Kräfte durch die Einnahme von Drogen. Er tötet Menschen und begibt sich zu dem Bunker, in dem Akira "auf Eis gelegt ist". Tatsächlich schafft er es, den Psibegabten Jungen Akira aus seinem Schlaf zu wecken. Der Beginn einer weiteren großen Katastrophe ...

Der Zeichenstil
Der Zeichenstil Katsuhiro Otomos ist sehr realistisch gehalten. Es ist erkennbar, dass der Künstler sich sehr von französischen und amerikanischen Künstlern beeinflussen ließ. DIe Augen sind z. B. eher klein und realistisch dargestellt. Er setzt viel auf Schraffuren und in den letzten Bänden bekommt besonders Tetsuo eine surrealistische Darstellung, als sein Körper die Kraft nicht mehr halten kann. Die Geschichte ist düster, mit vielen dunklen Flächen dargestellt. Stadtbilder und Maschinen sind realistisch und extrem detailreich. Dazu kommt die explizite Darstellung von der eskalierenden Gewalt.
Veröffentlichungen
Der Manga erschien von 1982 bis 1990 im "Young Magazine" des Kodansha Verlages. In Amerika veröffentlichten die "Epic Comics" von Marvel die Reihe. Zwischen 1987 und 1988 wurde die Reihe pausiert. 1984 bis 1993 wurde die Reihe, welche 2200 Seiten am Ende umfasste, in sechs Sammelbänden zusammengefasst. 1988 erschien Akira bei Epic Comics, einem Imprint der Marvel Comics. 2000 bis 2002 veröffentlichte Dark Horse eine originalgetreue Fassung. In Frankreich erschien Akira als Hardcover von 200 Seiten pro Band. In Italien und Spanien wurde der Manga ebenfalls veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen basierten auf der bearbeiteten US-Version. In Japan brachte man All Color Kokusaiban Akira (オールカラー国際版) heraus, eine kolorierte US-Fassung des Mangas. Es waren 12 Bände, die zwischen 1998 und 1996 erschienen. Dazu kamen sechs weitere Bände: Sotennenshoku Akira (総天然色), die 2003 bis 2004 erschienen.
Anpassungen für den Westen
In den USA spiegelte man den Manga in westliche Leserichtung. Otomo nahm dafür eigenständig viele Änderungen vor. Dazu gehörte das Entfernen von Sprechblasen und Beschriftungen. Die Zeichnungen, welche darunter lagen, komplettierte Otomo und spiegelte das ganze. Wenn es nicht störte, wurden Zeichnungen in Originalleserichtung gelassen. Mitunter wurden dafür sorgar Bilder entfernt.

Die Farbausgabe
Für die westliche Veröffentlichung erschien eine Farbausgabe von Akira. Dafür wurden die Seiten von Steve Oliff und Olyoptics in den USA koloriert. Die Farbgebung erfolgte mit einer neuartigen computergestützten Technik, die Farbverläufe zuließ. Otomo wählte Steve Oliff selbst für die Aufgabe aus. Dadurch wurde die Reihe an den amerikanischen Comicgeschmack angepasst. Bei Kodansha wurde die englische Übersetzung vorgenommen, die erneut vom amerikanischen Verlag angepasst und von Kodansha noch einmal korrigiert wurde.
Die deutschen Veröffentlichungen
Der Carlsen Verlag brachte 1991 bis 1996 eine bearbeitete US-Fassung von Akira heraus. Insgesamt erschien die Reihe in 19 Bänden. Zusätzlich gab es einen Band 20, der Skizzen zur Serie enthielt. Dadurch wurde Akira zur ersten komplett auf deutsch erschienen Mangareihe. Der Preis war damals mit 30 DM pro Band hoch angesetzt. 2000 bis 2001 kam Akira erneut, in einer sechsbändigen schwarz-weiß Ausgabe heraus. Sie wurde unter dem Titel "Original-Edition" veröffentlicht. Die westliche Leserichtung wurde beibehalten. Im Dezember 2016 kam dann als Höhepunkt der deutschen Veröffentlichungen die limitierte Komplettbox. Sie wurde auf 1991 Stück limitiert und enthielt sechs Softcover-Bände. Diese Sonderausgabe war komplett koloriert. Die Leserichtung wurde dafür nicht geändert.
Fazit
Jeder, der mit dem Begriff Manga etwas anfangen kann, sollte Akira zumindest gelesen haben. Die Mischung des japanischen, mit amerikanisch orientiertem realistischen Zeichenstil ist nicht jedermanns Sache. Dennoch ist Akira ein Werk, dass einen Blick Wert ist. Dieser Manga war einer der Grundbausteine, die in Deutschland die Mangas nach oben gebracht haben. Ein Klassiker, der nicht für jüngere, aber für ein anspruchsvolles Publikum geeignet ist. Wer mit der Gewaltdarstellung Katsuhiro Otomos nicht klarkommt, sollte die Finger davon lassen. Akira ist trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung.
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Akira Originaledition (Carlsen Verlag)
Farbausgabe
Akira - Charaktere
Achtung! In diesem Abschnitt, insbesondere im Bereich Biografie, können Spoiler der Handlung vorkommen!
Shotaro Kaneda
Shotaro Kaneda (金田正太郎 Kaneda Shōtarō) oder einfach Kaneda ist der Anführer der Bōsōzoku-Bande, die als The Capsules bezeichnet werden. Er ist der Protagonist in Akira. Er ist ein Kinderheitsfreund von Tetsuo Shima.
Shotaro wurde von Mitsuo Iwata in Japan, Cam Clarke 1989 für die englische Streaming-Vertonung und Johnny Yong Bosch, 2001 für die Englische Pioneer-Vertonung gesprochen.
Shotaro Kaneda ist ein junger japanischer Mann, mittlerer Größe. Er hat kurzes schwarzes Haar und dunkelbraune Augen. Besonders bemerkenswert ist seine Kleidung: Er trägt eine rote lederne Militärjacke, die das große Design einer Kapsel auf der Rückseite hat. Er trägt Biker-Jeans, die eine ähnliche Farbe wie seine Jacke haben und dunkelrote Biker-Stiefel. Seine Hände schützt er mit roten Motorradhandschuhen. Unter der Jacke trägt er ein punkes Kurzarm-Poloshirt.
Steckbrief
Geschlecht: Männlich
Geburtstag:
5. September 2014 im Manga
5. Septemer 2003 im Anime
Alter: 16
Größe: 164 cm
Gewicht: 53 kg
Nationalität: Japanisch
Persönlichkeit
Shotaro Kenade ist das Hauptsymbol des Wiederstandes gegen die traditionellen Formen der Autorität, die besonders durch Colonel Shikishima verkörpert wird. Er ist rebellisch und anarchisch geprägt. Seine Motorradkollegen und Klassenkameraden beschreiben ihn als egoistisch, was sich in seinem Verhalten und seinen Taten wiederspiegelt. Er handelt bevor er nachdenkt, was ihn desöfteren in Schwierigkeiten bringt. Zudem hat er eine Affinität zu stehlen.
Shotaro ist mutig, unabhängig und sehr einfühlsam. Er achtet auf die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitglieder seiner Bikerbande. Ein besonderes Auge hat er dabei auf Tetsuo Shima und wird wütend wenn er einen seiner Leute verliert. Shotaro schätzt Loyalität und rachsüchtig, wenn dieses Vertrauen gebrochen wird.
Shotaro Kaneda
Shotaro (正太郎) bedeutet "Gerechtigkeit" und ist die Langform von "Shota". Der Name endet mit 郎, was darauf hinweist, dass er "schlechte manieren" hat. Das deutet bereits auf sein Wesen hin. Im Kontext bedeutet Shotaro wahrscheinlich "junger, rebellischer Junger". Kaneda (金田) steht für "goldenes Reisfeld". Shotaro wird im Film und im Manga öfter "Kaneda" genannt. Benannt wurde er nach dem Protagonisten von Tetsujin 28, Shotaro Kaneda.
Biografie
Die Geschichte von Shotaros früherem Leben ist weitgehend unbekannt. Shotaro lebte im gleichen Waisenhaus wie Tetsuo. Kurz nach seiner Ankunft befreundete er sich mit diesem an. In ihrer Jugend werden sie Mitglieder Bikergang namens "The Capsules", von denen Shotaro der Anführer ist. Besonders bemerkenswert ist Shotaros Motorrad. Während der Verfolgungsjagd mit einer rivalisierenden Bande wird Tetsuo bei einer Kollision mit Takahashi schwer verwundet, während Shotaro und der Rest der Bande von Colonel Shikishimas Männern zur Vernehmung verhaftet werden. Shotaro trifft auf Kei, ein weibliches Mitglied der Widerstandsbewegung, das ihm gefällt. Er versucht sie zu treffen, indem er sie verfolgt, was dazu führt, dass er ihr zweimal das Leben rettet. Nachdem er entdeckt, dass Tetsuo mit seinen neuen psychischen Kräften einen mörderischen Amoklauf gestartet hat, will er diesen persönlich beenden. Shotaro fühlt sich für ihn als Freund, aber auch für Yamagatas Ermordung verantwortlich. Er findet Tetsuo und provoziert ihn zu einer Schlägerei, welche geht, bis Akira erwacht und Neotokyo zerstört. Shotaro wird in ein Energiefeld teleportiert, wird aber von den psibegabten Kindern gerettet. Am Ende hält er die letzten Überreste von Tetsuo physischer Präsenz in den Händen, die eine kleine leuchtende Kugel ist. Er sagt ihm auf Wiedersehen und fährt dann mit Kei und Kaisuke aus den Ruinen der Stadt davon.

Tetsuo Shima
Tetsuo Shima ist der Deuteragonist und Hauptantagonist in Akira. Er repräsentiert die Korruption der Macht. Gesprochen wird er im Japanischen von Nozomu Sasaki. Die englische Synchronisation von 1989 übernahm Jan Rabson. Die 2001er-Variante synchronisierte Joshua Seth.
Tetsuo ist ein leicht untergewichtiger junger Mann mit muskulösem Körper. Seine Haare und Augen sind je nach Lichteinfall sehr dunkelbraun. Sein Haar reicht fast bis zu den Schultern, wenn es nicht wie üblich absteht.
Zu Beginnd es Films trägt er einen sperrigen, hellblauen Parka / Anorak, ähnlich wie im Manga. In Szenen des Regierungskrankenhauses trägt er ein normales Patientenkleid. Nach seiner Flucht ist er in ein ärmelloses Hemd und schwarze Hosen, mit schwarzen Socken und Stiefeln gekleidet. Er hat sich ein abgenutztes rotes Cape um die Schultern gelegt, dass nach dem zweiten Ausbrechen aus dem Krankenhaus aus einer Flagge gerissen wurde.
Steckbrief
Geschlecht: Männlich
Geburtstag:
29. Juli 2015 im Manga
29. Septemer 2004 im Anime
Alter: 15
Größe: 162 cm
Gewicht: 47 kg
Nationalität: Japanisch
Beziehungen: Kaneda Shotaro ist sein bester Freund, Kaori ist seine Freundin
Akira - Der Anime
Der Manga von Akira hat natürlich eine Verfilmung erfahren, die mit zu den Erfolgreichsten im Animebereich gehören. Nachdem 1982 der Manga erschienen war, kam 1988 der Film in die japanischen Kinos und brach sämtliche Zuschauerrekorde. Ein Jahr später kam er in USA.
Die Handlung
Die Handlung unterscheidet sich etwas von der Mangavorlage. Das Grundszenario bleibt das Gleiche: 1988 wurde Tokio in einer gewaltigen Explosion zerstört, mit der Folge des Dritten Weltrkeigs. 31 Jahre Später wird die Stadt von Bürgerunruhen und Studentenaufständen erschüttert. Die Motorradgang von Kaneda macht die Stadt unsicher. Nach einem Motorradunfall werden der Junge Takashi und der verletzte Tetsuo von der Armee mitgenommen. Tetsuo verändert sich bis zum erneuten Treffen mit Kaneda. Zusammen mit Kei, einer Untergrundkämpferin, die Akiras Auferstehung verhindern will, kämpft er gegen das Militär.

Die Unterschiede
(Achtung: Dieser Abschnitt enthält etwas Mangaspoiler)
Es gibt einige Passagen, die Anime nicht erwähnt werden. Dazu gehören zum Beispiel Szenen, die mehr zu den Psi-Kräften der Kinder erläutern. Auch Akiras Existenz wird anders dargestellt und ein ganzer Teil des Mangas erscheint hier gar nicht erst. Nachdem Akira erwacht, wird Tokyo erneut zerstört und das große Tokyoter Reich gegründet. Im Anime findet dieser Aspekt keine Beachtung. Schade, dass solche Abschnitte des Mangas nicht miteinbezogen wurden. Auch Mutter Miyako erscheint gar nicht im Anime, die an sich eine interessante Figur ist. Takashis Tod, der zur erneuten Zerstörung der Stadt durch Akira führt, findet hier gar nicht statt.
(Spoiler Ende)

Die Musik
Die Musik des Films wurde von Shinji Yamashiro komponiert. Sie ist eine interessante Variation aus japischer Klassik und moderne, Synthesizer. Die musikalische Untermalung macht den Film atmosphärisch und spannend.
Fazit
Wer den Manga gelesen hat, vermisst im Anime einiges. Trotzdem hat Katsuhiro Otomo ein bildgewaltiges Werk geschaffen. Der Anime hat trotz allem eine schlüssige Handlung. Aufgrund der Gewalt, ist er nichts für Leute, die kein Blut sehen können. Die philosophisch-wissenschaftskritische Geschichte unterhält und regt auch in heutigen Zeiten zum Nachdenken über Wissenschaftsethik an.
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Claudia Wendt
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