Die Kultur der vordynastischen Zeit [1]

von Claudia Wendt

In diesem Beitrag werden einige kulturelle Aspekte des vordynastischen Zeitalters vorgestellt. Dazu gehören beispielsweise Kleidung, Schrift und Schmuck.
Die Kultur der vordynastischen Zeit
Die Kleidung
Die vordynastischen Ägypter waren dunkelhaarig. Die Männer waren mit einem Fell über den Schultern oder einem kurzen weißen Leinenschutz um die Lenden bekleidet. Frauen trugen lange Gewänder aus Leinen, die von den Schultern bis zu den Knöcheln hinabreichten. In Ägypten finden sich aber auch unbekleidete Statuetten dieses Volkes. Sandalen wurden zu dieser Zeit bereits getragen.
Die Schrift
Das Schriftsystem in Ägypten entwickelte sich sehr früh. Eine Notwendigkeit für das ägyptische Schriftsystem waren die Berechnungen, welche für die Erfindung und die Benutzung des Kalenders notwendig waren. Sie werden bereits für das 5. vorchristliche Jahrtausend belegt. Die Schreiber der 5. Dynastie legten bereits lange Königslisten an von den Königen des Nordens. Auch die des Südreiches wurden wahrscheinlich so dargestellt. Zu Beginn der dynastischen Zeit findet sich bereits eine kursive Schrift. Die Führung Fischen Zeichen für das Nordreich entstanden über einen sehr langen Zeitraum hinweg.
Schmuck
Körper wurden mit Tätowierungen geschmückt. Als Schmuckstücke trug man Finger- und Armringe, Anhänger aus Stein, Elfenbein und Knochen, Perlenketten aus Feuerstein, Quarz, Karneol oder Achat. Die Frauen verzierten ihr Haar Elfenbein kämmen und Haarnadeln. Augenlider und das Gesicht wurden mit Schminke verziert. Männer und Frauen nutzten dafür gleichermaßen Paletten aus bearbeiteten Schiefer, wo grüne Farbe aus Malachit vertrieben wurde. Man baute Hütten aus Schilfgeflecht und bewarf diese mit Lehm. Später nutzte man für den Bau der Häuser auch getrocknete Ziegelsteine.
Narmer-Palette

Vor- und Rückseite der Narmer-Palette, der Schminktafel des Königs Narmer (Menes?). Grüner Schiefer. Aus Hierankopolis. 1. Dynastie um 3400 v. Chr. Kairo, Museum Lizenz: Creativ Commons Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Narmer_Palette.jpg

Die Kunst
Die vordynastischen Kulturen waren bereits mechanisch sehr geschickt und künstlerisch veranlagt. Zum Salben nutzte man Elfenbeinlöffel, die einen reich verzierten Griff mit geschnitzten Tierfiguren hatten. Tongefäße in verschiedensten Formen wurden gefunden, die mit verschiedenen Techniken gefertigt wurden. Man fand geglättete rote und schwarze Tongefäße mit eingeritzt geometrischen Zeichnungen oder Korbmustern. Es finden sich dabei rohe Darstellungen von Schiffen, Menschen, Tieren, Vögeln, Fischen oder Bäumen. Perlen, Anhängsel und anderer Schmuck überzog man mit einem farbigen Glasfluss. Gefunden wurden auch zahlreiche rohe Statuetten, die aus Holz, Elfenbein oder Stein bestanden. Sie bilden den Anfang von plastischer Kunst. Es gibt drei große steinerne Statuetten, die den Gott Min von Koptos darstellen.
Ruderschiffe und Wasservögel - Malerei auf einem vorgeschichtlichen Tongefäß - Breasted

Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001.

Töpferkünste wichen verschiedenen Steinarbeiten. Vom Ende der vordynastischen Zeit finden sich Schalen und Gefäße aus Steinarten, wie zum Beispiel die Diorit und Porphyr. Feuerstein wurde ebenfalls hervorragend bearbeitet.

Messer verzierte Mann Holz-, Elfenbein- oder Goldblechgriffen. Äxte setzte man aus Steinen und Feuersteinen zusammen. Kriegskeulen waren mit einem birnenfarbigen Knauf versehen. Dieser ist auch später in Babylonien verwendet worden. Sie sind die Hauptkriegswaffen dieser Zeit. Es folgte die Verwendung von Waffen und Geräten aus Kupfer. Inzwischen bearbeitete man auch Gold, Silber und Blei. Auf den Kunstgegenständen findet sich eine Darstellung des ägyptischen Elefanten, der zu dieser Zeit noch in Ägypten lebte. Tongefäße auch zeigen Giraffen und Nilpferde. In Zeichnungen sind Jagdszenen der Ägypter dargestellt. Sie finden sich auf Felsen im Niltal. In der Kunst zeigen sich z. B. Jagdboote, die auf dem Nil fuhren.
Bestattungsriten der alten Zeit
In dieser Zeit glaubte man an ein Leben nach dem Tode mit den gleichen Bedürfnissen wie im irdischen Leben. Die Friedhöfe befinden sich zerstreut am Rande der oberägyptischen Wüste. Man hat Tausende von diesen Gräbern wieder geöffnet. Diese sind gewöhnliche, flache, ovale oder rechtwinklige Gruben. Darin liegen die Körper in zusammengekauert Erstellung auf der Seite, eingehüllt in Fell oder einer Art Gewebe. Einmal Sanierung fand noch nicht statt. Unter den Körpern befindet sich eine Matte aus Binsen. In der Hand oder an der Brust trägt der Tote eine Schieferplatte zum Reiben der Augenschminke. Dabei befindet sich meist ein Säckchen mit grünlichen Malachit. Zusätzlich sind die Toten mit Ketten, Kämmen und anderem Schmuck ausgestattet. Zusätzlich sind sie von Ton- oder Steingefäßen umgeben. Darin befinden sich Spuren von Asche oder organischen Stoffen. Dabei handelt es sich um Überreste von Speisen, Getränken und Salben für den Toten im Jenseits.

Man gab Feuersteinwaffen mit ins Grab oder mit Knochenspitzen versehene Harpunen. Dies hatte den Grund, dass der Verschiedene auch im Tode seine Speisekammer mit Jagdbeute füllen konnte. Dazu gab es Tonmodelle von verschiedenen Gegenständen, insbesondere Schiffe. Die ältesten groben sind mit einem Dach von Zweigen Sand- und Kieshaufen bedeckt. Bei späteren Gräbern finden sich rohe, an der Sonne getrocknete Ziegelsteine, mit denen die Stätten verkleidet wurden. Man fand Tonsärge oder große Tonkrüge, die über den in der Grube liegenden Körper gestülpt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass auch hier bereits Götter des Jenseits in gebeten und Zauberformeln angerufen wurden.

In der dynastischen Zeit befinden sich später Bruchstücke der Totentexten in den Pyramiden der 5. und 6. Dynastie aufgezeichnet. Nach Angaben von König Pepi I., der den Tempel von Dendera wieder aufrichten ließ, betonte, dass er damit im Plan eines Heiligtums an neuere, das einst die vordynastischen Könige an dieser Stätte geplant hätten. Damals gab es demnach auch schon Tempel.

Quellen:

vgl. Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001.

Lesen Sie den ganzen Artikel

Claudia Wendt

Hagenow

Zur Person

Claudia Wendt

Weitere Profile

Claudia Wendt