Akira - Katsuhiro Otomo [3]
von Claudia Wendt
Akira ist einer der großartigsten Mangaklassiker, der für die Etablierung der Mangaszene, auch in Deutschland, enorm begünstigte. Gezeichnet wurde der Manga von Katsuhiro Otomo. Er ist ein phänomenales Science-Fiction-Werk, dass jede Menge Lesestoff bietet.
Akira
Am 6. Dezember 1992 löscht die Explosion einer Atombombe Tokyo aus. Diese Katastrophe ist verantwortlich für den dritten Weltkrieg. Der Manga Akira setzt 38 Jahre später ein. Kaneda und Tetsuo gehören zu einer Motorradgang, die die Stadt unsicher macht. Als sie ins Sperrgebiet der Explosion fahren erscheint ein Kind auf der Straße, direkt vor Tetsuos Motorrad. Der versucht auszuweichen und baut dabei einen Unfall. Auf der Stelle tritt das Militär in Aktion, dass den Jungen und Tetsuo sofort einsammelt.

Gefährliche Kräfte
Tetsuo wird von den Militärs behandelt und entwickelt eine mächtige Psikraft. Es gibt wenige andere, die ebenfalls diese Kraft besitzen. Darunter die Jungen: Masaru und Takashi und ein Mädchen: Kyoko. Sie versuchen Tetsuo umzubringen, da er ihrer Meinung nach eine große Gefahr darstellt und Akira erwecken könnte. In das ganze mischt sich dann noch eine Rebellentruppe mit ein, der Kai und Ryu angehören. Sie versuchen zu Beginn des Mangas, Takashi zu befreien und gegen die bestehende Regierung und das Militär vorzugehen.
Das Kind
Tetsuo steigert seine Kräfte durch die Einnahme von Drogen. Er tötet Menschen und begibt sich zu dem Bunker, in dem Akira "auf Eis gelegt ist". Tatsächlich schafft er es, den Psibegabten Jungen Akira aus seinem Schlaf zu wecken. Der Beginn einer weiteren großen Katastrophe ...

Der Zeichenstil
Der Zeichenstil Katsuhiro Otomos ist sehr realistisch gehalten. Es ist erkennbar, dass der Künstler sich sehr von französischen und amerikanischen Künstlern beeinflussen ließ. DIe Augen sind z. B. eher klein und realistisch dargestellt. Er setzt viel auf Schraffuren und in den letzten Bänden bekommt besonders Tetsuo eine surrealistische Darstellung, als sein Körper die Kraft nicht mehr halten kann. Die Geschichte ist düster, mit vielen dunklen Flächen dargestellt. Stadtbilder und Maschinen sind realistisch und extrem detailreich. Dazu kommt die explizite Darstellung von der eskalierenden Gewalt.
Veröffentlichungen
Der Manga erschien von 1982 bis 1990 im "Young Magazine" des Kodansha Verlages. In Amerika veröffentlichten die "Epic Comics" von Marvel die Reihe. Zwischen 1987 und 1988 wurde die Reihe pausiert. 1984 bis 1993 wurde die Reihe, welche 2200 Seiten am Ende umfasste, in sechs Sammelbänden zusammengefasst. 1988 erschien Akira bei Epic Comics, einem Imprint der Marvel Comics. 2000 bis 2002 veröffentlichte Dark Horse eine originalgetreue Fassung. In Frankreich erschien Akira als Hardcover von 200 Seiten pro Band. In Italien und Spanien wurde der Manga ebenfalls veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen basierten auf der bearbeiteten US-Version. In Japan brachte man All Color Kokusaiban Akira (オールカラー国際版) heraus, eine kolorierte US-Fassung des Mangas. Es waren 12 Bände, die zwischen 1998 und 1996 erschienen. Dazu kamen sechs weitere Bände: Sotennenshoku Akira (総天然色), die 2003 bis 2004 erschienen.
Anpassungen für den Westen
In den USA spiegelte man den Manga in westliche Leserichtung. Otomo nahm dafür eigenständig viele Änderungen vor. Dazu gehörte das Entfernen von Sprechblasen und Beschriftungen. Die Zeichnungen, welche darunter lagen, komplettierte Otomo und spiegelte das ganze. Wenn es nicht störte, wurden Zeichnungen in Originalleserichtung gelassen. Mitunter wurden dafür sorgar Bilder entfernt.

Die Farbausgabe
Für die westliche Veröffentlichung erschien eine Farbausgabe von Akira. Dafür wurden die Seiten von Steve Oliff und Olyoptics in den USA koloriert. Die Farbgebung erfolgte mit einer neuartigen computergestützten Technik, die Farbverläufe zuließ. Otomo wählte Steve Oliff selbst für die Aufgabe aus. Dadurch wurde die Reihe an den amerikanischen Comicgeschmack angepasst. Bei Kodansha wurde die englische Übersetzung vorgenommen, die erneut vom amerikanischen Verlag angepasst und von Kodansha noch einmal korrigiert wurde.
Die deutschen Veröffentlichungen
Der Carlsen Verlag brachte 1991 bis 1996 eine bearbeitete US-Fassung von Akira heraus. Insgesamt erschien die Reihe in 19 Bänden. Zusätzlich gab es einen Band 20, der Skizzen zur Serie enthielt. Dadurch wurde Akira zur ersten komplett auf deutsch erschienen Mangareihe. Der Preis war damals mit 30 DM pro Band hoch angesetzt. 2000 bis 2001 kam Akira erneut, in einer sechsbändigen schwarz-weiß Ausgabe heraus. Sie wurde unter dem Titel "Original-Edition" veröffentlicht. Die westliche Leserichtung wurde beibehalten. Im Dezember 2016 kam dann als Höhepunkt der deutschen Veröffentlichungen die limitierte Komplettbox. Sie wurde auf 1991 Stück limitiert und enthielt sechs Softcover-Bände. Diese Sonderausgabe war komplett koloriert. Die Leserichtung wurde dafür nicht geändert.
Fazit
Jeder, der mit dem Begriff Manga etwas anfangen kann, sollte Akira zumindest gelesen haben. Die Mischung des japanischen, mit amerikanisch orientiertem realistischen Zeichenstil ist nicht jedermanns Sache. Dennoch ist Akira ein Werk, dass einen Blick Wert ist. Dieser Manga war einer der Grundbausteine, die in Deutschland die Mangas nach oben gebracht haben. Ein Klassiker, der nicht für jüngere, aber für ein anspruchsvolles Publikum geeignet ist. Wer mit der Gewaltdarstellung Katsuhiro Otomos nicht klarkommt, sollte die Finger davon lassen. Akira ist trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung.
Covergallerie
(Werbung)
Akira Originaledition (Carlsen Verlag)
















Farbausgabe








































Akira - Der Anime
Der Manga von Akira hat natürlich eine Verfilmung erfahren, die mit zu den Erfolgreichsten im Animebereich gehören. Nachdem 1982 der Manga erschienen war, kam 1988 der Film in die japanischen Kinos und brach sämtliche Zuschauerrekorde. Ein Jahr später kam er in USA.
Die Handlung
Die Handlung unterscheidet sich etwas von der Mangavorlage. Das Grundszenario bleibt das Gleiche: 1988 wurde Tokio in einer gewaltigen Explosion zerstört, mit der Folge des Dritten Weltrkeigs. 31 Jahre Später wird die Stadt von Bürgerunruhen und Studentenaufständen erschüttert. Die Motorradgang von Kaneda macht die Stadt unsicher. Nach einem Motorradunfall werden der Junge Takashi und der verletzte Tetsuo von der Armee mitgenommen. Tetsuo verändert sich bis zum erneuten Treffen mit Kaneda. Zusammen mit Kei, einer Untergrundkämpferin, die Akiras Auferstehung verhindern will, kämpft er gegen das Militär.

Die Unterschiede
(Achtung: Dieser Abschnitt enthält etwas Mangaspoiler)
Es gibt einige Passagen, die Anime nicht erwähnt werden. Dazu gehören zum Beispiel Szenen, die mehr zu den Psi-Kräften der Kinder erläutern. Auch Akiras Existenz wird anders dargestellt und ein ganzer Teil des Mangas erscheint hier gar nicht erst. Nachdem Akira erwacht, wird Tokyo erneut zerstört und das große Tokyoter Reich gegründet. Im Anime findet dieser Aspekt keine Beachtung. Schade, dass solche Abschnitte des Mangas nicht miteinbezogen wurden. Auch Mutter Miyako erscheint gar nicht im Anime, die an sich eine interessante Figur ist. Takashis Tod, der zur erneuten Zerstörung der Stadt durch Akira führt, findet hier gar nicht statt.
(Spoiler Ende)

Die Musik
Die Musik des Films wurde von Shinji Yamashiro komponiert. Sie ist eine interessante Variation aus japischer Klassik und moderne, Synthesizer. Die musikalische Untermalung macht den Film atmosphärisch und spannend.
Fazit
Wer den Manga gelesen hat, vermisst im Anime einiges. Trotzdem hat Katsuhiro Otomo ein bildgewaltiges Werk geschaffen. Der Anime hat trotz allem eine schlüssige Handlung. Aufgrund der Gewalt, ist er nichts für Leute, die kein Blut sehen können. Die philosophisch-wissenschaftskritische Geschichte unterhält und regt auch in heutigen Zeiten zum Nachdenken über Wissenschaftsethik an.


(Werbung)
Akira - Die Artbooks
Zum erfolgreichen Manga Akira von Katsuhiro Otomo erschien das Artbook Akira Club. Das Artbook wurde im Carlsen Verlag veröffentlicht.
Akira Club
Enthalten sind in dem Artbook Coverillustrationen, Skizzen und eine Übersicht über das Merchandising, dass rund um Akira entstanden ist. Ergänzt wird das Ganze durch Skizzen und ein Interview mit Kasuhiro Otomo.

Der Großteil des Buches besteht aus farbigen Titelillustrationen, chronologisch geordnet. Die Kommentare von Otomo sind leider nicht sehr originell. Einiges Material des Artbooks erschien bereits in der älteren Mangaversion in Band 20.


(Werbung)
Akira Mechanix 2019 ist eine Sammlung von Illustrationen zum Akira Anime. Dieses Buch spezialisiert sich allerdings auf die technischen Aspekte, wie zum Beispiel die Motorräder und andere technische Pläne. Der Beitrag stellt außerdem das Akira Portfolio vor, sowie das Buch Akira Animation Archives.
Akira Mechanix 2019
Das Buch unterteilt sich in 20 Kapitel. Enthalten sind Fotos und Vignetten, welche für Werbung und Produkte verwendet wurden. Weitere Illustrationen zeigen Charaktere und technische Entwürfe von Fahrzeugen und Waffen, die im Film verwendet wurden. Andere japanische kreative illustrationen und Bilder, die von Akira inspiriert wurden, werden zusätzlich präsentiert. Für Fans gibt es genaue Informationen über Kandeas Bike, die Mechanik, die Inspiration, Pläne und Arbeitsmodelle. Skizzen zeigen Neo Tokyo und Umgebung. Zusätzlich enthalten sind Feedbacks der Mitarbeiter zu ihren Rollen im Film und die Inspiration für Neo Tokyo.
Das Buch erschien 1988 bei Bandai, vollständig in Farbe. Das Format war 8.2'' x 11,5''
ISBN: 978-4-89189-348-4

Akira Portfolio
Im Akira Portfolio werden sechs Motive von Akira präsentiert. Die Bilder sind auf Hochglanzpapier gedruckt. Das Format ist 26x38,5. Die Bilder werden durch Zwischenlegpapier abgetrennt, auf dem sich jeweils ein Schwarzweißdruck befindet. Die Portfolios sind in einer stabilen Mappe untergebraucht, die einen stabilen Pappboden hat. Es erschin bei Norma Editorial 1985.
In Amerika kam es bei Dark Horse heraus.

Akira Animation Archives
Die Akira Animation Archives Artbook enthält Charakterzeichnungen, Storyboards und Cels, sowie verschiedene Hintergrundinformationen zum Anime Akira. Es erschien 2002 im Kodanshaverlag und hat 194 Seiten DIN A4-Format. Das Buch ist nur auf japanisch erschienen und gibt einen Einblick in die Vorbereitungen bei der Filmentstehung.




Akira - Die Soundtracks
Die Soundtracks von Geinoh Yamashirogumi machen das Meisterwerk Akira erst zu dem, was sie sind. Insgesamt erschienen drei Soundtracks, die original von Geinoh Yamashirogumi stammen.
Geinoh Yamashirogumi - Ecophony Rinne
Ecophony Rinne erschien 1986. Es enthält 4 Titel, die auf dem Konzept vom Zyklus Geburt, Tod und Wiedergeburt basiert, produziert von Shoji Yamashiro. Kreiert wurde die Komposition von Geinoh Yamashirogumi. Die Aufnahmen setzen sich aus traditioneller Musik verschiedener Kulturen zusammen und verschmelzen zu einer Einheit. Über 200 Interpreten haben an der Umsetzung der Komposition gearbeitet. Die Musik ist stark ostasiatisch geprägt und enthält buddhistische Shomyo-Gesänge, japanische Trommeln, balinesische Gamelan, Noh-Musik, tibetische Percussion und Synthesizern, die dynamische und dramatische Effekte hinzufügen.


Ecophony Rinne - Die Titel
Enthalten sind folgende Titel:
Primordial Germination (11:43)
Falling As Flowers Do - Dying A Glorious Death (7:51)
Dark Slumber (5:07)
Reincarnation (13:36)
Gesamtwiedergabe: 38:31
Geinoh Yamashirogumi - Symphonic Suite Akira
Der Soundtrack von Akira ist einzigartig und mit einem außergewöhnlichen Soundtrack unterspielt. Er ist futuristisch, modern und Bestandteil dieses bahnbrechenden Films. Er enthält eine Kakophonie der Unordnung und Raserei. 10 überragende Instrumentaltitel finden sich auf dieser CD. Geinoh Yamashirogumi kreierte auch diesen Soundtrack. Shoji Yasmashiro produzierte ihn und er erschien 1988.
Otomo selbst, war sich nicht sicher ob die Yamashiro Künstlergruppe den Auftrag für Akira übernehmen würde, da diese sonst keine Soundtracks für Filme schufen. Sie nahmen den Auftrag an und schufen mit ihrem taikoartigem Trommeln und der kraftvollen, resonanten, maskulinen Chormusik für ein Neo-Tokyo des 21. Jahrhunderts, passende Untermalung. Die Musik passt zum technologischen Fortschritt der Zeit. Tetsuo wird bereits durch die passende Musik über seine Kumpel in Kanedas Bande herausgehoben, passend zu seiner Verwandlung.


Symphonic Suite Akira - Die Titel
Kaneda (3:10)
Battle Against Clown (3:36)
Winds Over Neo-Tokyo (2:48)
Tetsuo (10:18)
Doll's Polyphony (2:55)
Shohmyoh (10:11)
Mutation (4:49)
Exodus From the Underground Fortress (3:18)
Illusion (13:56)
Requiem (14:26)
Geinoh Yamashirogumi - Ecophony Gaya
Dieser Soundtrack ist eine großartige, spirituelle Reise. Er speist sich aus einer Mischung traditioneller Percussive Musik und Progressive Rock, verbunden mit Electornic New Age. Chaos präsentiert sich mit einer Symphonie von Gamelans und endet mit Midi-Experimenten. Genesis überwäldigt mit einem erstaunlichen Chor und atemberaubenden Gesang. Kataostrphe arbeitet mit Synthesizer und elektronischem Bass. Disco gehört zu den schwereren, dunkleren Sons auf dem Album. Gaia ist leichter, abgehobener. Das Album ist vor allem eine Zusammenarbeit von Synthesize und Drums. Das Album erschin 1990. Geschaffen von Geinoh Yamashirogumi, produzierte Shoji Yamashiro das Album.
Ecophony Gaya - Die Titel
Chaos (13:58)
Genesis (11:03)
Euphony (17:29)
Catastrophe (8:33)
Disco (8:39)
Gaia (10:53)
Akira - Original Motion Picture Soundtack
Dieses Album ist kein Soundtrack von Geinoh Yamashirogumi. Es handelt sich um einen Mix aus Audioabschnitten des Films. Es erschien 1988 und enthält folgende Titel:
Kaneda (9:56)
Tetsuo I (12:36)
Tetsuo II (12:33)
Akira (7:56)


Fazit
Die Soundtracks von Akira, an denen Geinoh Yamashirogumi mitgearbeitet hat, sind überragend und machen aus Akira das Meisterwerk, zu dem es geworden ist. Der futuristische Sound ist abgehoben und die Chöre lassen ihn nicht von dieser Welt erscheinen. Die Kombination kultureller Vielfalt macht ihn zu einem einzigartigen Meisterwerk. bei dem es sich definitiv lohnt reinzuhören. Den vierte OST würde ich nur denen Empfehlen, die unbedingt alles zu Akira sammeln wollen. Wer jedoch Wert auf Akiraszenen legt, sollte sich dann doch lieber den Film einlegen und die Kombination aus Bild und Sound genießen.
Lesen Sie den ganzen Artikel
Akira
Am 6. Dezember 1992 löscht die Explosion einer Atombombe Tokyo aus. Diese Katastrophe ist verantwortlich für den dritten Weltkrieg. Der Manga Akira setzt 38 Jahre später ein. Kaneda und Tetsuo gehören zu einer Motorradgang, die die Stadt unsicher macht. Als sie ins Sperrgebiet der Explosion fahren erscheint ein Kind auf der Straße, direkt vor Tetsuos Motorrad. Der versucht auszuweichen und baut dabei einen Unfall. Auf der Stelle tritt das Militär in Aktion, dass den Jungen und Tetsuo sofort einsammelt.

Gefährliche Kräfte
Tetsuo wird von den Militärs behandelt und entwickelt eine mächtige Psikraft. Es gibt wenige andere, die ebenfalls diese Kraft besitzen. Darunter die Jungen: Masaru und Takashi und ein Mädchen: Kyoko. Sie versuchen Tetsuo umzubringen, da er ihrer Meinung nach eine große Gefahr darstellt und Akira erwecken könnte. In das ganze mischt sich dann noch eine Rebellentruppe mit ein, der Kai und Ryu angehören. Sie versuchen zu Beginn des Mangas, Takashi zu befreien und gegen die bestehende Regierung und das Militär vorzugehen.
Das Kind
Tetsuo steigert seine Kräfte durch die Einnahme von Drogen. Er tötet Menschen und begibt sich zu dem Bunker, in dem Akira "auf Eis gelegt ist". Tatsächlich schafft er es, den Psibegabten Jungen Akira aus seinem Schlaf zu wecken. Der Beginn einer weiteren großen Katastrophe ...

Der Zeichenstil
Der Zeichenstil Katsuhiro Otomos ist sehr realistisch gehalten. Es ist erkennbar, dass der Künstler sich sehr von französischen und amerikanischen Künstlern beeinflussen ließ. DIe Augen sind z. B. eher klein und realistisch dargestellt. Er setzt viel auf Schraffuren und in den letzten Bänden bekommt besonders Tetsuo eine surrealistische Darstellung, als sein Körper die Kraft nicht mehr halten kann. Die Geschichte ist düster, mit vielen dunklen Flächen dargestellt. Stadtbilder und Maschinen sind realistisch und extrem detailreich. Dazu kommt die explizite Darstellung von der eskalierenden Gewalt.
Veröffentlichungen
Der Manga erschien von 1982 bis 1990 im "Young Magazine" des Kodansha Verlages. In Amerika veröffentlichten die "Epic Comics" von Marvel die Reihe. Zwischen 1987 und 1988 wurde die Reihe pausiert. 1984 bis 1993 wurde die Reihe, welche 2200 Seiten am Ende umfasste, in sechs Sammelbänden zusammengefasst. 1988 erschien Akira bei Epic Comics, einem Imprint der Marvel Comics. 2000 bis 2002 veröffentlichte Dark Horse eine originalgetreue Fassung. In Frankreich erschien Akira als Hardcover von 200 Seiten pro Band. In Italien und Spanien wurde der Manga ebenfalls veröffentlicht. Diese Veröffentlichungen basierten auf der bearbeiteten US-Version. In Japan brachte man All Color Kokusaiban Akira (オールカラー国際版) heraus, eine kolorierte US-Fassung des Mangas. Es waren 12 Bände, die zwischen 1998 und 1996 erschienen. Dazu kamen sechs weitere Bände: Sotennenshoku Akira (総天然色), die 2003 bis 2004 erschienen.
Anpassungen für den Westen
In den USA spiegelte man den Manga in westliche Leserichtung. Otomo nahm dafür eigenständig viele Änderungen vor. Dazu gehörte das Entfernen von Sprechblasen und Beschriftungen. Die Zeichnungen, welche darunter lagen, komplettierte Otomo und spiegelte das ganze. Wenn es nicht störte, wurden Zeichnungen in Originalleserichtung gelassen. Mitunter wurden dafür sorgar Bilder entfernt.

Die Farbausgabe
Für die westliche Veröffentlichung erschien eine Farbausgabe von Akira. Dafür wurden die Seiten von Steve Oliff und Olyoptics in den USA koloriert. Die Farbgebung erfolgte mit einer neuartigen computergestützten Technik, die Farbverläufe zuließ. Otomo wählte Steve Oliff selbst für die Aufgabe aus. Dadurch wurde die Reihe an den amerikanischen Comicgeschmack angepasst. Bei Kodansha wurde die englische Übersetzung vorgenommen, die erneut vom amerikanischen Verlag angepasst und von Kodansha noch einmal korrigiert wurde.
Die deutschen Veröffentlichungen
Der Carlsen Verlag brachte 1991 bis 1996 eine bearbeitete US-Fassung von Akira heraus. Insgesamt erschien die Reihe in 19 Bänden. Zusätzlich gab es einen Band 20, der Skizzen zur Serie enthielt. Dadurch wurde Akira zur ersten komplett auf deutsch erschienen Mangareihe. Der Preis war damals mit 30 DM pro Band hoch angesetzt. 2000 bis 2001 kam Akira erneut, in einer sechsbändigen schwarz-weiß Ausgabe heraus. Sie wurde unter dem Titel "Original-Edition" veröffentlicht. Die westliche Leserichtung wurde beibehalten. Im Dezember 2016 kam dann als Höhepunkt der deutschen Veröffentlichungen die limitierte Komplettbox. Sie wurde auf 1991 Stück limitiert und enthielt sechs Softcover-Bände. Diese Sonderausgabe war komplett koloriert. Die Leserichtung wurde dafür nicht geändert.
Fazit
Jeder, der mit dem Begriff Manga etwas anfangen kann, sollte Akira zumindest gelesen haben. Die Mischung des japanischen, mit amerikanisch orientiertem realistischen Zeichenstil ist nicht jedermanns Sache. Dennoch ist Akira ein Werk, dass einen Blick Wert ist. Dieser Manga war einer der Grundbausteine, die in Deutschland die Mangas nach oben gebracht haben. Ein Klassiker, der nicht für jüngere, aber für ein anspruchsvolles Publikum geeignet ist. Wer mit der Gewaltdarstellung Katsuhiro Otomos nicht klarkommt, sollte die Finger davon lassen. Akira ist trotzdem eine unbedingte Leseempfehlung.
Covergallerie
(Werbung)
Akira Originaledition (Carlsen Verlag)
Farbausgabe
Akira - Der Anime
Der Manga von Akira hat natürlich eine Verfilmung erfahren, die mit zu den Erfolgreichsten im Animebereich gehören. Nachdem 1982 der Manga erschienen war, kam 1988 der Film in die japanischen Kinos und brach sämtliche Zuschauerrekorde. Ein Jahr später kam er in USA.
Die Handlung
Die Handlung unterscheidet sich etwas von der Mangavorlage. Das Grundszenario bleibt das Gleiche: 1988 wurde Tokio in einer gewaltigen Explosion zerstört, mit der Folge des Dritten Weltrkeigs. 31 Jahre Später wird die Stadt von Bürgerunruhen und Studentenaufständen erschüttert. Die Motorradgang von Kaneda macht die Stadt unsicher. Nach einem Motorradunfall werden der Junge Takashi und der verletzte Tetsuo von der Armee mitgenommen. Tetsuo verändert sich bis zum erneuten Treffen mit Kaneda. Zusammen mit Kei, einer Untergrundkämpferin, die Akiras Auferstehung verhindern will, kämpft er gegen das Militär.

Die Unterschiede
(Achtung: Dieser Abschnitt enthält etwas Mangaspoiler)
Es gibt einige Passagen, die Anime nicht erwähnt werden. Dazu gehören zum Beispiel Szenen, die mehr zu den Psi-Kräften der Kinder erläutern. Auch Akiras Existenz wird anders dargestellt und ein ganzer Teil des Mangas erscheint hier gar nicht erst. Nachdem Akira erwacht, wird Tokyo erneut zerstört und das große Tokyoter Reich gegründet. Im Anime findet dieser Aspekt keine Beachtung. Schade, dass solche Abschnitte des Mangas nicht miteinbezogen wurden. Auch Mutter Miyako erscheint gar nicht im Anime, die an sich eine interessante Figur ist. Takashis Tod, der zur erneuten Zerstörung der Stadt durch Akira führt, findet hier gar nicht statt.
(Spoiler Ende)

Die Musik
Die Musik des Films wurde von Shinji Yamashiro komponiert. Sie ist eine interessante Variation aus japischer Klassik und moderne, Synthesizer. Die musikalische Untermalung macht den Film atmosphärisch und spannend.
Fazit
Wer den Manga gelesen hat, vermisst im Anime einiges. Trotzdem hat Katsuhiro Otomo ein bildgewaltiges Werk geschaffen. Der Anime hat trotz allem eine schlüssige Handlung. Aufgrund der Gewalt, ist er nichts für Leute, die kein Blut sehen können. Die philosophisch-wissenschaftskritische Geschichte unterhält und regt auch in heutigen Zeiten zum Nachdenken über Wissenschaftsethik an.
(Werbung)
Akira - Die Artbooks
Zum erfolgreichen Manga Akira von Katsuhiro Otomo erschien das Artbook Akira Club. Das Artbook wurde im Carlsen Verlag veröffentlicht.
Akira Club
Enthalten sind in dem Artbook Coverillustrationen, Skizzen und eine Übersicht über das Merchandising, dass rund um Akira entstanden ist. Ergänzt wird das Ganze durch Skizzen und ein Interview mit Kasuhiro Otomo.

Der Großteil des Buches besteht aus farbigen Titelillustrationen, chronologisch geordnet. Die Kommentare von Otomo sind leider nicht sehr originell. Einiges Material des Artbooks erschien bereits in der älteren Mangaversion in Band 20.
(Werbung)
Akira Mechanix 2019 ist eine Sammlung von Illustrationen zum Akira Anime. Dieses Buch spezialisiert sich allerdings auf die technischen Aspekte, wie zum Beispiel die Motorräder und andere technische Pläne. Der Beitrag stellt außerdem das Akira Portfolio vor, sowie das Buch Akira Animation Archives.
Akira Mechanix 2019
Das Buch unterteilt sich in 20 Kapitel. Enthalten sind Fotos und Vignetten, welche für Werbung und Produkte verwendet wurden. Weitere Illustrationen zeigen Charaktere und technische Entwürfe von Fahrzeugen und Waffen, die im Film verwendet wurden. Andere japanische kreative illustrationen und Bilder, die von Akira inspiriert wurden, werden zusätzlich präsentiert. Für Fans gibt es genaue Informationen über Kandeas Bike, die Mechanik, die Inspiration, Pläne und Arbeitsmodelle. Skizzen zeigen Neo Tokyo und Umgebung. Zusätzlich enthalten sind Feedbacks der Mitarbeiter zu ihren Rollen im Film und die Inspiration für Neo Tokyo.
Das Buch erschien 1988 bei Bandai, vollständig in Farbe. Das Format war 8.2'' x 11,5''
ISBN: 978-4-89189-348-4

Akira Portfolio
Im Akira Portfolio werden sechs Motive von Akira präsentiert. Die Bilder sind auf Hochglanzpapier gedruckt. Das Format ist 26x38,5. Die Bilder werden durch Zwischenlegpapier abgetrennt, auf dem sich jeweils ein Schwarzweißdruck befindet. Die Portfolios sind in einer stabilen Mappe untergebraucht, die einen stabilen Pappboden hat. Es erschin bei Norma Editorial 1985.
In Amerika kam es bei Dark Horse heraus.

Akira Animation Archives
Die Akira Animation Archives Artbook enthält Charakterzeichnungen, Storyboards und Cels, sowie verschiedene Hintergrundinformationen zum Anime Akira. Es erschien 2002 im Kodanshaverlag und hat 194 Seiten DIN A4-Format. Das Buch ist nur auf japanisch erschienen und gibt einen Einblick in die Vorbereitungen bei der Filmentstehung.




Akira - Die Soundtracks
Die Soundtracks von Geinoh Yamashirogumi machen das Meisterwerk Akira erst zu dem, was sie sind. Insgesamt erschienen drei Soundtracks, die original von Geinoh Yamashirogumi stammen.
Geinoh Yamashirogumi - Ecophony Rinne
Ecophony Rinne erschien 1986. Es enthält 4 Titel, die auf dem Konzept vom Zyklus Geburt, Tod und Wiedergeburt basiert, produziert von Shoji Yamashiro. Kreiert wurde die Komposition von Geinoh Yamashirogumi. Die Aufnahmen setzen sich aus traditioneller Musik verschiedener Kulturen zusammen und verschmelzen zu einer Einheit. Über 200 Interpreten haben an der Umsetzung der Komposition gearbeitet. Die Musik ist stark ostasiatisch geprägt und enthält buddhistische Shomyo-Gesänge, japanische Trommeln, balinesische Gamelan, Noh-Musik, tibetische Percussion und Synthesizern, die dynamische und dramatische Effekte hinzufügen.
Ecophony Rinne - Die Titel
Enthalten sind folgende Titel:
Primordial Germination (11:43)
Falling As Flowers Do - Dying A Glorious Death (7:51)
Dark Slumber (5:07)
Reincarnation (13:36)
Gesamtwiedergabe: 38:31
Geinoh Yamashirogumi - Symphonic Suite Akira
Der Soundtrack von Akira ist einzigartig und mit einem außergewöhnlichen Soundtrack unterspielt. Er ist futuristisch, modern und Bestandteil dieses bahnbrechenden Films. Er enthält eine Kakophonie der Unordnung und Raserei. 10 überragende Instrumentaltitel finden sich auf dieser CD. Geinoh Yamashirogumi kreierte auch diesen Soundtrack. Shoji Yasmashiro produzierte ihn und er erschien 1988.
Otomo selbst, war sich nicht sicher ob die Yamashiro Künstlergruppe den Auftrag für Akira übernehmen würde, da diese sonst keine Soundtracks für Filme schufen. Sie nahmen den Auftrag an und schufen mit ihrem taikoartigem Trommeln und der kraftvollen, resonanten, maskulinen Chormusik für ein Neo-Tokyo des 21. Jahrhunderts, passende Untermalung. Die Musik passt zum technologischen Fortschritt der Zeit. Tetsuo wird bereits durch die passende Musik über seine Kumpel in Kanedas Bande herausgehoben, passend zu seiner Verwandlung.
Symphonic Suite Akira - Die Titel
Kaneda (3:10)
Battle Against Clown (3:36)
Winds Over Neo-Tokyo (2:48)
Tetsuo (10:18)
Doll's Polyphony (2:55)
Shohmyoh (10:11)
Mutation (4:49)
Exodus From the Underground Fortress (3:18)
Illusion (13:56)
Requiem (14:26)
Geinoh Yamashirogumi - Ecophony Gaya
Dieser Soundtrack ist eine großartige, spirituelle Reise. Er speist sich aus einer Mischung traditioneller Percussive Musik und Progressive Rock, verbunden mit Electornic New Age. Chaos präsentiert sich mit einer Symphonie von Gamelans und endet mit Midi-Experimenten. Genesis überwäldigt mit einem erstaunlichen Chor und atemberaubenden Gesang. Kataostrphe arbeitet mit Synthesizer und elektronischem Bass. Disco gehört zu den schwereren, dunkleren Sons auf dem Album. Gaia ist leichter, abgehobener. Das Album ist vor allem eine Zusammenarbeit von Synthesize und Drums. Das Album erschin 1990. Geschaffen von Geinoh Yamashirogumi, produzierte Shoji Yamashiro das Album.
Ecophony Gaya - Die Titel
Chaos (13:58)
Genesis (11:03)
Euphony (17:29)
Catastrophe (8:33)
Disco (8:39)
Gaia (10:53)
Akira - Original Motion Picture Soundtack
Dieses Album ist kein Soundtrack von Geinoh Yamashirogumi. Es handelt sich um einen Mix aus Audioabschnitten des Films. Es erschien 1988 und enthält folgende Titel:
Kaneda (9:56)
Tetsuo I (12:36)
Tetsuo II (12:33)
Akira (7:56)
Fazit
Die Soundtracks von Akira, an denen Geinoh Yamashirogumi mitgearbeitet hat, sind überragend und machen aus Akira das Meisterwerk, zu dem es geworden ist. Der futuristische Sound ist abgehoben und die Chöre lassen ihn nicht von dieser Welt erscheinen. Die Kombination kultureller Vielfalt macht ihn zu einem einzigartigen Meisterwerk. bei dem es sich definitiv lohnt reinzuhören. Den vierte OST würde ich nur denen Empfehlen, die unbedingt alles zu Akira sammeln wollen. Wer jedoch Wert auf Akiraszenen legt, sollte sich dann doch lieber den Film einlegen und die Kombination aus Bild und Sound genießen.
Lesen Sie den ganzen Artikel
Claudia Wendt
Keine Verbindung
Verbindung wird wiederhergestellt
Etwas ist schiefgelaufen
Wir sind gleich wieder da