Birk Grüling

Bildungsjournalist, schreibender Papa, Spielplatzheld, Buchholz

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Ohne Warteschlange

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Einkaufen war gestern. Im Supermarkt der Zukunft nehmen uns Roboter, mitdenkende Regale und selbst navigierende Einkaufswagen die Arbeit ab. Es wird auch der Abschied von der Supermarktkasse - samt Schlange.

Quizfrage: Wann eröffnete in Deutschland der erste Supermarkt: vor 250, 100 oder 60 Jahren? Die letzte Antwort ist richtig. Bis dahin wurde man noch an einer Theke bedient. Auf einmal durften sich die Kunden die Waren selbst aus den Regalen nehmen - eine Sensation. Und heute? Wird die Einkaufsliste in einer App notiert und kann von denen, die zu Hause bleiben, noch aktualisiert werden - während der, der einkauft, schon durch die Regalreihen streift. In Zukunft übernimmt auch der Kühlschrank die Einkaufsliste: Er ist mit einer App verbunden, und wenn Milch oder Butter aufgebraucht sind, meldet er das oder bestellt sogar gleich selbst. In Läden ändert sich schon jetzt viel: In Japan arbeiten zum Beispiel bereits Roboter als Verkäufer. Sie sprechen Kunden an, kümmern sich um Bestellungen. Sie können sogar Witze erzählen. In Deutschland gibt es ähnliche Versuche. In einem Hamburger Elektromarkt helfen Roboter dem Kunden dabei, Druckerpatronen oder Videospiele zu finden.

Lange Warteschlangen an den Kassen? Vorbei. Bezahlt wird automatisch

Genau das Gleiche kann der Einkaufswagen der Zukunft. Er verbindet sich mit der digitalen Einkaufsliste und zeigt auf einem kleinen Bildschirm den schnellsten Weg zu dem, was draufsteht. Dort weist er auch auf Sonderangebote hin oder schlägt passende Kochrezepte vor. Alles, was im Wagen landet, streicht er von der Liste. Sind Müsli oder Katzenstreu ausverkauft, meldet er das dem Händler, der es dann nach Hause liefert. Sogar die Regale im Supermarkt werden intelligenter: Auf Wunsch verraten sie, welche Äpfel besonders süß schmecken oder woher die Eier stammen. Was nicht mehr so lang haltbar ist, bekommt einen günstigeren Preis. Und lange in der Schlange stehen muss bald auch niemand mehr: Eine App erkennt, was im Einkaufswagen liegt, bezahlt wird automatisch beim Rausgehen. Einziger Nachteil: Die Kaugummis kurz vor der Kasse, die gibt es im Supermarkt der Zukunft dann wohl nicht mehr.

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