Der Abschied von Hannes Brock hat begonnen

von Andreas Schröter

Der Abschied von Hannes Brock hat begonnen
Hannes Brock

Hannes Brock. Foto: Björn Hickmann/Stage Picture

Mit der Gala „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ begann am Samstagabend im ausverkauften Opernhaus der langsame Abschied von Kammersänger Hannes Brock (65), der mit Ablauf der Spielzeit in den Ruhestand geht.

Langsam deswegen, weil die Gala am 29. April wiederholt wird – und ebenfalls bereits ausverkauft ist – und weil mit „Frau Luna“ und „Hairspray“ noch einige Zeit zwei Produktionen auf dem Spielplan stehen, an denen Hannes Brock beteiligt ist. Außerdem kündigte der Sänger an, es werde auch in der nächsten Spielzeit unter dem dann neuen Intendanten Heribert Germeshausen eine Hannes-Brock-Gala geben.

Wer sich ein wenig für das Dortmunder Musiktheater interessiert, wird den Namen Hannes Brock unweigerlich mit der allerersten Produktion in Verbindung bringen, an der er 1992 als Zaza beteiligt war: La Cage aux Folles. Kein Wunder also, dass er auch am Samstag gleich zwei Songs daraus sang: „Mascara“ und natürlich den größten Hit: „I am what I am“. Zusätzlich spielten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philipp Armbruster die Ouvertüre daraus. Sie begleiteten den gesamten Abend.
Vielseitige Songauswahl
Hannes Brock bemühte sich in seiner Songauswahl um Abwechslung, und so gab’s nicht nur Musical-Hits zu hören, sondern beispielsweise auch den Grönemeyer-Song „Der Weg“ oder den Rocksong „Forever Young“ von Bob Dylan. Nicht immer hatte man dabei allerdings den Eindruck, dass Hannes Brock für eine solche Art von Musik die Idealbesetzung wäre.

Anderes dagegen lag ihm deutlich besser: wie „Man of La Mancha“ aus dem gleichnamigen Musical von Mitch Leigh, Dale Wasserman und Joe Darion oder „Can you feel the Love tonight“ von Elton John aus „Der König der Löwen“. Brock forderte die Zuschauer auf, dazu ihre leuchtenden Handys zu schwenken – und viele taten’s.
Emily Newton und Morgan Moody aus dem Ensemble der Dortmunder Oper bereicherten den Abend. Newton im silbernen Glitzerkleid unter anderem mit dem Song „Goldfinger“ aus einem James-Bond-Film und Moody mit „Where is the Life that late I led“ aus „Kiss me Kate“.
Plaudereien zwischendurch
Wie es Hannes Brocks Art ist (zum Beispiel in den Operetten- und Ballett-Galas), plauderte er zwischendurch immer mal wieder über dieses und jenes. Und so erfuhren sie Zuschauer, dass er sich demnächst einen Hund und eine neue Küche anschaffen werde, jedoch Japanisch in der VHS oder Nordic Walking als Beschäftigungen für den Ruhestand weniger abgewinnen könne. Und er gab zu, nicht alle Produktionen, an denen er in 25 Jahren Dortmund beteiligt gewesen war, für gelungen gehalten zu haben. „Kiss of a Spiderwoman“ und „Cabaret“ mochte er nicht.

Der Noch-Opernintendant Daniel Herzog bedankte sich auf der Bühne bei Hannes Brock. Er sei ein Kollege, der stets mit Rat und Tat geholfen, sich dabei aber nie aufgedrängt habe. Er, Herzog, sei froh, ihn im Ensemble gehabt zu haben. Nach drei Zugaben (unter anderem „My Way“ von Frank Sinatra und „Kaisers Lied“ aus dem Weißen) endete der Abend im Ovationen im Stehen.

Andreas Schröter

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