Holocaust-Gedenktag im Museum Ostwall

von Andreas Schröter

Holocaust-Gedenktag im Museum Ostwall
Holocaust

Wolf Vostell, TEK (Thermoelektronischer Kaugummi), 1970 - zu sehen beim Holocaust-Gedenktag. Foto: Jürgen Spiler

Am Samstag, 27. Januar 2018 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 73. Mal. Wie in jedem Jahr plant das Dortmunder Bündnis gegen Rechts eine Gedenkveranstaltung mit Kulturprogramm. Gastgeber ist diesmal das Museum Ostwall im Dortmunder U, dessen Kunstwerk „TEK – Thermoelektronischer Kaugummi“ von Wolf Vostell an die Lager der Vergangenheit und der Gegenwart gemahnt.

„TEK“ ist Teil der aktuellen Sammlungspräsentation „Fast wie im echten Leben“. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie das Leben die Kunst und die Kunst das Leben beeinflusst. Vostells Rauminstallation ist eingebunden in das Kapitel „Freund oder Feind? ‚Wir‘ und ‚die Anderen‘“. Dieser Teil der Ausstellung widmet sich den Ein- und Ausschlüssen, die jedes Kollektiv – sei es ein religiöses, ein nationales oder ein kulturelles – stiftet. Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind führt im Alltag oft zu Sprachlosigkeit und Isolation, im schlimmeren Fall zu Gewalt und Krieg.
Begehbare Installation
Wolf Vostell (1932-1998) schuf seine begehbare Installation „TEK“ im Jahr 1970. Sie führt den Besucher durch ein Stacheldrahtgehege. Der Boden ist mit Besteck bedeckt, der Gang ist unsicher. Aus Koffern tönt manchmal unerwartet ein Zuggeräusch. Manche fühlen sich an die Konzentrationslager des Nationalsozialismus erinnert, andere denken an die Flüchtlingslager der Gegenwart. Auch wenn Vostells Werk durch die Auseinandersetzung mit der Shoa geprägt ist, verstand er sich als Künstler, der die Gegenwart mit gestaltet. Die Intention seiner oft brutalen Werke ist politisch. Er sagt: „Der Mensch wird freier, wenn seine Erniedrigung dokumentiert anstatt verschwiegen wird.“

„Die Auseinandersetzung mit der Shoa ist im Werk Wolf Vostells sehr präsent. Sein Werk ,TEK‘ ist als Mahnung zu verstehen, die Vergangenheit nicht zu vergessen und aus ihr für die Gegenwart zu lernen“, sagt Edwin Jacobs, Direktor des Dortmunder U.
Bündnis Dortmund gegen Rechts organisiert Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag
In diesem Sinne erinnert das Bündnis Dortmund gegen Rechts am Holocaust-Gedenktag an die Leiden derer, die in Auschwitz inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden. Die Veranstaltung beginnt im Erdgeschoss des Dortmunder U; der Hauptteil des Programms findet unmittelbar vor der Installation TEK in der Ausstellungsfläche des Museums Ostwall statt (Ebene 5).

Ula Richter, Sprecherin des Dortmunder Bündnisses gegen Rechts: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer Gedenkveranstaltung in diesem Jahr im Museum Ostwall im Dortmunder U zu Gast sein dürfen. Wolf Vostells Installation bietet den perfekten Rahmen, derer zu gedenken, die der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind.“

Zum Programm:

· Beginn um 12 Uhr im Erdgeschoss des Dortmunder U

· Auftakt mit inclusion4real, Rap-Formation aus Duisburg

· Begrüßung: Edwin Jacobs, Direktor des Dortmunder U

· Redebeitrag von Ula Richter für das Bündnis Dortmund gegen Rechts und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschist/innen.

· Musikbeitrag von Peter Sturm (Klezmer)

· Lesung von Claus Dieter Clausnitzer, Schauspieler (Paul Celans „Todesfuge“)

· Schweigeminute für die Opfer des Nationalsozialismus

· Musikbeitrag von David Oriewski und Berd Rosenberg (russische Weisen)

· Lesung von Claus Dieter Clausnitzer, Schauspieler (Gedichte von Ernst Jandl)

· Abschluss mit inclusion4real, Rap-Formation aus Duisburg

· Ende der Veranstaltung gegen 13.30 Uhr

Museum Ostwall

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