Auschwitz heute
von Uwe H. Martin · Uwe H. Martin
Auschwitz - Ort und Symbol der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Der Name der südpolnischen Stadt steht für den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma und Menschen, die nach der NS-Rassenideologie nicht zur „Volksgemeinschaft" gehörten. Wenn wir den Begriff Auschwitz-Birkenau hören, löst dies zwangsläufig Bilder in unseren Köpfen aus: das Eingangsgebäude in Birkenau, die schneebedeckten Gleise und der zynische Schriftzug „Arbeit macht frei". Es sind Zeichen, Symbole, die uns auf schreckliche Weise vertraut sind. Diese Bilder werden häufig in den Medien gezeigt, und sie sind in der breiten Bevölkerung bekannt. Dies befördert beim Publikum das Gefühl, bereits „alles“ über Auschwitz zu wissen. Bei Schülerinnen und Schülern lassen sich bei dem Thema Nationalsozialismus Überdruss und Langeweile beobachten, wobei Studien zeigen, dass das tatsächliche Wissen über den Nationalsozialismus lückenhaft ist. Wir haben für die Bundeszentrale für politische Bildung eine mehrsprachige Webdocumentary umgesetzt. Grundlage sind Fotos von Martin Blume, der seit Jahren am ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz an einer Fotografie-Serie arbeitet, die kommenden Generationen Shoa, Porajmos und die weiteren organisierten Massenmorde der Nationalsozialisten im Bewusstsein halten soll. Diese Webdocumentary möchte anregen, genauer hinzusehen, sich einen eigenen Zugang zu verschaffen, abseits von moralischen Appellen eines „Nie wieder“ und vermeintlich erwartetem sozialem Verhalten. Neben dem Hauptfilm enthält die Webdocumentary Begegnungen Überlebender mit Martin Blume. Seine Idee war es, die Bilder als Auslöser für die Erinnerung zu nutzen. Außerdem zeigt die Webdocumentary ein Interview mit dem Fotografen über seine Motivation, seinen Zugang zum Thema und wie ihn die Arbeit vor Ort als Künstler und Mensch beeinflusst.
Uwe H. Martin
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Auschwitz heute
Uwe H. Martin
Uwe H. Martin
Uwe H. Martin dokumentiert gemeinsam mit seiner Partnerin Frauke Huber seit 2007 die sozialen und ökologischen Folgen globaler Landwirtschaft. Mit einem Slow-Journalism-Ansatz schlägt ihr Projekt LandRush eine Brücke von traditionellen journalistischen Publikationen wie Spiegel, GEO, Science Notes und Süddeutscher Zeitung, über lineare Webdokumentationen, Filme und interaktive Apps bis hin zu multimedialen Rauminstallationen und Performances.
Er wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Kurzfilm Preis (Lola), dem Deutschen Reporter Preis, dem Greenpeace Award und dem Development Media Award.
Uwe unterrichtet auf fünf Kontinenten Film, Fotografie, Journalismus, Storytelling, Eco-Social, Planet-Centric und Circular Design. Er entwickelt in interdisziplinären Teams Lösungsansätze mit dem Ziel, Menschen langfristig zur Unabhängigkeit zu befähigen, ihren Handlungsrahmen zu erweitern und nachhaltige Veränderungen für Gesellschaft und Umwelt zu bewirken. Uwe ist Mitgründer des internationalen Kunst- und Forschungsprojekts World Of Matter und von Riff-Reporter. Als R&D Fellow des Media Lab Bayern erforscht Uwe aktuell was Journalist:innen von Transition-, Transformation-, Social- und Eco-Social Design, partizipativen künstlerischen Strategien, Mediation, Moderation und Coaching lernen können, um interdisziplinär nachhaltige Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit zu entwickeln.
Auftraggeber
Weitere Profile
LandRush , One Pound of Almonds , Transition Journalism , Website
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