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Vergessene der Pandemie - Corona und Pflegebedürftige zu Hause

Die Pandemie stellt Pflegebedürftige in den eigenen vier Wänden vor große Herausforderungen. Dies zeigt eine neue Studie. Was erleben Menschen bei der Pflege zu Hause in Corona-Zeiten?

Biberach/Berlin (dpa) - Wenn Edeltraud Geister über das vergangene Jahr spricht, erzählt sie vor allem von Überforderung und dem Auf-sich-allein-gestellt-Sein. Die 67-jährige Rentnerin aus Biberach im Südosten Baden-Württembergs pflegte während der Pandemie ihren dementen Ehemann bei sich zu Hause. Dabei geriet sie an ihre eigenen Grenzen - wie viele andere pflegende Angehörige in Deutschland. Viele leiden unter Überforderung, Angst vor Ansteckung und sozialer Isolation.

Edeltraud Geister nahm wie rund 16 000 weitere Mitglieder des Sozialverbands VdK an einer Studie zur Pflegesituation zu Hause teil. Die Ergebnisse der am Montag in Berlin vorgestellten Befragung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen fallen deutlich aus. Sie zeichnen ein ähnliches Bild von nervenzehrender Dauerbelastung wie bei der stationären Pflege während der Pandemie auch - nur dass hier die Last den Angehörigen zufällt und nicht ausgebildetem Pflegepersonal.


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