Praxis UdK: Sehnsucht bricht sich immer Bahnen
von Saskia Reis
Von Saskia Reis
Die Abendsonne hängt noch im Süden, als sie um 17 Uhr die Heilig-Kreuz-Kirche in Münster in warmes Licht taucht. Zur vollen Stunde läuten die Kirchglocken. Auf der Südseite des Kirchturms steht in dicken Buchstaben “Ich”, auf der Ostseite “bin”, im Norden ist das “da” angebracht. Ich bin da. Am Rande der Vorbereitungen zur Wortgottesfeier, die den Abschluss des einwöchigen Frauenkirchenstreiks von Maria 2.0 besiegelt, sitzt Lisa Kötter und übt Gitarrengriffe. Sie macht sich Notizen, aber die Übung will nicht gelingen. “Es wird schon klappen”, meint sie, als wolle sie jede Unsicherheit wegwischen. Einen Perfektionsanspruch hat Lisa Kötter nicht. Sie braucht ihn auch nicht. Die 59-Jährige hat Gottvertrauen, das sie gleichsetzt mit Selbstvertrauen, wie sie selbst sagt. Sie weiß, dass alles gut wird.
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Saskia Reis
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