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Diese Smartphone-Apps machen Potsdam mobiler

Foto: Sebastian Gabsch

Kein Kleingeld für die Fahrkarte? Schnell per Rad den lästigen Stau umgehen? Verlässlich ein Taxi bestellen – oder ein Auto buchen? All das funktioniert längst per Smartphone. Wir haben die nützlichsten Apps für Mobilität zusammengestellt.
Von René Garzke
Parken

Parkplatz-Tickets lassen sich mittlerweile auch in Potsdam digital lösen. Die Stadtverwaltung setzt dabei auf ein „Mehrbetreibermodell". Konkret heißt das: In der Wahl der App ist der parkplatzsuchende Nutzer relativ frei. Zur Verfügung stehen etwa die Anwendungen „ParkNow" (, „EasyPark" (oder „TraviPay" (iOS/Android).

Damit das Ordnungsamt den digitalen Parkschein überprüfen kann, muss man an seinem Auto allerdings auf der rechten Seite der Windschutzscheibe eine Vignette anbringen. Diese lässt sich zum Ausdrucken auf der Homepage der jeweiligen Plattform herunterladen. Der Vorteil der Digitaltickets gegenüber den ausgedruckten Parkscheinen: Mit den Apps lässt sich der Parkvorgang bei Bedarf auch aus der Ferne stoppen oder verlängern. Um die Anwendungen in Potsdam nutzen zu können, muss man jeweils als Parkzone „144202" eingeben.

Carsharing

Kommerzielle Autovermietungen gibt es in großer Fülle, die meisten bieten ihre Dienste auch über eine App in Potsdam an. Beim Carsharing, also der gemeinschaftlichen Nutzung von Autos, sieht das anders aus - dafür gibt es in der Landeshauptstadt weniger Anbieter.

Aktiv in Potsdam ist „Drivy" mit seiner App für . Rund 40 Wagen stehen dort zur Auswahl, das günstigste Auto ist für zehn Euro am Tag zu haben. Ein weiteres Dutzend Autos stehen über die Plattform „SnappCar" (iOS/Android) zur Verfügung. Dort beginnen die Preise bei 22,50 Euro pro Tag und Auto. Auf beiden Plattformen kann man auch sein eigenes Auto zum Ausleihen einstellen.

Außerdem bietet auch die Deutsche Bahn inzwischen Carsharing an, die zugehörige App heißt „Flinkster" (iOS/Android). Autos gibt es ab 1,50 Euro pro Stunde, hinzu kommt eine Pauschale von mindestens 18 Cent pro Kilometer.

Die beiden wohl bekanntesten Carsharing-Anbieter „DriveNow" von BMW sowie „car2go" von Daimler sind in Potsdam dagegen nicht verfügbar. „Wesentliche Bedingungen, um unser reguläres Geschäftsgebiet auf Potsdam auszuweiten, sind derzeit nicht ausreichend erfüllt", sagte ein „DriveNow"-Sprecher. „Wir konzentrieren uns auf Großstädte." Ähnlich äußerte sich eine „car2go"-Sprecherin.

Straßenbahnen und Bus

Man muss ein Ticket lösen, hat aber kein Bargeld dabei - oder der Automat geht nicht: In diesem Fall können Fahrgäste auf die App „Bus & Bahn" (iOS/Android) des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg zurückgreifen. Für das gesamte Netz - und damit auch für die Stadt Potsdam - können in der Anwendung Handytickets gekauft werden. Nach dem Kauf des Tickets läuft in der App ein Zwei-Minuten-Zähler. So können Kontrolleure nachvollziehen, ob ein Fahrgast sich das Ticket wirklich schon zu Fahrbeginn gekauft hat. Bezahlt werden kann per Lastschrift, Kreditkarte oder Überweisung auf ein Prepaid-Konto.

Taxi und Fahrdienste

Ein Taxi kann man sich in Potsdam gleich mit mehreren Apps rufen. Am schnellsten funktioniert es mit der Anwendung „Taxi Potsdam 29 29 29 " . Je nach Auslastung ist das Taxi dann sogar oft in weniger als fünf Minuten vor Ort.

Auch über die App „mytaxi" (iOS/Android) können Fahrgäste Taxen rufen . Im PNN-Test an unterschiedlichen Tagen dauerte es allerdings immer mindestens 15 Minuten, ehe eines der Fahrzeuge zum Abholpunkt bestellt werden konnte. Der Deutschland-Manager von „mytaxi", Alexander Mönch, sagte auf Anfrage: „Wir haben uns klar zum Ziel gesetzt, das Angebot in Potsdam auszuweiten." Die überdurchschnittlich lange Wartezeit liege an der vergleichsweise geringen Taxidichte in der Landeshauptstadt, sagte Mönch. „Daran wollen wir arbeiten."

Anders als im benachbarten Berlin kann man sich in Potsdam keine Fahrt mit dem Dienst „Uber" (iOS/Android) bestellen. Und das wird vorerst wohl auch so bleiben. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte: „Momentan gibt es keine konkreten Pläne, Uber in Potsdam zu starten."

Fahrrad

Im Stadtgebiet fallen sie überall auf: die Mietfahrräder von „Nextbike" (iOS/Android). Über die App kann man sich anzeigen lassen, wie viele Fahrräder gerade an der nächstgelegenen Ausleihstation stehen und sie vor Ort rund um die Uhr entleihen. Und das funktioniert so: An jedem Rad steht eine individuelle Nummer. Die des Rades, das man ausleihen möchte, gibt man in die App ein und bekommt anschließend die Kombination für das Zahlenschloss angezeigt.

Inhaber eines Abos des Potsdamer Verkehrsbetriebs (ViP) können die Räder täglich bis zu zwei Stunden kostenlos nutzen. Studenten der Universität Potsdam sowie der Fachhochschule haben sogar drei Gratis-Stunden pro Tag. Für alle anderen kostet jede halbe Stunde einen Euro. Bezahlen kann man bequem mit der App. Alternativ gibt es ein Jahresabo für unbegrenzte Fahrten, für das 48 Euro fällig sind. Derzeit gibt es in der Stadt 260 Räder, die mit „Nextbike" an mehr als 35 Stationen ausgeliehen werden können. Die meisten Fahrräder würden von Studenten ausgeliehen, sagte eine „Nextbike"-Sprecherin. Planungen, auch E-Bikes anzubieten, gebe es derzeit nicht.

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