Fünf Männer könnten Griechenland retten - mit nur einer Unterschrift
von Miltiadis Oulios
... auf einem Scheck, denn seit Monaten lesen und hören wir von der drohenden Griechenland-Pleite. Aber wie kann es überhaupt so weit kommen, dass ein Staat vor dem Bankrott steht? Und liegt das tatsächlich daran, dass "Griechenland auf Dauer über seine Verhältnisse" gelebt hat, wie unser Finanzminister Wolfgang Schäuble so gerne betont.
It's not you, it's social justice. Erst mal: Die Staatsschulden sind nicht nur in Griechenland immer weiter gestiegen, sondern in vielen Ländern. Dabei gibt es einen Trend: Ein großer Teil der staatlichen Ausgaben ist heutzutage sozialer Natur. Das liegt einerseits daran, dass die Menschen höhere Ansprüche an ihr Leben und den allgemeinen Wohlstand entwickelt und auch durchgesetzt haben. Und es liegt auch daran, dass die Wirtschaft immer produktiver geworden ist und das ermöglicht hat.
Bis in die 1970er Jahre wurden die wachsenden Ausgaben für den Wohlfartstaat durch mehr Steuern ermöglicht. Ab den 1980er und 90er Jahren aber wurden steigende Staatsausgaben durch mehr Schulden finanziert statt durch mehr Umverteilung. Das ging einher mit der Öffnung der Finanzmärkte und eine immer größer werdenden Spaltung zwischen arm und reich.
Die Schulden des Staates wurden also immer größer und die Auseinandersetzung über die grundlegenden Fragen der Gesellschaft in die Zukunft verschoben: Wer beteiligt sich mit welchem Anteil an den Ausgaben für die Gemeinschaft? Wie wird der Reichtum in unserer Gesellschaft verteilt? Wie gelingt es, ihn gleicher zu verteilen?
Anfang 2014 betrugen die Schulden aller Staaten weltweit zusammen genommen 58 Billionen Euro. (Das sind 5800 Milliarden. Oder eine 58 mit 12 Nullen dran. Kannst du dir nicht vorstellen? Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik in Frankfurt, macht hier ein paar Vergleiche, wie viele Autobahnen man damit in 50-Euro-Scheinen pflastern kann.)
Dem stehen aber 263 Billionen Dollar an privatem Vermögen gegenüber. Der Reichtum, den alle Menschen auf der Erde besitzen, ist fünfmal so groß wie die gesamten Staatschulden weltweit. Dieser Reichtum ist allerdings ungleich verteilt. Die Hälfte davon, nämlich 125 Billionen Dollar gehören nur 9 Prozent der Weltbervölkerung.
Die globale Oberschicht könnte also die gesamten Schulden der Staaten dieser Welt bezahlen, und sie wäre danach immer noch reich.
Oder anders ausgedrückt: Die Staaten müssten nicht bei Bildung, Gesundheit, sozialen Leistungen, Straßenbau und vielem mehr sparen, um Schulden abzubezahlen, wenn die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung bereit wären, einen Teil ihres Reichtums abzugeben, um die Leistungen für die Allgemeinheit zu finanzieren. Oder wenn der Reichtum von vornherein gleicher verteilt wäre, jeder seinen Anteil leisten würde und der Staat weniger Schulden aufnehmen müsste, um seine Aufgaben im 21. Jahrhundert zu erfüllen.
Miltiadis Oulios
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Miltiadis Oulios
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