Bezahlkarte für Geflüchtete: Guthaben statt Bargeld

von Madeleine Londene

Bezahlkarte für Geflüchtete: Guthaben statt Bargeld

Die Mehrheit der Bundesländer möchte Bezahlkarten für Geflüchtete einführen. In Hannover und dem Ortenaukreis wird seit Dezember mit diesem System für Sozialleistungen gearbeitet. Erste Tests sollen im März auch in Bayern starten. Ziel ist, den Aufnahmeprozess zu vereinfachen, bürokratische Prozesse zu beschleunigen – und die Zahl der Asylanträge zu senken.


Bisher bekamen Asylbewerber:innen in Deutschland, je nach Bedarfsstufe, Sozialleistungen ausgezahlt. Im November 2023 beschlossen die Ministerpräsident:innen gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein neues System, das langen Menschenschlangen vor den Sozialämtern ein Ende setzen soll: Die Einführung der sogenannten Bezahlkarte. Das bedeutet, kein Bargeld mehr für Geflüchtete, sondern ein „Guthaben“ auf einer Karte mit Debit-Funktion. Bis Ende Januar erarbeitete eine Arbeitsgruppe ein Modell für eine derartige Bezahlkarte und legte die Mindeststandards dafür fest. Das System soll nun im Laufe des Jahres bundesweit eingeführt werden.

Deutschland ist mit der Idee kein Pionier. International gibt es Beispiele, wo mit einem ähnlichen System gearbeitet wird. In Frankreich zum Beispiel erhalten Geflüchtete eine Debitkarte mit Guthaben, mit der sie in Geschäften bezahlen können, Abhebungen sind mit der Karte nicht möglich. In Großbritannien bekommen anerkannte Geflüchtete eine Debitkarte, die mit rund 49 Pfund pro Person wöchentlich aufgeladen werden kann. [...]

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Gesellschaft, Menschenrechte und Nachhaltigkeit

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