#56 Änne: Schwachsinnig
Deutschland, 1935: Anna “Änne” Lehnkering ist 19 Jahre alt, als ihr vor einem Erbgesundheitsgericht “angeborener Schwachsinn” attestiert wird. Die Folge: Zwangssterilisation – ein staatlich verordneter Eingriff, der ihr jede Chance auf Selbstbestimmung nimmt. Der erste Schritt einer Kette aus Stigmatisierung, Entrechtung und Entmündigung. Diese Folge erzählt von Änne, von den Gewaltstrukturen hinter der NS-Zwangssterilisation und den „Euthanasie“-Morden – und vom langen Schweigen, das darauf folgte. Ihre Nichte Sigrid Falkenstein hat Ännes Geschichte recherchiert und in dieser Folge erzählt. Außerdem spricht Historikerin Maria Fiebrandt darüber, wie Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus als „medizinische Maßnahme“ legitimiert wurden – und welche Rolle geschlechtsspezifische Gewalt dabei spielte. Ännes Geschichte ist auch in dem Buch “Annas Spuren - Ein Opfer der NS-”Euthanasie” zu lesen, geschrieben von ihrer Nichte Sigrid Falkenstein.