Die Partykolumne - Spielzeugzigaretten
Nun striff ich unlängst im hiesigen Tiergarten umher, um Gefangene beim Faulenzen und Eltern beim gestresst sein zu betrachten. Im und Streichelzoo war’s, als John Wayne meinen Weg kreuzte. Lässig o-beinte er ein bisschen vor mir her, an der aus dem Mundwinkel hängenden Kippe zog er mit geschlossenen Augen tief und genussvoll, in regelmäßigen Abständen wurde sorgfältig abgeascht. Der Cowboy reichte mir circa bis zum Knie. Die Rauchware war ein Kaugummi. In Zigaretten-Optik. Da frag ich mir: Was ist jetzt da los? Ich rauche stundenlang nicht, wegen Vorbild und Müll, derweil der Kunden-Nachwuchs auf korrekte nikotinaffine Körperhaltung getrimmt wird?
Hat die Mama da ihre Brille verlegt und statt der Dinkel-Salzletten die Spielglimmstengel in die umweltbewusste Tupperware gepackt? Hat am End der Kiosk-Betreiber über die letzten 25 Jahre nicht nur Leckmuscheln, Tubengummi und grüne Alien-Knalldinger im Sortiment sorglos weiterbestellt, sondern auch die guten DOK? Da möchte ich aber kurz den Hinweis geben, dass der Fortschritt auch hier nicht Halt gemacht hat: Im diesem wunderbaren Internet gibt’s auch Kaukippen, die Rauch simulieren können. Das wär doch was. Ein großer Rauchnebel überm Kletterpark. Sieht dann fast so aus wie vor den Clubs der Stadt.
Aber wir wollen ja lieber wissen, was sich innen abspielt. Der Raketen-„Kiss Klub“ (Vogelweiherstraße) wird zehn Jahre alt, das Stereo (Klaragasse) acht. Rauchen dürfen beide längst nicht mehr, aber dafür feiern. Im 360° (Adlerstraße) gibt’s keine Kaugummis, stattdessen „Zucker“, beim „Mädelsabend“ in der Bar77 (Luitpoldstraße) Prosecco und nebenan im King Lui beim „Latino“ kreisende Hüften. Damit tun sich die Ersatzgelenke in der Kulturkellerei (Königstraße) schwer, machen aber trotzdem „Querbeat“. Am Samstag wird ab 21 Uhr aus „Offen auf AEG“ ein „Dicht auf AEG“ in Halle 18 (Muggenhofer Straße), in der Indabahn (Bahnhofsplatz) ist überraschenderweise „Dein Samstag“, in der Mitte (Hallplatz) „Eine Nacht“, und wie sich „Klubnacht“ und „Clubnacht“ auf Mach1 (Kaiserstraße) und Bar77 verteilen, findet ihr am besten selbst heraus. Vielleicht mit Hilfe eines FCN-Schals. Das Ergebnis könnt ihr dann ja mit Rauchzeichen verkünden.
Katharina Wasmeier
Katharina Wasmeier
-
feature
-
freizeit
-
glosse
-
interview
-
kolumne
-
kritik
-
kultur
-
kunst
-
musik
-
porträt
-
kabarett
-
konzert
-
reportagen
-
lifestyle
-
selbstversuch
-
gastronomie
-
stadtleben
-
sozialmagazin
-
straßenzeitungen
\\ Every Body Tells a Story //
*Brigitte Nielsen
|Lieber Wortschlösser als Textbausteine
|gerne Hinter-, manchmal Unsinn
|PortraitInterviewRezensionGeschichteArtikelGlosseHierkönnteIhreWerbungstehen
|episch bis pointiert
|StreichelEinheitGegenWind
Auftraggeber
Ars Vivendi , B-EAT Magazin , Baumonitoring e. V. , Bloom GmbH Nürnberg , Caffe River , DATEV , Dreamday with Dreamcar , ELMA , Fidena , Handwerkskammer für Mittelfranken , How deep is your love , In Goho , Kaltwasser Kommunikation , Meramo Verlag , Messe Nürnberg , Museum für Kommunikation Nürnberg , N2025 , Nürnberger Nachrichten , Nürnberger Zeitung , SamSon Magazin , Straßenkreuzer , dpa , nuts communication
Weitere Profile
Bleu de Coup , ELMA , Facebook , How deep is your love , LinkedIn , Schreiben ist Gold , Xing
Keine Verbindung
Verbindung wird wiederhergestellt
Etwas ist schiefgelaufen
Wir sind gleich wieder da