260 Kilometer für den guten Zweck: LoBo for Sarah!

von Katharina Wasmeier

260 Kilometer für den guten Zweck: LoBo for Sarah!
260 Kilometer mit dem Longboard. Nürnberg – Frankfurt in drei Tagen, völlige Erschöpfung, Schmerzen überall. Das weiß Phil Merken, ist er doch im letzten Jahr bereits von Nürnberg nach München geskatet. Muss man sich fragen: Warum macht der das? Weil er Kinder liebt und Skaten, weil er was  Sinnvolles tun will und helfen. Das sagt der 35-Jährige aber nicht so. Sondern erzählt eine wunderbare Geschichte von Bewegung – sich und andere.  „Lobo for Elsa“, das war im letzten Jahr das große Ding, das Phil Merken und viele Unterstützer auf die Beine gestellt haben. „Lobo for Elsa“, das hieß, mit dem Longboard von Nürnberg nach München, nicht einfach so, sondern um ein kleines Mädchen zu unterstützen, das am Wolf-Hirschhorn-Syndrom erkrankt ist und deswegen in der (sprach-)motorischen Entwicklung stark eingeschränkt. Hoffnung besteht für die Vierjährige in der kostspieligen „First Step Therapie“, einer Intensivbehandlung in mehreren Blöcken, für die Spezialisten aus Israel eingeflogen werden. 7500 Euro kostet ein Block. Davon erfuhr Phil Merken und dachte sich, da versuch ich jetzt mal was: Eine Spendenfahrt, ein „Lobo for Elsa“, eine verrückte Idee, „vielleicht klappt’s“, dachte der Skater sich und machte sich auf den Weg, um nach zwei Tagen um einiges an Konstitution erleichtert, dafür um viele Erfahrungen reicher zurück zu kommen – und 3500 Euro an Spenden von Privatleuten und Firmen an Elsas Familie übergeben zu können.  Neulich, erzählt Phil Merken, sei Elsa das erste Mal bei ihm auf dem Board mitgefahren – „ein Quantensprung“, der noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre und der Therapie zuzuschreiben sei. „Das sind die Momente, in denen ich weiß: Dafür tu ich’s“, sagt Phil Merken, der seit 2014 ganz ruhig und bescheiden schon viel mehr tut für Kinder. Aus seinem damaligen Konzept-, Kunst- und Skate- “Laden Merken“ in Gostenhof heraus entwickelte er die Idee, Kindern, die in der „Betonwüste Stadt“ leben, zu zeigen, wie sie ihre Stadt wieder zurückerobern können. Skaten, findet der passionierte Rollbrettfahrer, sei hierfür prädestiniert, man müsse nur lernen „die Straße zu lesen und zu nutzen.“ Hängt er also mit einem Kumpel zwei Plakate auf, lädt unverbindlich ein zum sonntäglichen Treffen – zu dem sich pünktlich 15 Kinder einfanden. Die waren neugierig, und Phil Merken gab ihnen die Boards und Helme aus seinem Laden und „hab sie einfach machen lassen.“ Die Kinder sich selbst entwickeln lassen. Zeigen, üben, können. In kürzester Zeit erfreute sich das sonntägliche Skaten der „Lobo Kids Crew“ so großer Beliebtheit, dass bis zu 80 Menschen kamen, und nicht mehr nur Kinder, sondern „im Spektrum zwei bis 50 Jahre“. Sowas geht nicht gut. Zu schnell gewachsen, zu oft veranstaltet, und arbeiten muss man auch noch. Vielleicht war’s ganz gut, dass der Parkplatz irgendwann nicht mehr wollte, dass man auf ihm skatet. Seitdem war die Lobo Kids Crew auf Wanderschaft durch Nürnberg, Steintribüne, „anderer Kiez, andere Kids“, sagt Phil Merken, dann zum „Rundfunkmuseum Fürth“, irgendwas hat immer nicht gepasst. Vor allem, dass Phil Merken freilich eigentlich am liebsten in seinem Kiez, seinem Gostenhof sein möchte.  Da geht’s jetzt auch wieder hin. Erstmal nur alle zwei Wochen, wann und wo genau, erfahre man auf Facebook. Warum machst du dir den Stress, fragt man Phil Merken, und irgendwann durchbricht man die Bescheidenheit des Skaters: Weil er den Kindern ein positives Gefühl vermitteln will, zeigen, dass sie nicht so schnell aufgeben dürfen, sondern sich mal durchbeißen müssen. Weil er hofft, dass sie das auf die Schule, aufs Leben adaptieren können. Weil er ihre Fantasie anregen möchte, sagen: Geh raus, sei aktiv, beweg dich! Weil er den Kindern ein Gefühl von Freiheit geben möchte, ihnen „was geben will“, es ihn freut, zu sehen, wie die Kinder sich weiterentwickeln. „Ich mag das einfach“, sagt Phil Merken, und deswegen macht er auch einfach nochmal diese Benefiztort(o)ur: „Lobo for Sarah“ skatet am 25. Mai nach Frankfurt am Main – für die dreijährige Sarah, die im „Integrativen Kindergarten Zabolino“ ist und eine schwere bilaterale spastische Cerebralparese hat. Und die jetzt schon merkt, dass sie anders ist. „Statt zu krabbeln, möchte Sarah laufen, rennen, springen, will sie alleine ihren Anorak anziehen und zuknöpfen können. Sie kann es nicht, auch weil ihre Finger immer wieder spontan krampfen. Das frustriert sie und macht sie traurig.“ Hoffnung gibt auch hier die „First Step Therapie“. Deswegen fährt Phil Merken nach FFM, in Begleitung. Ein Zwölf-Mann-Team insgesamt, Longboards und Fahrräder, das viel Unterstützung erfährt wie von der „Feser Stiftung“ – und von Nürnberg. Zwei Benefizkonzerte gab’s bereits für Sarah, eins in der „J.R. Backpfeife“, eins im „Ludwigs“. Ein letztes gibt es bald in Gostenhof: Sobald die tapferen Fahrer wieder wohlbehalten zurück sind, lädt Ende Juni, Anfang Juli  „Ein Tag für Sarah No.2“ ab 14 Uhr zum Open Air Kinderprogramm auf den Veit-Stoß-Platz, wo ab 18 Uhr das Benefizkonzert mit Jules Band, Inspector Po und Vega & Polaris startet. Eintritt? Auf Spendenbasis. Eh klar.   

loboforsarah.org, facebook.com/longboardkidsgoho

Spendenkonto: Feser Stiftung gemeinnützige Geselschaft mbH Raiffeisenbank Roth-Schwabach eG BIC GENODEF1SWR IBAN DE41 7646 0015 0007 8611 50 Verwendungszweck: Lobo for Sarah
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