Inklusionsprojekt "Heimat" poppt im "neoos" auf
„Leckeres Essen mit einer netten Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung“ zu verbinden ist das hehre Motto, mit dem sich der Imbisswagen „Heimat“ seit Mai 2014 unters Veranstaltungsvolk mischt und nebenbei noch höchst leckere Brot-Aufstrich-Kreationen zum Verkauf anbietet. Erstmalig bietet sich jetzt für die Beteiligten die Gelegenheit, anzufühlen, ob und wie das Design und Inklusion verquickende Konzept unter der Schirmherrschaft von OB Dr. Ulrich Maly sich als nicht mobile, sondern fixe Anlaufstelle funktionieren könnte: Die „Heimat“ ist zu Gast im „neoos“.
Dieses „neoos“, erinnert sich der Stadtbeobachter, ploppte doch immer mal wieder auf, und immer war was anders. Richtig: Es handelt sich hierbei um die Schau- und Schaffensstätte von Udo Kloos, der wiederum mitverantwortlich zeichnet für die Plattform für zeitgenössisches, „frisches Design“ und der gleichnamigen einmal jährlich stattfindenden Veranstaltung Auf AEG. Da war 2014 auch der Imbiss-Wagen „Heimat“ des „Prima – Verein für nachhaltige Konzepte e. V.“, mit dem Sandra Engelhardt das besondere Inklusionskonzept realisierte. Menschen mit Behinderung und ohne schmieren nach Baukastenprinzip zusammengestellt Aufstrich-Brote, haben eine sinnvolle, schöne Beschäftigung statt schnöder Werkstattarbeit und alle großen Spaß. Ganz einfach. Für gut habe Udo Kloos Konzept und Stimmung der Truppe befunden, erzählt die 32-jährige Kommunikationsdesignerin, und ins Gespräch gebracht, sich doch mal an einem Popup-Café zu versuchen. Udo Kloos weiß, wovon er spricht, schließlich funktionierte der das „neoos“ beispielsweise schon zu Popup-Biersalons oder -Tapasbars um. „Mit dem Gedanken eines Cafés spielen wir ohnehin schon länger, deswegen ist diese Möglichkeit ein toller Testballon, um zu gucken, ob das funktionieren könnte.“ Eine Möglichkeit schon allein darum, weil so ein Heimat-Café Ausbildungsplätze schaffen könnte für Schüler mit geistiger Behinderung, die „alle so tolle Menschen sind, und es bei manchen einfach deutlich sei, dass sie eine solche Ausbildung mit der entsprechenden Motivation und Anleitung packen würden.“ Trifft sich also gut, mit diesem „neoos“. Gesagt, getan. In den Miniraum kommen Theke, Brotregal und eine Bank, wird ein „Vorbeischauort“ gebaut, an dem man sich mittags auf ein Brot oder abends auf ein, neu im „Heimat“-Angebot, Feierabendgetränk und eine Suppe treffen kann. Die funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Brote: Basis aussuchen (Brotsorte / Brühe), Aufstrich bzw. Einlage und dann das Topping, was unter Umständen zu „erstaunlichen Kombinationen führe“, schmunzelt Sandra Engelhardt. Aber darum, was vielleicht neues, vielleicht Ungewöhnliches auszuprobieren, geht’s ja quasi beim Gesamten. Und aufs Einlassen. „Ich bin sehr gespannt, wie das läuft, es ist ja schließlich auch für uns eine völlig neue Situation“, gesteht Sandra Engelhardt und hat sich aber freilich ein Programm ersonnen, das den potenziellen Gästen den Weg vielleicht noch ein bisschen ebener ebnet. „Jeden Abend was anderes kurzes“ ist geboten: Mal Lieder mit Gymmick, mal Baucheinziehen Philipp Moll, mal ein literarisches Familientreffen mit den Arenzens, mal Akustik-Jazz-Pop mit Lily’n James, mal Folkpunk mit Mäkkellä. Ein Teilzeitlieblingscaféimbiss eben, der vom 21. März bis zum großen Leeressen am 6. April in Gostenhof aufpoppt. Und später dann vielleicht für immer anderswo.
Heimat zu Gast im neoos, 21. März bis 6. April, Gostenhofer Hauptstraße 71, ÖZ Do-So 11-22 Uhr + Ostermontag, www.prima-verein.de
Katharina Wasmeier
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