Jung, erfolgreich, ausgegrenzt
von Karl Grünberg
Eine Hand liegt auf dem Tisch. Eigentlich ist es eine ganz normale Hand. Fünf Finger, an einem steckt sogar ein Ring. Eine Hand so normal wie jede andere auch. Und dann wieder nicht. Denn immer noch würden viele Menschen, Millionen von Menschen, von ihr nicht berührt werden wollen. Als unrein soll das gelten, man selber sei dann verschmutzt und müsse sich mit aufwendigen Reinigungsritualen wieder „entschmutzen“. Manchmal wird jemand verprügelt oder sogar totgeschlagen, sollte diese Berührung doch einmal passieren, aus Unbedachtheit, aus Versehen oder aus Liebe. Auch der Ring an dieser Hand ist ein Tabu. Noch wissen die Eltern nichts von der Liebe und dem Wunsch zu heiraten, der hinter diesem Ring steht. Es wäre eine Heirat zwischen einer jungen Frau aus der untersten der unteren Kasten und einem jungen Mann aus der mittleren Kaste. Für viele eine Schande und manch einer würde so eine Heirat mit aller Gewalt verhindern wollen.
Schande, unrein, Verschmutzung, unberührbar – das sind Vokabeln eines Gesellschaftssystems, das es laut Gesetz eigentlich nicht mehr geben sollte, das aber dennoch omnipräsent ist. Willkommen in der Welt von Ankita, 25 Jahre alt, aus Indien. Eine Welt, die sich im beschaulichen, ruhigen Göttingen sehr weit weg anfühlen kann. „Für die Deutschen bin ich nur die Inderin. Das ist für mich eine echte Erholung. So kann ich eine Pause davon machen, als Dalit gesehen zu werden. Denn in Indien ist es das, wonach ich beurteilt werde. Nicht meine Leistungen zählen, nicht meine Arbeit. Nein, meine Kaste sagt den anderen, wer ich bin und was für eine Wertigkeit ich habe“, berichtet die junge Frau mit den dunklen Augen und den langen dunklen Haaren.
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https://www.diakonie-duesseldorf.de/fileadmin/medien/epaper-Dialog_No.3_2020/#40
Karl Grünberg
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Journalist
Ich bin Journalist und Reporter. Ich gehe raus zu den Menschen, ich höre gut zu und beobachte genau. Am Ende verbinde ich komplexe Informationen mit einer spannenden Narration. Für den Tagesspiegel schrieb ich mehrfach ausgezeichnete Reportagen über soziale und gesellschaftliche Fragen, die mitunter hart sind, die weh tun können. Über Ökologie und Umwelt schreibe ich für das Greenpeace Magazin. Das finde ich sehr wichtig, da unserer Gesellschaft mit dem Klimawandel gewaltige Aufgaben bevorstehen. Und dann bin ich auch noch Nachrufeschreiber und verfasse die Lebensgeschichten von normalen Berlinern und Berlinerinnen. Eine Aufgabe, für die ich Empathie, gutes Schreiben und Demut vor dem Leben benötige. Eine Podcast-Staffel dazu habe ich auch schon produziert.
Beauftragen?
Ich suche mir meine Themen selber und biete sie an. Gleichzeitig werde ich von Tageszeitungen und Magazinen beauftragt, Artikel zu schreiben. Wer mich beauftragt, bekommt einen exakt recherchierten und sehr gut geschriebenen Text, pünktlich und in genauer Absprache mit dem Auftraggeber.
Für wen arbeite ich als Journalist in Berlin?
Ich veröffentliche im: Tagesspiegel / Greenpeace Magazin / Zeit Magazin Online / Dialog Magazin / Christ und Welt / tip – Berliner Stadtmagazin / zitty / Berliner Zeitung / Berliner Morgenpost / WOZ - die Wochenzeitung / Chrismon / Publik-Forum /
Ich schreibe auch für Corporate-Publishing-Magazine: rotkreuzmagazin (Deutsches Rotes Kreuz), motorwelt (ADAC), AOK-Pflegemagazin, JS-Magazin
Meine Fragen:
Was muss passieren, dass sich ein 13-Jähriger das Leben nimmt? Was muss eine Prostituierte aushalten, bis sie gegen ihre Zuhälter aussagt? Wie findet man seinen Lebenstraum? Wie schafft es ein Überlebender des Holocaust, seinen Hass auf die Täter hinter sich zu lassen? Wie eine Frau, einen Stalker loszuwerden? Wie wachsen unsere Kinder auf und haben alle wirklich diesselben Chancen? Welche Rollen müssen Eltern in dieser Gesellschaft übernehmen?
Meine Themen:
Kinder und Jugendliche, Schule und Bildung, Soziales und Gerechtigkeit, Lokales und Gesellschaft, Tod und Trauer, Umwelt und Naturschutz, Fahrrad und Wald, Geschichte, Mobilität, Unternehmen.
Preise:
- Nominiert für den deutschen Reporterpreis 2015, 2018, 2019 in der Kategorie Lokalreportage
- Gewinner des Medienpreises des Deutschen Roten Kreuzes 2016, Kategorie Print
- Gewinner des Medienpreises des Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte 2016, Kategorie Print
- Gewinner des Hamburger Kinderschutzpreises Heldenherz, Kategorie Print 2018
- Richard von Weizsäcker-Journalistenpreis 2018, 3. Platz
- Journalist des Jahres 2018, 9. Platz, Kategorie Lokales
Das sagen andere über mich:
„Karl Grünberg ist ein Menschenfreund und ein Menschenfinder. Er entlockt seinen Protagonisten Geschichten, die sie nur einem erzählen, dem sie wirklich vertrauen können. Und er kann sie aufschreiben wie sonst keiner – mit einer ganz eigenen Empathie und Herzenswärme. Für Mehr Berlin, das Samstagsmagazin im Tagesspiegel, ist er über Jahre, in denen er sich rasant zu einem der komplettesten Reporter in unserem Team entwickelt hat, ein unverzichtbarer Teil geworden.“
Von: Johannes Schneider, Tagesspiegel, verantwortlicher Redakteur „Mehr Berlin“
Auftraggeber
Christ und Welt , Greenpeace Magazin , Publik Forum , Zeit Online , tagesspiegel.de
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