Er mag mich – er mag mich nicht ....
In der Liebe geht es ab und an ganz schön problematisch zu – auch bei Autos.
„Eigentlich war ich recht froh, ihn nicht wieder sehen zu müssen, so ein Angeber. Aber leider ist er in das Nachbarstädtchen gezogen und einmal die Woche kreuzen sich unsere Wege. Ach, Entschuldigung, ich habe ganz vergessen, mich Ihnen vorzustellen. Ich heiße Leonie von Muckelstein und bin ein MINI. Aber nicht irgendeiner: Nein, ich bin ein Cabrio. Und das ist doch schon ganz was Besonderes, finden Sie nicht? Dieser Angeber, über den ich mich hier ärgere, der meint das nicht. Behauptet da schon viel bessere gehabt zu haben, dieser Schuft. Ich habe schon mein ganzes Scheibenreinigungswasser geweint wegen diesem Kerl.

Haben Sie gerade Zeit? Dann erzähle ich Ihnen die Geschichte mal eben kurz. Das war nämlich so: Neben mir im Autohaus stand er, ein Traum von einem MINI, Sie glauben es ja nicht! Er hieß Ludwig, war zwei Monate älter als ich und weißgrün. Diese Scheinwerfer, sage ich Ihnen – keiner konnte seinen Motor besser aufheulen lassen als Ludwig.
Dann haben sich unsere Wege getrennt und ich kam zu einem Menschen nach Velen. Der fährt nun mit mir kreuz und quer durch Velen und Ramsdorf. Immer wenn mein Fahrer mit mir am Schloß in Velen ist, träume ich davon mit Ludwig vor dem Schloß zu stehen. Stattdessen parkt da so ein dicker Oberklasseschlitten. Einmal erzählte der mir, wo er überall rumgekommen sei. Mag ja sein, dass der bis nach Italien durchkommt. Aber durch Straßen wie den Kirchplatz in Velen oder das Eiland in Ramsdorf kommt der nicht. Da muss er wohl noch abspecken. Von dem Dicken erfuhr ich auch, dass Ludwig wohl ein Techtelmechtel mit einem Käfer angefangen hat, 20 Jahre älter als er, pinkfarben und mit einem Loch im Auspuff. Was findet der denn nur an der?

Als ich gestern in der Rekener Straße auf meinen Fahrer wartete, habe ich mich bei einer Ente über ihn ausgeweint. Die alte Dame gab mir den Rat, ich solle nichts machen, der würde schon kommen, wenn er sich ausgetobt hätte. Als ob das so einfach ist. Nachts träume ich von ihm und immer hupt er mich an, wenn er vorbeifährt. Ob der wirklich auf mich abfährt? Vielleicht sollte ich ihn beim nächsten Vorbeifahren einfach kurz anblinken.
Ach, das wäre schön: Ludwig und ich vor dem Schloß in Velen oder der Burg in Ramsdorf.
Nur wir beide Stoßstange an Stoßstange und die Sonne scheint über uns .....
Aber der hat ja seinen Käfer – dieser Schuft!“
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stresemanns ganz normal
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