Steigerung der Effizienz
Vor langer Zeit verabredete ein namhaftes deutsches Unternehmen mit einem ausländischen Mitbewerber, dass jedes Jahr ein Wettrudern auf dem Rhein ausgetragen werden sollte. Beide Mannschaften trainierten lang und hart und waren am Tag der Entscheidung topfit.
Der ausländische Wettbewerber gewann mit zehn Längen Vorsprung!
Das deutsche Team war sehr niedergeschlagen; die Moral auf dem absoluten Tiefpunkt. Das Top Management entschied, dass der Grund für diesen Misserfolg unbedingt erforscht werden muss.

Ein Krisenstab wurde eingesetzt, um die Schwachstellen zu
analysieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Untersuchung ergab,
dass beim Wettbewerber acht Personen ruderten und ein Mann steuerte.
Beim eigenen Team ruderte ein Mann und acht Leute steuerten.
Ein Unternehmensberater wurde beauftragt, eine Studie über die
Mannschaftsstruktur anzufertigen. Nach einigen Monaten und
entsprechenden finanziellem Aufwand kam der Berater zu folgendem
Schluss:
Es steuern zu viele und rudern zu wenig Leute.
Um einer erneuten Niederlage vorzubeugen wurde die Struktur des
Teams geändert: Danach gab es vier Steuerleute, drei Obersteuerleute
und einen Steuer-Direktor. Seminare wurden verordnet, um den Ruderer
zu motivieren, sich noch mehr als bisher zu engagieren und
Entscheidungsträger zu werden („Wir müssen seinen Aufgabenbereich
erweitern und im mehr Verantwortung übertragen“). Damit sollte es
gelingen.
Im folgenden Jahr gewann der Wettbewerber mit 20 Längen
Vorsprung.
Das Unternehmen entließ den Ruderer wegen schlechter Leistung,
verkaufte das Boot und stoppte alle Investitionen für neues Gerät
sowie Forschung und Entwicklung.
Der Unternehmensberater erhielt lobende Anerkennung für seine
Arbeit.
Die eingesparten Beträge wurden dem oberen Management
gutgeschrieben.
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