Das Eigenleben des Chad Kroski [1]

von stresemanns ganz normal

Über einen Mann, den es nie gegeben hat - oder vielleicht doch?


Chad "Sonicash" Kroski engagierte sich im texanischen Ölbusiness und merkte schnell, dass es schwer ist, seine Arbeiter adäquat zu versichern. Durch die harte und gefährliche Tätigkeit kam es oft zu Unfällen. Bald war keine der staatlichen Krankenkassen mehr bereit, Kroskis Arbeiter zu bezahlbaren Konditionen aufzunehmen.


Um das Wohl seiner Leute bedacht, gründete Kroski die „Private Health Insurance Inc.“ bei der fortan alle seine Mitarbeiter privat krankenversichert wurden. Da es sich um vorrangig Besserverdienende handelte, war es eine lohnenswerte Angelegenheit für die meisten. Die Beiträge waren viel niedriger und der Service im Versorgungsfall viel besser. Die Gesellschaft legte das eingenommene Geld am Kapitalmarkt an und erwirtschaftete sehr gute Gewinne. Investiert wurde nur in sog. deckungsstocksichere Anlagen (Renten, Wertpapiere mit hohem Bonitätsgrad, Schuldverschreibungen). Das Modell sprach sich schnell herum und so hatte Kroski's Krankenverischerungsgesellschaft schnell mehrere zehntausend Mitglieder, aber auch Nachahmer. Chad Kroski verkaufte seine Gesellschaft für private Krankenversicherungen denn auch bald Gewinn bringend um sich wieder seinem Kerngeschäft zu widmen.



Um es gleich vorweg zu sagen: Es gibt keinen Chad Kroski. Es ist völlig zwecklos, etwa beim Verband der Krankenversicherungen um nähere Angaben zu bitten. Andererseits gibt es über diesen Mann Informationen genug. Insgesamt 16.200 Websites beschäftigen sich mit seiner Herkunft, so die "Bild am Sonntag". Eigentlich soll der „Schriftsteller“ Chad Kroski 1974 in Fayette, Kentucky, geboren worden sein. Sein letztes Werk hieß "Urknall Zukunft". Andere Internetseiten behaupten, er wäre zwischen 1917 und 1920 geboren. Zuletzt soll Kroski sich in Afrika aufgehalten haben.




Der angebliche Schriftsteller ist eine Erfindung der Agentur Saatchi & Saatchi, die ihn in einem Werbespot für T-Mobile zum Flirt zwischen den beiden Protagonisten benötigte. Vor 20 Jahren tauchte der geheimnisvolle Bestseller-Schriftsteller im Werbefernsehen auf. Die Handlung des Spots: Zwei junge Menschen begegnen einander, finden sich auch offenkundig sympathisch - aber kein Gesprächsthema. 


Die Dame entdeckt ein Buch des besagten Chad Kroski in der Tasche des Herren und entschwindet unter einem Vorwand zur Toilette. Dort zückt sie ihren mobilen Internetzugang und ermittelt per Suchmaschine, wer der Autor ist. Das Gesprächsthema ist da, der Flirt kann beginnen.


Der angebliche Schriftsteller ist eine Erfindung der Agentur Saatchi & Saatchi, die ihn in einem Werbespot für T-Mobile zum Flirt zwischen den beiden Protagonisten benötigte. Vor 20 Jahren tauchte der geheimnisvolle Bestseller-Schriftsteller erstmals im Werbefernsehen auf. Die Handlung des Spots: Zwei junge Menschen begegnen einander, finden sich auch offenkundig sympathisch - aber kein Gesprächsthema. Die Dame entdeckt ein Buch des besagten Chad Kroski in der Tasche des Herren und entschwindet unter einem Vorwand zur Toilette. Dort zückt sie ihren mobilen Internetzugang und ermittelt per Suchmaschine, wer der Autor ist. Das Gesprächsthema ist da, der Flirt kann beginnen.


Die Story löste einen Hype in den Buchwarengeschäften aus. Dass Kroski nicht existiert, hindert die Internet-Gemeinde aber nicht daran, lebhaft über ihn zu diskutieren. Über den Schriftsteller, dessen Internet-Existenz in ihrer Geheimniskrämerei an real existierende Autoren wie Thomas Pynchon erinnert, kursieren im Netz nun zahlreiche Lebensläufe und Fotos, auf einer Seite wird er eben als der Erfinder der privaten Krankenversicherung ins Spiel gebracht. Wie man es dreht und wendet, Chad Kroski ist so interessant, das schafft selbst der Typ aus der Werbung nie, egal welches Buch er liest.


Zum Glück hat Chad Kroski einen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia: "Fiktiver Bestsellerautor, der einem Werbespot des Mobilfunkbetreibers T-Mobile entsprungen ist."



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