5 subscriptions and 5 subscribers
Article

Mit Shivas Segen auf neuen Wegen

4w6sczlz1m detail image 288909

Szenen aus Nepal: Die Häuser stehen wieder, die Wege sind neu angelegt und die Berge erheben sich wie eh majestätisch über dem Talschluss.

Während des Erdbebens im April 2015 wiurden in Nepal ganze Dörfer von Lawinen für immer verschüttet. Im Langtang-Tal wartet man nach aufwändigen Aufräumarbeiten jetzt wieder auf Wanderer.

Wo war Gott Vishnu, der laut Hinduglaube die Welt erhält, just als diese unterging – für viele Menschen jedenfalls während des gewaltigen Erdbebens in Nepal? Für die Dauer von Minuten übernahm Shiva die Herrschaft, der Kontrahant und Zerstörer. Minuten, währen deren in den Städten die Gebäude zusammenfielen wie Spielzeug und das vermeintlich starre Gestein des Himalaja talwärts rutschte. Mit verheerenden Folgen. Das war am 25. April 2015 um die Mittagszeit.
Auch das Dorf Langtang war von der Katastrophe betroffen. Eine gewaltige Schneewalze hatte sich in siebentausend Meter Höhe unterhalb des Gipfels Langtang Lirung gelöst und krachte mit der Sprengkraft einer halben Atombombe talwärts. Fast senkrecht stürzte sie auf das Dorf in 3500 Meter Höhe und begrub binnen weniger Sekunden Einwohner und Touristen unter einer fast vierzig Meter dicken Schicht aus Eis und Geröll. Das Erdbeben, dessen Zentrum an der Grenze zu Tibet lag, hatte eine Stärke von 7,8. Allein die Druckwelle der Langtang-Lawine war so stark, dass sie noch sechs Kilometer talauswärts die Bäume des Nationalparks umknickte. Wände von Häusern und Lodges zerbarsten.

Doch Gott Shiva steht im Hinduismus nicht nur für Zerstörung, sondern auch für Transformation und Neubeginn: Mit Hilfe von Spendenaktionen aus aller Welt gelang es, die vielen Schäden zu beheben – Seelen heilen freilich langsamer. Auch der Deutsche Alpenverein (DAV) und seine Tochter, der Alpinreiseveranstalter DAV Summit Club, halfen mit Rat, Tat und Spendengeldern in Höhe von knapp 200.000 Euro. So konnten Wegabschnitte repariert oder verlegt werden, sogar eine neue Brücke wurde gebaut.
(...)
Original