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Networking für Journalisten - Warum es wichtig ist und wie es geht

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Foto: Ghozt Tramp, Wikipedia

Networking ist ganz nett, aber bringt kaum was? Falsch gedacht! Es mag natürlich sein, dass einige wenige grandiose Journalisten auch so erfolgreich sind. Für die allerallermeisten gilt das aber nicht.
Was aber bedeutet netzwerken? Andere Journalisten treffen? Oder Politiker? Oder Menschen aus der freien Wirtschaft? Ja. Das alles - und noch viel mehr. DJV-Fachtagungen wie 24 Stunden Zukunft oder Besser online oder Frau macht Medien, Barcamps, Stammtische, Talks und politische Runden. Das gehört alles dazu.* Es geht dabei nicht darum, einfach Visitenkarten auszutauschen und dann sofort nach einem Job oder einem Thema zu fragen, sondern Kontakte aufzubauen und sich dauerhaft auszutauschen, zu reden UND zuzuhören, offen und neugierig zu sein. Die Kunst ist, sich mit anderen langfristig und systematisch zu vernetzen. Geschicktes Eigenmarketing kann dabei natürlich nicht schaden.

Sind wir aber nicht alle schon online vernetzt? Reicht das nicht? Nein. Das reicht nicht. Facebook und Twitter, Instagram und Snapchat, Xing und LinkedIn haben ohne Frage ihre Bedeutung für Journalisten, können aber nicht den direkten Dialog ersetzen. Grund ist, dass es oft um Vertrauen geht, welches sich online nur schwer aufbauen lässt.

"Networking ist die Kunst, ein System interagierender, belastbarer Beziehungen aufzubauen und zu pflegen - also langfristige Landwirtschaft, nicht kurzfristige Jagd. Das ist weniger spektakulär, aber am Ende wesentlich effizienter und effektiver", schreibt Alexander Wolf in der Berlin Valley Nr. 19 (Titel: Hand in Hand).

Der freie Journalist und Blogger Timo Stoppacher bricht es in einem Blogbeitrag für "Fit für Journalismus" so herunter: "Es ist nicht so, dass ich bloß vom vielen Rumlabern auf Veranstaltungen einen Auftrag nach dem anderen kriege. Im Gegenteil: die Veranstaltungen kosten mich zunächst Zeit und manchmal auch Geld - zum Beispiel für die Eintrittskarten und die Anreise. Ich will gar nicht aufrechnen, wie viele Stunden ich dafür schon "investiert" habe, in denen ich ein gutes Buch hätte lesen können. Trotzdem ist es das wert! Die spannendsten und lukrativsten Aufträge als freier Journalist habe ich bekommen, weil ich Menschen kenne und weil andere Menschen wissen was ich mache."

Was beide meinen: Um an Jobs oder an Themen zu gelangen, ist Netzwerken im realen Leben (und online) extrem wichtig. Je früher dies geschieht, desto besser. Die Wirkung entfaltet sich langfristig. Mit Sicherheit.

Los geht's! Wir sehen uns.


*Randnotiz: Networking bedeutet für Journalisten natürlich ausdrücklich nicht, dass sie sich mit Politikern oder Konzernen o.ä. verbrüdern sollen ohne die nötige Distanz zu wahren.


Eva Werner
Original