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Statement für den Kirchen- und Gemeindekalender 2012

"Wir sind Papst!“, titelt die Bild-Zeitung 2005. Diese Schlagzeile dürfte bei den meisten Deutschen auch nach acht Jahren noch präsent sein. Wochenlang dominierte dieses Ereignis, also die Tatsache, dass ein Deutscher Papst wurde, die Berichterstattung in den deutschen Medien. Dieses Beispiel zeigt, welche Begeisterung Glaubensthemen in den Medien auslösen können. Berichtet wird sonst in den Medien vor allem über Kirchentage, religiöse Feste und beispielsweise Gottesdienste nach Katastrophen – oder wenn es gilt, Missstände aufzudecken.

 

Aufgabe der Journalisten ist, wahrhaft über Religion und Glauben zu berichten. Dabei dürfen sie religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen nicht schmähen  (Ziffer 10, Pressekodex des Deutschen Presserats). Die Berichterstattung muss dabei frei von Interessen sein. Selbstverständlich dürfen und müssen Journalisten sich kritisch mit religiösen Institutionen auseinandersetzen, wenn dies nötig ist. Um dies möglich zu machen, ist die Unabhängigkeit der Medien von den Kirchen notwendig. Die Aufdeckung von Missständen kann nur im Interesse der Kirchen sein– zum Wohle aller.

 

Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben Glaubensthemen sogar einen festen Platz. Die Rundfunkgesetze der Länder und der ZDF-Staatsvertrag räumen den Kirchen kostenlose Sendezeiten und Sonderrechte ein. Ähnliche Rechte haben die jüdische bzw. israelitische Gemeinde. Andere konfessionelle Minderheitenhaben diese Recht allerdings leider nicht.

 

Zentral sind die Themen Glaube und Kirche auch bei Medien mit kirchlichen Trägern, wie den Nachrichtenagenturen KNA und epd, Rundfunksendern wie ERF, Radio Paradiso und Dom-Radio Köln oder Zeitungen wie chrismon. All diese Medien sind aus der deutschen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Es ist für unsere Gesellschaft wichtig, dass es sie gibt. Selbstverständlich muss aber klar gemacht werden. wer der Träger ist.  

 

Es liegt gemeinsamen Interesse von Medien und Kirchen, für einen fairen und ethisch einwandfreien Umgang miteinander zu sorgen - der natürlich auch kritisch hinterfragend sein darf und muss, wenn dies nötig ist.