Timo Al-Farooq

Freelance journalist/Writer/Independent researcher, Berlin

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Gideon Levy über Israel: „We care more about our dogs“

Bei der diesjährigen Palestine Expo in London (PALEXPO, www.palestineexpo.com), der größten palästinensischen Kultur-und Solidaritätsveranstaltung Europas, sprach der renommierte Haaretz-Journalist Gideon Levy im Rahmen eines Panels über die Mittäterschaft israelischer Medien bei der militärischen Besatzung der palästinensischen Gebiete.

Dass ein solches Event niemals hätte in Deutschland abgehalten werden können, erwähnte Herr Levy einen tags zuvor auf einer anderen Sitzung mit dem Titel „Deal or Disaster of the Century", als er sagte: „You are lucky that you can have this occasion here. Last week I was in Berlin, and the solidarity movement with the Palestinians couldn't find a venue, and finally we had to go all the way to a Copt monastary 400 km from Berlin in order to find a venue in which people can speak about Palestine, can mention the occupation, and - God forbid - maybe even say something about the Palestinians as human beings."

 Es folgt die von mir aus dem Englischen übersetzte deutsche Fassung der freien Rede Herrn Levys im Rahmen eines Panels mit dem Titel „Marginalising Palestinian Voices." Einfügungen in eckigen Klammern und Zwischenüberschriften stammen von mir.

Die Panel-Teilnehmer v.l.n.r.:

Jehan Al-Farra, palästinensische Journalistin und Schriftstellerin

Gideon Levy, israelischer Journalist, schreibt u.a. für die Haaretz und die New York Times

Dr Myriam Francois, Wissenschaftlerin am Centre of Islamic Studies der SOAS, University of London

Rawan Damen, preisgekrönte palästinensische Dokumentarfilmerin, bekannt für die mehrteilige Dokureihe „Al Nakba", die auf Al Jazeera ausgestrahlt wurde

„Der Titel der heutigen Sitzung lautet "Die Marginalisierug der palästinensischen Stimme" oder des "palästinensischen Narrativs." Ich möchte daher meine Aufmerksamkeit auf die israelischen Medien richten. Ich wünschte, es ginge dabei nur um die Marginalisierung der palästinensischen Stimme oder der palästinensischen Präsenz. Ich wünschte, das wäre das Problem, denn dem könnten wir uns stellen.


Das Problem israelischer Medien geht jedoch viel tiefer. Ich glaube, die israelischen Medien sind ein zentraler Akteur, um zu verstehen, wie es möglich ist, dass die israelische Gesellschaft in einem solchen Zustand der Verleugnung lebt. Sie glaubt, der Elefant im Porzellanladen würde einfach verschwinden, wenn man nicht über ihn redet. Und die israelischen Medien sind im Großen und Ganzen der größte Kollaborateur der israelischen Besatzung.


Dabei hätten die israelischen Medien ihren professionellen Auftrag so leicht erfüllen können, ganz abseits von Politisierungen, wenn sie einfach ihrem sozialen und demokratischen Arbeitsauftrag nachgekommen wären, nämlich die Wahrheit zu sagen und über die Besatzung zu informieren. Ich bin der Meinung, dass dann die Besatzung schon vor langer Zeit zu Ende gegangen wäre."


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