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Digitale Verwaltung von Recherchematerial | torial Blog

Taalke Renken, Grafikdesignerin, freie Autorin und Gründungsmitglied der Digital Media Women, stellt verschiedene Möglichkeiten der digitalen Verwaltung von Recherchematerial vor.

Recherchearbeit zu den verschiedensten Themen kann man mittlerweile hervorragend online erledigen, denn nie zuvor gab es so viele Daten und Informationen in leicht zugänglicher Form. Wenn man aber die Quellen nicht sofort braucht oder vielleicht auch mehrere Themen parallel bearbeitet, wird das Sortieren und Wiederfinden der einmal gesehenen Informationen trotz guter Suchmaschinen oftmals trotzdem kompliziert. Lesezeichen sind bequem, aber in vielen Fällen nicht wirklich effizient. Für den modernen Webworker gibt es deshalb viele Angebote, die Informationen auf unterschiedliche Arten zum Beispiel in der Cloud speichern. Das macht die Sammlungen nicht nur von verschiedenen Geräten aus zugänglich, sondern ist auch eine Absicherung gegen den möglichen Festplattencrash.

Zu diesem Zweck möchte ich heute drei Tools mit verschiedenen Schwerpunkten vorstellen, die allesamt die Vorteile guter Sortierung von Informationsquellen anbieten. Alle drei speichern die Daten dabei in irgendeiner Form online - wer mit hochsensiblen Informationen arbeitet, sollte sich dessen immer bewusst bleiben. Da es hier jedoch für gewöhnlich um Verwaltung von öffentlich einsehbaren Webseiten o. Ä. geht, vernachlässige ich das Thema ab hier.

Die erste Möglichkeit sind Bookmarking-Dienste. Diese gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Einer von ihnen heißt Zootool und vereint meines Erachtens alle wichtigen Funktionen: Bookmarks lassen sich bequem abspeichern, zum Beispiel über ein Browser-Bookmarklet oder Apps für fast alle Smartphones und Tablets. Die Bookmarks werden direkt beim Speichern mit Schlagworten versehen und diese standardmäßig auch mit Autovervollständigung vorgeschlagen, sodass man sich nicht in versehentlich verschiedenen Schreibweisen durch den eigenen Zoo wühlen muss. Man kann die Links sowohl öffentlich als auch privat kennzeichnen und zusätzlich zu bestimmten Paketen zuordnen. Beispielsweise ließe sich zu jedem Artikel ein eigenes Paket anlegen, oder man sortiert in den Paketen nach der Art des Inhalts, um Meinungsartikel von Studien oder anderen Datensammlungen zu trennen. So kann man später noch gezielter suchen. Man kann sowohl Webseiten als auch nur einzelne Medien (Videos oder Bilder) direkt speichern. Die Aufbereitung der Lesezeichen ist wohldurchdacht: Wenn man Videos oder Bilder abspeichert, wird ein Thumbnail derselben angezeigt. Wenn man komplette Webseiten abspeichert, wird ein Screenshot vom Kopfbereich der Webseite als visuelles Erinnerungsstück dazu abgelegt. So wird auch denjenigen auf die Sprünge geholfen, die sich eher visuell erinnern.

Eine weitere, aber anders funktionierende Möglichkeit, die Daten aus der Onlinerecherche abzuspeichern, ist der Cloud-Anbieter Evernote. Bei Evernote handelt es sich sozusagen um ein digitales Notizbuch, mit dem man Text, Bilder oder komplette Webseiten speichern kann. Diese befinden sich in virtuellen Notizbüchern, von denen man beliebig viele anlegen kann und die standardmäßig nur privat zugänglich sind. Ein eindeutiger Vorteil gegenüber einem simplen Lesezeichen ist, dass hier der Inhalt auch wirklich kopiert wird - sollte die Webseite also irgendwann aus dem Netz verschwinden, hat man alle Inhalte immer noch vorliegen. Praktischerweise lassen sie sich außerdem gleich mit eigenen Notizen versehen oder mehrere Texte zu einer einzigen Notiz zusammenfassen - eben ganz wie beim Zusammenstellen eines Dokuments. Evernote bietet sowohl Windows- als auch Mac-Software und Apps sowohl für iPhone- als auch Android-Nutzer. Mit einem einfach gehaltenen Browser-Bookmarklet kann man die Funktionen außerdem in wirklich jeden modernen Browser einbauen.

Wer reines Bildmaterial sammelt, ist bei Pinterest gut aufgehoben. Seit einiger Zeit kann man dort nämlich nicht nur öffentliche Pinboards erstellen, sondern auch komplett private. Das übersichtliche Design erleichtert auch das Auffinden älterer Daten, sofern man sie von Beginn an zu sinnvollen Boards sortiert hat. Das Sammeln der Bilder geht auch hier einfach vonstatten: Ein einfacher Bookmarklet im Browser erlaubt das direkte Speichern von Webseiten, zusätzlich lassen sich auch Bilddateien von der eigenen Festplatte hochladen. Der Vorteil gegenüber dem reinen Bookmarking liegt auch hier darin, dass Pinterest eine eigene Kopie der Datei abspeichert. Sollte also die Quelle irgendwann offline sein, bleibt die Datei trotzdem noch erhalten.

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