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Byton verliert Carsten Breitfeld an Iconiq Motors

Dr. Carsten Breitfeld im Interview mit Drehmoment

Die Byton-Story im Video

Abgang noch vor dem Marktstart für Byton: Dr. Carsten Breitfeld verlässt das chinesische Auto-Start-up. Die Gerüchte tauchten Anfang April auf, doch da wiegelte der Byton-Pressesprecher noch ab: „ Carsten Breitfeld hat einen gültigen Vertrag." Noch während die Auto Shanghai läuft, die Automesse direkt vor der eignen Haustür, wird bekannt, dass Gründer und Verwaltungsratchef bereits einen neuen Job hat.

Laut Medienberichten wechselt der Auto-Manager zu Iconiq Motors, ebenfalls ein chinesisches Auto Start-up. Breitfeld soll seinen Wechsel bereits auf der Auto Shanghai gegenüber Journalisten bestätigt haben. Sein neuer Arbeitgeber sitzt in Tianjin, östlich von Peking. Für dieses Jahr hat Iconiq Motors ein elektrisches Multipurpose Vehicle (MPV) mit sieben Sitzen unter dem bezeichnenden Namen Seven angekündigt.

Finanzierung unsicher?

Ob Breitfeld nun nach China umzieht, da er bislang mit seiner Familie in Kalifornien lebte, ist unklar. Hintergrund für den plötzlichen Abgang könnten Probleme bei der weiteren Finanzierung von Byton sein. In Berichten heißt es, das Unternehmen habe Schwierigkeiten, bei seiner dritten Finanzierungsrunde (Round C) die angestrebten 500 Millionen US-Dollar zusammen zu bekommen. Die Round B über die selbe Summe hatte Byton im Juni 2018 erfolgreich abgeschlossen.

Autos bauen ist extrem teuer

Eine neue Automarke aufzubauen, verschlingt enorm viel Geld. Mitbewerber NIO ist angeblich mit vier Milliarden Dollar finanziert und auch das hierzulande unbekannte Xpeng Motors soll mit einer Milliarde Dollar ausgestattet sein. Das kalifornische Start up Canoo, mit einigen Auto-Veteranen und Ex-Faraday Future Managern an Bord, ist ebenfalls mit einer Milliarde Dollar Risikokapital ausgestattet.

Daniel Kirchert (l.) und Carsten Breitfeld (r.) mit einem M-Byte Prototypen

Wechsel des Managements

Bereits im Januar 2019 kam es zu einem Wechsel der Rollenverteilung im Byton-Management. Breitfeld war als Gründer bis dahin Vorstandsvorsitzender bzw. CEO. Die Rolle übernahm Daniel Kirchert, der bislang als President fungierte. Carsten Breitfeld agierte seitdem als Chairman of the Board (COB / Verwaltungsratschef). Der Abgang des erfahrenen Auto-Manager ist die erste größere Bodenwelle, die das junge Unternehmen meistern muss. Im dritten Quartal des Jahres soll in China die Serienversion des elektrischen SUV M-Byte vorgestellt werden. Das Werk in Nanjing steht kurz vor seiner Fertigstellung. Ende des Jahres soll der Verkauf des ersten Modells in China starten.

Es begann am Gardasee

Die Gründung von Byton geht zurück auf die Idee für eine chinesische Premium-Automarke. Im Jahr 2015 saßen Changge Feng, Chef der Harmony Auto Group, Pony Ma von Tencent und Terry Guo von Foxconn zusammen und entwickelten diesen kühnen Plan. Das Unternehmen ging als Future Mobility Corporation (FMC) an den Start. Feng reiste persönlich an den Gardasee, wo Breitfeld Urlaub machte, um ihn von der Idee zu überzeugen. Breitfeld arbeitete damals für BMW und war Leiter des i8-Programms.

Daniel Kirchert (l.) und Carsten Breitfeld (r.) präsentieren die Limousine K-Byte in Shanghai

Neuer CTO angekündigt

Heute beschäftigt Byton an seinen Firmensitzen in München, Santa Clara (Silicon Valley) und China rund 1.600 Mitarbeiter. In seiner Pressemitteilung benennt Byton keinen Ersatz für Breitfeld. Das Tagesgeschäft dürfte Daniel Kirchert weiterhin leiten. Es wird allerdings der Zugang eines neuen CTO angekündigt. Einen Namen nennt Byton für die Technik-Position allerdings nicht.

Auf der Roadmap von Byton steht ebenfalls ein MPV, sobald der SUV M-Byte und die Limousine K-Byte realisiert sind.

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