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Düsseldorf: Die Tradition der Fahnenschwenker

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Düsseldorf: Die Tradition der Fahnenschwenker

Zum großen Umzug der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lohausen 1849 präsentierte sich auch die Fahnenschwenkergruppe. Dabei gab sie einen Vorgeschmack auf ihren großen Showauftritt beim Krönungsball.

In einer langen Reihe stehen die Passanten an der Lohauser Dorfstraße, starren gebannt auf die Straße und warten. Noch ist niemand zu sehen. Schließlich lassen sich aus der Ferne einige Personen erahnen, gedämpft ertönt die Marschmusik einer Kapelle. "Da sind sie endlich", murmelt jemand. Nach und nach in langen Reihen nähern sie sich nun, die Schützen der Bruderschaft St. Sebastianus Lohausen 1849.

Feierlich und begleitet von fröhlicher Marschmusik präsentieren sich die Majestäten und die einzelnen Formationen in ihren Uniformen. Unter den berittenen Schützen, den Kompanien und den Kapellen mit ihren Instrumenten fällt eine Gruppe vieler Jugendlicher auf: In weißen Hemden mit schwarzen Schulterstücken laufen sie in einer Reihe die Straße entlang. In den Händen halten sie große weiße Fahnen.

SportlichFahnenschwenker waren schon sehr erfolgreich

Rekord Zweimal waren die Fahnenschwenker aus Lohausen an einen Weltrekord beteiligt. Den ersten stellte die Gruppe im Dauerfahnenschwenken zum zehnjährigen Bestehen der Formation 1990 auf. International Einen weiteren Erfolg erzielten einige Fahnenschwenker, als sie an einem Rekordversuch im Synchronfahnenschwenken in den Niederlanden teilnahmen.

"Darauf sind die Wappen der einzelnen Formationen zu sehen",erklärt Andreas Rütters, Erster Vorsitzender der Fahnenschwenker-Gruppe Lohausen 1980. Beim Präsentieren der Fahnen bleibt es allerdings nicht. Schon schwenken einige ihre Fahnen im Takt und zeigen ihr Können. "Beim Umzug kann jeder an Figuren zeigen, was er möchte und kann", so Rütters. "Manchmal bilden sich auch Zweier- oder Dreiergruppen und zeigen gemeinsam etwas." Bereits seit mehr als 30 Jahren gehört das Fahnenschwenken fest zu der Schützenbruderschaft. "Es gibt, soweit ich weiß, keine Gruppe mit einer so langen Tradition", erzählt Andreas Rütters.

Außer bei den Schützenumzügen hat die Gruppe aus 28 Mitgliedern im Alter von sieben bis 50 Jahren ihren großen Auftritt meist bei der Galashow zum Krönungsball. "Das ist etwas komplett anderes als der Umzug. Dazu haben wir dann auch Lichteffekte und Musik", sagt Rütters. "Bereits seit Anfang Januar trainieren wir für diesen Auftritt." Aus den Achten und Würfen und vielen weiteren Figuren entwickeln die Mitglieder schließlich eine Choreographie über mehrere Lieder, die jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. In diesem Jahr lautet es "Großes Kino".

Doch nicht nur die Schützenbrüder und die Besucher freuen sich auf die große Gala. "Das ist einfach das Highlight des ganzen Jahres", sagt Fahnenschwenkerin Fabienne. Sie zog damals die Begeisterung für die Kunst mit der Fahne zu den Schützen. "Ich war zufällig bei einem Schützenfest, weil ich ganz in der Nähe wohne", erzählt die 15-Jährige. Dort sah sie die Fahnenschwenker zum ersten Mal und wollte gleich mitmachen. "Es ist toll, dass man so viel Akrobatisches machen und selbst kreativ werden kann", sagt Fabienne. "Außerdem lernt man so das Brauchtum und die Tradition der Schützen kennen." Die Begeisterung für das Fahnenschwenken ist auch im Gruppenalltag spürbar. "Wir haben hier einen einzigartigen Zusammenhalt und eine Vielfalt aus Jung und Alt", sagt Andreas Rütters.

Die langjährige Tradition bedeutet jedoch nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit. Aus diesem Grund trainieren die Fahnenschwenker jede Woche gemeinsam. "Das ist gar nicht so leicht, wie es aussieht", sagt Andreas Rütters. "Man braucht ja auch die nötige Kraft in den Armen." Für die Galashow ist gute Vorbereitung wichtig. Denn manche Gäste kommen extra für den Auftritt der Fahnenschwenker. Der Umzug bietet daher Gelegenheit, das eigene Können schon einmal zu beweisen.

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