Dirk Kunde

Technologie-Journalist, Hamburg

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C_Two: Supersportwagen von Rimac

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Rimac zeigt sein Concept Two im Genfer Autosalon 2018

Es ist nur ein kleines Detail, doch eine Lüftungsschlitzabdeckung ist als Anspielung auf die Herkunft des kroatischen Supersportwagens gedacht. Auf dem Genfer Autosalon hat Mate Rimac, der gleichnamige Gründer des Elektroautoherstellers, sein zweites Konzeptauto vorgestellt. Die Abdeckung vor den Hinterrädern hat die Form einer Krawatte. "Kroatische Soldaten hatten ihr Halstuch im Kampf gegen Napoleon wie eine Krawatte gebunden", erklärt Adriano Mudri, Director of Design bei Rimac, die Herkunft des Begriffs und damit die Form der Abdeckung.

Rimac bezeichnet den Concept Two (C_Two) auch als GT Hypercar. Er beschleunigt aus dem Stand in unter zwei Sekunden auf 100 km/h. Teslas neuer Roadster braucht 2,1 Sekunden und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h. Der C_Two schafft 412 km/h. "Eigentlich könnte er noch schneller, aber die Reifen sind hier der limitierende Faktor", sagt Mudri.

Der Akku speichert 120 kWh, was für 650 km (NEFZ) reicht. Der neue Tesla Roadster liegt bei 200 kWh und soll 1.000 km schaffen. Vier separate Motoren treiben die Räder beim Rimac an (1.914 PS, 1.408 kW und 2.300 Nm Drehmoment). Ausgestattet ist der Sportwagen mit Hardware für autonomes Fahren im Level 4. Sechs Kameras, fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren sowie ein Lidar-Sensor sorgen für ein Abbild der Umwelt.

Natürlich will man einen derartigen Sportwagen selber fahren, doch sechs Fahrmodi unterstützen den Fahrer. Neben leichterem Driften gibt es den Driving Coach. Der ist für die Rennstrecke gedacht. Er gibt Tipps zum idealen Brems- und Einlenkpunkt auf einer Rennstrecke. Man kann aber auch gegen den Concept Two fahren. Der Wagen legt die erste Rundenzeit im autonomen Modus zurück, danach versucht der Fahrer, die Rundenzeit zu unterbieten.

Das Unternehmen mit rund 350 Mitarbeitern hat seinen Sitz in einem Vorort von Zagreb. Gründer Mate Rimac wird auch als Elon Musk des Balkans bezeichnet. Der Rennfahrer rüstete 2007 einen BMW auf Elektroantrieb um, bevor er 2009 sein Unternehmen gründete.

Ein Unfall machte Rimac bekannt

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Name Rimac im vergangenen Sommer durch einen spektakulären Unfall bekannt. Richard Hammond, TV-Moderator von The Grand Tour, schoss in der Schweiz mit dem Rimac Concept One über das Ziel hinaus und stürzte einen Abhang hinab, wo der Wagen in Flammen aufging. Hammond wurde aus dem Wagen gezogen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Auf die Frage, ob der Unfall der Markenbekanntheit geholfen habe, wird Mudri einsilbig und mag nicht recht darauf eingehen.

Rimac baut nicht nur Supersportwagen, sondern konfiguriert auch Batteriepakete für andere Hersteller. Abnehmer sind beispielsweise Aston Martin und das schwedische Unternehmen Koenigsegg. Das Volumen der Batteriefertigung soll von aktuell 100 pro Jahr auf bis zu 10.000 in den kommenden Jahren erweitert werden.

Der elektrische Supersportwagen Rimac Concept Two (Bild: Rimac)

Den Concept Two öffnet kein Schlüssel, sondern eine Gesichtserkennung. Danach nehmen Fahrer und Beifahrer in dem Monocoque aus Kohlefaser Platz. Neben den drei Bildschirmen sorgen in Aluminium gefasste Drehräder und Knöpfe für klassisches Auto-Feeling. Wie in Supersportwagen üblich, sitzt man extrem tief. Hier hockt man nicht auf, sondern neben der Batterie. Der Designer betont im Gespräch, dass der Concept Two kein Sonntagsausflugauto sei.

Das Kühlsystem sorgt dafür, dass die Batterie nicht überhitzt und ihre Leistungsabgabe einschränkt. "Wir schaffen damit zwei volle Runden auf dem berühmten Nürburgring in Renngeschwindigkeit ohne spürbaren Leistungsabfall", sagt Mudri. Dafür sorgt auch ein niedriger Luftwiderstandskoeffizient von 0,28.

Der elektrische Fahrspaß hat seinen Preis: Los geht es bei 1,7 Millionen Euro. Wer jetzt bestellt, kann mit dem Concept Two im ersten Quartal 2020 rechnen.

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