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Neuer Verein: Verein Türk Daniş: Beratung in allen Lebenslagen

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Der Verein Türk Daniş unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund aus Währing und ganz Wien bei der Integration sowie persönlichen und rechtlichen Problemen.

WÄHRING. Eine Beratungsstelle für Übersetzung, rechtliche Angelegenheiten und soziale Problemstellungen - das ist der Verein "Türk Daniş" in der Kreuzgasse 20. Er steht Menschen jeglicher Herkunft offen, die Hilfe benötigen. Sei es, weil sie die Sprache nicht gut genug beherrschen, um Formulare einzureichen, Fragen zum Erbrecht oder Aufenthaltstitel haben, es um Versicherungen, Immobilienangelegenheiten geht oder sie sich eine Scheidung wünschen.

"Im Vordergrund steht der Mensch", erklärt Sozialberaterin Dimitra Inci. Gemeinsam mit Übersetzerin Aysun Izmirli, deren Mann Recep Yiğit und dem türkischen Rechtsanwalt Şükrü Coşgun ist sie im Verein tätig und hilft tagtäglich Menschen mit Migrationshintergrund bei kleinen bis größeren Anliegen.

Die vier Gründer haben schon davor jahrelang ehrenamtlich gearbeitet und sich in anderen Vereinen kennengelernt. Durch eine frühere Mandantin kam Rechtsanwalt Coşgun an die Räumlichkeiten in der Kreuzgasse. Seit wenigen Tagen bieten Inci, Izmirli und Coşgun hier ihre Expertise an. Wichtig ist ihnen dabei, unabhängig von politischer und religiöser Einstellung zu sein, deswegen gibt es keine Finanzierung durch Parteien oder den Staat, egal ob aus Österreich oder der Türkei. Stattdessen hebt man einen Beitrag der Vereinsmitglieder von jährlich 100 Euro ein. Im Gegenzug bekommen die Mitglieder unbeschränkte soziale Beratung, Übersetzungshilfe und Rechtsberatung.

Der Name des Vereins bedeutet „Türkische Beratung" - weil Türkisch die verbindende Sprache der vier Gründer ist. Sie alle sind entweder in der Türkei geboren oder haben türkischen Migrationshintergrund. Das besondere an Şükrü Coşgun ist zudem, dass er der einzige in Österreich lebende Anwalt ist, der bei der türkischen Rechtsanwaltskammer gemeldet ist. Dadurch kann er selbst Anträge für seine Mandanten beim türkischen Gericht einbringen.

Alle sind willkommen

Zur Beratung kommen daher vor allem türkischstämmige Personen, das ist aber keine Voraussetzung für die Mitglieder. "Ich bin auch in der Asylhilfe tätig, denn für diese gibt es kaum Beratung", sagt Inci. "Es können alle zu uns kommen. Wir haben auch schon Österreicherinnen beraten, die etwa mit Türken verheiratet waren oder Fragen zum Erbrecht hatten", so Inci weiter. Für viele Migranten ist es ein Problem, dass sie die Sprache nicht beherrschen und dadurch ihre Rechte nicht kennen. "Viele Frauen, die sich scheiden lassen wollen, haben zum Beispiel Angst, dass ihnen das Jugendamt dann die Kinder wegnimmt, weil sie das von Verwandten oder Bekannten so gehört haben", erzählt Inci. Eine der Hauptaufgaben des Vereins ist es deshalb, die Menschen über ihre Rechte und Pflichten zu informieren.

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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