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Grätzelcafe: Eine "Nachbarin" für alle Fälle

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Das Café Nachbarin ist Kaffeehaus, Tauschbörse und Eventlocation in einem und will einen Ort der Begegnung in Gersthof schaffen.

WÄHRING. Ein Ort, wo man sich als Nachbarschaft näher kennen lernt, das will das Café Nachbarin in der Herbeckstraße bei der Ecke Alsegger Straße sein. „Wo sich die Leute, die sich normalerweise drei Mal am Tag im Supermarkt oder bei der Straßenbahnhaltestelle sehen, unterhalten können", meint Betreiberin Magdalena. Denn Gersthof habe ein Kleinstadtfeeling, man kenne die Gesichter, es fehle nur noch, dass man „Servus" sagt.

Etwas, das Magdalena, selbst aus einer kleinen Stadt in Niederösterreich, fördern möchte. Mit ihren Nachbarn Daria und Andriy und ihrem Freund Sebastian hat sie deshalb im April das Café Nachbarin eröffnet, um die Straßenecke zu beleben.

Die vier kommen alle nicht aus der Gastronomie, sondern waren bisher in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig - vom Bauingenieur, Architekten, bis hin zur Grafik- und Möbeldesignerin. So vielfältig wie sie selbst ist auch ihr Angebot im Café: täglich gibt es selbstgebackene Kuchen und Snacks, oft auch mit veganen und glutenfreien Alternativen, da sich „im Team leider selbst die Nahrungsmittelunverträglichkeiten häufen", wie Magdalena erzählt. Bei Brot, Kaffee, Wein und Bier achtet man zudem darauf, dass es möglichst bio und regional ist.

Ein Anliegen ist den Betreibern auch die Müllvermeidung. Deswegen gibt es den Coffee to go und Kuchen zum Mitnehmen um 30 Cent billiger, wenn man seinen eigenes Geschirr für den Transport mitnimmt. „Es hat zwar ein paar Monate gedauert, aber es gibt inzwischen tatsächlich Leute, die ihre eigenen Trinkbecher mitnehmen", erzählt Magdalena.

Events zum Kennenlernen

Neben dem klassischen Kaffeehausbetrieb wird der Raum auch für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt. Beispielsweise gibt es ein Live Storytelling Format, bei dem jeder eine Geschichte aus seinem Leben erzählen kann, oder auch Spieleabende, Tauschbörsen sowie Puppentheater für Kinder. „Wir sehen uns hier auch als Plattform für Ideen.

Wenn jemand aus der Nachbarschaft sagt er würde gerne etwas umsetzen, dann freuen wir uns." Eine Nachbarin betreut etwa ein offenes Bücherregal im Café. Auch eine Foodsharing Initiative wird unterstützt: Im Foodsharing Kühlschrank kann jeder Nachbar Lebensmittel, die noch verzehrbar sind, abgeben, wenn er sie nicht mehr braucht und jeder, der möchte, kann sie rausnehmen.

Nach über einem halben Jahr seit der Eröffnung haben die Betreiber nun schon „wahnsinnig viel gelernt", erzählt Magdalena. „Es ist wunderschön, was immer wieder von den Leuten kommt, auch die Hilfsbereitschaft - einfach dieses Nachbarschaftliche. Man lernt beeindruckende Menschen und ihre Geschichten kennen, die einem an das Herz wachsen."

Info: Das Café Nachbarin in der Herbeckstraße 34 hat Mittwoch bis Freitag von 08 bis 19 Uhr und am Samstag von 09 bis 19 Uhr offen. Events finden regelmäßig statt, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Jettitant Live Storytelling. Mehr dazu unter www.nachbarin.wien

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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