Grüner Tee [2]

von Claudia Wendt

Der japanische grüne Tee wird als O-cha (お茶) bezeichnet. Die Langform davon ist Roykucha (緑茶). Dieser wird sehr oft in Japan getrunken.
O-cha - Grüner Tee
Die Herstellung des japanischen grünen Tees erfolgt aus den Blättern der Camellia sinensis. Grüner Tee wird in Japan in großen Mengen produziert und wird nicht fermentiert. Der japanische grüne Tee ist geschmacklich anders als der Chinesische. Er ist leuchtend grün und wirkt im Geschmack etwas herb. In Japan werden die Teeblätter 12 Stunden nach der Ernte 15-20 Sekunden gedämpft. Dadurch können die Blätter nicht oxidieren und bleiben frisch grün. Nährstoffe und Geschmack bleiben ebenfalls erhalten.

In Japan nimmt der Tee eine sehr große Rolle ein. Er verbindet Tradtionen, Kunst, Philosophie und Lebensart in Japan miteinander.

Chado ist der Begriff für die Teezeremonie. Er steht für den "Weg des Tees". Bei dieser findet der grüne Tee in Form von Matcha als Sonderform seine Repräsentation.

Neben Matcha als Sonderform gibt es viele verschiedene Sorten grünen Tees. Dabei handelt es sich in der Regel um Blattteesorten. Matcha bildet eine Ausnahme, da dieser in gemahlener Form, als Pulver verwendet wird. Der japanische grüne Tee lässt sich nach verschiedenen Graden unterteilen. Diese Grade sind abhängig vom verwendeten Pflanzenteil des grünen Tees und der damit verbundenen Qualität. Die Herstellung des Tees spiegelt sich in der Regel im Namen wieder. Qualitativ hochwertige Teesorte stammen aus den Regionen Uji (Kyoto) oder Yame (Fukuoka).
Tencha (碾茶)
Tenchatee ist eine Vorstufe des teuersten und hochwertigsten Tees - des Matchas. Hier sind die Blätter vom Tee noch nicht gemahlen.
Aracha (荒茶)
Der Aracha Tee ist eine weitere Vorstufe von Grünteesorten wie Sencha oder Gyokurao. Viele Teile der Teepflanze sind noch im Tee enthalten. Nachdem der Tee geernetet wurde, dämpft, rollt und trocknet man diesen. Dieser Tee wird zu anderen Teesorten weiterverarbeitet. Die Teile der Pflanzen werden nach Größe, Struktur und Blättern sortiert und gemischt. Aracha lässt sich trotzdem trinken. Der Tee ist beim Aufguss tiefgrün.
Gyokuro (玉露)
Der Gyokuro oder Jade Tau-Tee gehört zu den feinsten und teuersten japanischen Tees. Er hat ein blasses Grün. 3 Wochen vor der Teeernte werden die Teesträucher Matten beschattet. Die Teeblätter dieses Tees entwickeln mehr Theein und Koffein. Diese Teerate hat dafür aber weniger Katechin und ist somit weniger bitter. Der Gyokurotee ist süß und hat einen intensiven Geschmack. Er ist entsprechend teuer.

In der Zubereitung wird empfohlen, das doppelte Gewicht der Teeblätter im Verhältnis zu Wasser bei der Zubereitung zu verwenden, also ca. 6-10 g für 180 ml Wasser. Die Wassertemperatur sollte keine Grad Celsius überschreiten. Empfohlen sind sogar nur 40 °C.

Die Teekannen für den Gyokurotee sind sehr klein. Tassen und Kännchen sollten heißem Wasser vorgeheizt werden. Der Tee ist zum langsamen Trinken und genießen besonders geeignet. Besonders guter Gyokuro stammt aus Yama.
Kabusecha (被せ茶)
Bei dieser Teesorte handelt es sich um den sogenannten „abgedeckten Tee“. Dieser spezielle Sencha gehört zu den Tees, die beschattet werden. Erinnert in dieser Hinsicht dem Gyokurotee. Die Beschattung erfolgt jedoch kürzer, als bei diesem. Der Tee wird mit Matten, die Kabuse genannt werden, beschattet. Dadurch leitet sich der Teename ab. Preislich liegt er unter dem Gyokurotee und ist weniger bitter als Sencha. Trotzdem hat er einen leicht süßlichen Geschmack.
Tamaryokucha (玉緑茶)
Die Tamaryokucha hat einen säuerlichen, fruchtigen Geschmack. Er erinnert an Beeren. Der Tamaryokucha wird länger gedämpft als die anderen grünnen Tees. Einige Sorten werden in der Pfanne gekocht. Der Tee wird bei 70°C 2 Minuten ziehen gelassen.
Kamairicha (釜炒り茶)
Die Teesorte Kamairicha wird bei 300°C in einer Eisenpfanne geröstet. Während des Röstvorgangs wird der Tee bewegt. Danach rollt man das Blatt. Ursprünglich stammt die Zubereitungsart aus China, weswegen er in Japan als chinesischer grüner Tee bekannt sit. Der Tee hat durch den Röstvorgung ein mildes, süßlich nussiges Aroma.

 

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Claudia Wendt

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