Das vordynastische Zeitalter [13]
von Claudia Wendt
Das Wüstengebiet von Ägypten war bereits früh von den Menschen bewohnt. Bevor das Land verödet war, gab es reichliche Niederschläge und das Land und fruchtbaren und ergiebigen Boden. Seit dieser Zeit gab es im Land zahlreiche geologische Veränderungen. Diese sorgten dafür, dass die Regengüsse ausblieben und die fruchtbare Erde austrocknet. Großteils wurden die ägyptischen Lande unbewohnbar.
Die Steinzeit
Zu einer Zeit als das Land noch fruchtbar war, lebte dort ein Volk, von dem heute nur noch die Feuersteinwerkzeuge zu finden sind. Es war das paäolithische Zeitalter. Die Vorfahren der Ägypter weisen Verwandtschaftsmerkmale mit den Libyen oder Nordafrikanern auf. Aber auch Eigenschaften der ostafrikanischen Stämme, wie zum Beispiel die Galla, Somali und Bedscha wurden nachgewiesen. Sie Mitische Tomaten wanderten von Asien aus in das Niltal und prägten die Sprache des afrikanischen Volkes. Die Sprache ist Semitisch geprägt, mit Elementen der afrikanischen Vorgänger. Diese Vermischung ist 3000 Jahre lang ungefähr nachvollziehbar.
Dazu kam eine symmetrische Einwanderung aus Asien. Das Volk kam wahrscheinlich über die Landenge von Suez, wie auch später die Mohammedaner. Archäologische Funde bestätigen die Verwandtschaft des ägyptischen Volkes mit den Libyen. Man fand archaische Tongefäße, die noch heute von libyschen Kabylen hergestellt werden. In ägyptischen Denkmälern finden sich Darstellungen von „Punt“-leuten oder Somali, die den Ägyptern selbst sehr ähnlich sehen.
Die vordynastische Zeit
Bauern und Jäger
Die Ägypter waren zuerst als Ackerbauern tätig. Sie hatten eine uralte Religion, die bereits mit Symbolen und Zeichen primitive Vorstellungen des acker- und viehzuchttreibenden Volkes verraten. Die Ägypter dieser Zeit waren geschickte Fischer. Gejagt wurden von den Ägyptern Löwen und Ochsen mit Bogen und Pfeilen. In leichten Kähnen jagten sie mit Harpunen und Lanzen Nilpferde oder Krokodile. Zu dieser Zeit war der Elefant in Ägypten noch heimisch. Giraffen und Nilpferde sind später in Ägypten ausgestorben.
Schifffahrt und Handel
Schifffahrt und Handel entstanden allmählich in der vordynastischen Zeit. Jagdboote und stattliche Fahrzeuge mit vielen Rudern und einem Steuerruder befuhren den Nil. Ebenso fuhren Segelschiffe auf dem Nil. Mit den Abzeichen der Schiffe und Boote war der Ausfahrtshafen erkennbar. Gekreuzte Pfeile stehen zum Beispiel für die Göttin Neith von Saïs. Ein Elefant steht für Elephantine. Aus dem Süden Ägyptens kam Elfenbein zum Handeln. Diese Zeichen sind den Hieroglyphen für die späteren ägyptischen Gaue ähnlich.
Ägyptische Kleinstaaterei
In der Zeit des ältesten Ägypten fanden sich Spuren von Kleinstaaterei. Dabei handelte es sich um Verwaltungs- oder Lehnsbezirke, die "Gaue" genannt wurden. Man fand Spuren von ungefähr 20 solcher Staaten in Oberägypten. Sie verteilten sich entlang des Flusses. Die ersten bedeutenden Städte entwickelten sich. Das Stadtfürstentum Babylonien war eines davon. Jede Stadt bzw. jeder Kleinstaat bzw. jedes kleine Königreich hatte eine Ortsgottheit. Auf dem Markt traf sich die tributpflichtige Bevölkerung des umliegenden Landes.
Ober- und Unterägypten

Bildquelle: Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001. S. 27.
Die verschiedenen kleinen Staaten verschmolzen zu 2 großen einheitlichen Reichen. Von Helden, Eroberern, Kriegen und Belagerungen ist wenig bekannt. Sicher ist, dass es bis über 4000 vor Christus hinausging. Über die beiden entstandenen Reiche ist ebenfalls wenig bekannt. Sie haben sich im Süden und im Norden gebildet. Vom Westen her strömten Libyer ein. Andere fremde Völker kamen ebenfalls über das Nildelta. Das westliche Delta nahm einen libyschen Charakter an. Bekannt ist, dass der ägyptische König mit libyschen Eindringlingen kämpfen musste. Die Bevölkerung im Norden war stark libyschen.
Der Tempel in Saïs befand sich im westlichen Delta. Er war ein Hauptmittelpunkt des libyschen Einflusses in Ägypten. Sein Name bedeutet „Haus des Königs von Unterägypten“ (bzw. des Deltas). Die Libyer trugen das Abzeichen der Hauptgöttin Neith auf den Armen tituliert. Es ist möglich, dass Saïs die Residenz eines libyschen Deltakönigs gewesen ist. Saïs konnte aufgrund des libyschen Einflusses nicht als Residenzstadt der Regierung genutzt werden.
Buto galt als Hauptstadt des Nordreiches. Dort herrschte der ägyptische Einfluss vor. Als Wappen oder Abzeichen des Nordreiches galt die Papyruspflanze. Sie war zahlreich in den Marschen vertreten. Den König stellte man mit einem Biene dar. Er trug eine eigentümlich geformte rote Krone auf dem Haupt. Diese Zeichen finden sich auch in der späteren Hieroglyphenschrift wieder. Roth galt als Farbe des Nordreiches. Das Schatzhaus des Nordreiches wurde Anführungsstriche unten rotes Haus“ genannt. Gegenüber der Hauptstadt Buto lag die Stadt Pe. In Buto verehrte man die Schlangengöttin Buto als Schutzgöttin.Als Beschützer des Königs galt der Falkengott Horus.
Die Älteste Kultur im Delta
Die Überreste der ältesten Kultur im Nildelta wurden von Ablagerungen des Nilschlammes bedeckt. Man nimmt an, dass diese Kultur älter und weiter entwickelt er war als die des oberen Tales. In Delta fand sich bereits die Festlegung der 365 Tage im Jahr. Dort führte man den praktischen Kalender ein, der das Altertum überdauerte. Das Jahr wurde in 12 Monate von 30 Tagen unterteilt. Am Ende gab es eine heilige Periode von 5 Festtagen.
Der Jahresbeginn startete mit dem Tag, an dem Sirius das 1. Mal gleichzeitig mit dem Sonnenaufgang am östlichen Horizont erschien. Nach dem heutigen Kalender war dies der 19. Juli. Dieses Kalenderjahr war einen viertel Tag kürzer als das Sonnenjahr. Es gewann alle 4 Jahre einen ganzen Tag. Einmal in 1460 Jahren bewegte es sich durch das astronomische Jahr hindurch und begann den Kreislauf von vorn.
Es ist möglich das astronomische Ereignis, wie der heliakische Aufgang des Sirius, wie er im ägyptischen Kalender datiert wurde zu berechnen und mit einem Spielraum von 4 Jahren in unserer Zeitrechnung, das bedeutet im Jahre von Christi Geburt umgesetzt zu werden. Dabei handelt es sich auch um den Kalender, den Julius Caesar in Rom einführte. Im Jahre 1582 nach Christi wurde dieser durch den gregorianischen Kalender ersetzt.
Das Südreich
Das Südreich war stark ägyptisch geprägt. Die Hauptstadt war Necheb, wo heute Elkab steht. Das Wappen oder Symbol war die Lilie. Der König wurde durch eine hohe weiße Krone dargestellt. Das Abzeichen des Königs war eine andere südliche Pflanze. Weiß galt als Farbe des Südreichs. Das Schatzhaus nannte man das „weiße Haus“.
Gegenüber von Necheb lag die königliche Residenz. Sie befand sich am anderen Nilufer und hatte den Namen Nechen. Es ist die spätere Stadt Hierankopolis gewesen. Jede Stadt hatte ihren eigenen Schutzgott. Die Geiergöttin Nechbet verehrt. Beschützer der Könige war der Falkengott Horus.
Die Könige des Deltas
Von den Königen des Deltas aus dem Norden und dem Süden ist nur bekannt, dass sie vor ungefähr 3400 Jahren v. Chr. gestorben sind. Die Gräber wurden bis jetzt nicht gefunden. Beschriebene Denkmäler sind bisher ebenfalls unbekannt. Die bisherigen Funde entstammen Gräbern ärmerer Klassen. Auch in der dynastischen Zeit sind keine Nachweise gefunden worden.
Bekannt sind bisher 7 Namen von Königen des Deltas. Zu diesen 7 Namen gehören Seka, Chaju, Tesch.
Die Königsnamen des südlichen Reiches ist kein einziger wirklich bekannt. Der einzige Name der von dort überliefert wurde, ist der Name des Skorpion, der auf wenigen Bruchstücken als ein mächtiger Häuptling des Südens beschrieben wird.
Auch die Schreiber der 5. Dynastie, welche die Königslisten aufgestellt haben wussten darüber nichts. Ihre Aufzeichnungen fanden 800 Jahre danach statt. Die Linien dieser Könige waren zu dieser Zeit schon ausgestorben. Von ihren Taten ist nichts bekannt.
Die Könige der Zeit wurden als „Horusdiener“ bezeichnet. Ihre Gestalten wurden über die Jahrhunderte mystifiziert. Sie wurden als Halbgötter und Nachfolger großer Götterdynastien angesehen, welche in der Urzeit über Ägypten geherrscht hatten. Im Geschichtswerk von Manethos werden sie als die „Toten“ bezeichnet. In den Städten, in welchen sie einst geherrscht hatten, verehrte man sie als Götter.
Die Vereinigung vom Nord- und Südreich
Für die Entwicklung eines großen Ägyptens war die Vereinigung von beiden reichen von großer Bedeutung. Die Vereinigung der Reiche ist von den Griechen überliefert worden. Demnach brachte sie König Menes zustande. Die Überlieferung wurde von altägyptischen Denkmälern bestätigt. Er steht am Anfang einer langen Reihe ägyptischer Könige. Er war Krieger und zugleich Organisator. Er hatte sein sittliches Reich fest in der Hand. Er eroberte das Delta und verschmolz dadurch beide Reiche zu einer Nation zusammen.
Die Heimatstadt von Menes war This, was in der Nachbarschaft von Abydos lag. Damit Menes genug Platz für die Gründung seiner Residenzstadt hatte, warf er einen großen Damm oberhalb von Memphis auf, und lenkte so den Nil anders. So überlieferte es Herodot. Er errichtete eine Festung, welche die „weißen Mauern“ genannt wurde. Hierbei handelt es sich um das spätere Memphis. Von dort aus regierte er seine neu geschaffene Nation. Er führte auch Kriege gegen das nördliche Nubien.
Nubien erstreckte sich zu dieser Zeit über den ersten Katarakt hinaus nördlich bis in den Gau von Edfu. Seine Regierungszeit war Manetho zufolge ungewöhnlich lange. Sein Grab liegt in Oberägypten in Abydos oder bei dem Dorf Negade. In dem Dorf findet sich ein kunstvolles Ziegelgrab. Die Denkmäler seiner Regierungszeit wurden dort gefunden. Auch die von Menes Vorgängern. Es gibt auch ein königliches Schmuckstück, das mit dem Namen von Menes versehen wurde. Dies soll er selbst getragen haben.
Die Könige der frühdynastischen Zeit
Über die Könige frühdynastische Zeit ist inzwischen mehr bekannt. Die Abzeichen welche sie trugen, wurden dem geeinten Reich angepasst. Als Lieblingstitel des Königs wurde „Horus“ genutzt. Damit bezeichnete er sich selbst als Nachfolger des Gottes.
Der Horusfalke als Symbol des Königtums
Der Horusfalke ist auf königlichen Urkunden und Siegeln zu finden. Er ist das Symbol für das Königtum. Er sitzt auf einem Rechtecke, das für die Fassade des Königspalastes steht. Innerhalb des Rechtecks findet sich der offizielle Königsname, den dieser bei der Thronbesteigung angenommen hat. Die Palastfassade zeigt zwei Tore, die das nördliche und das südliche Königreich darstellen. Damit stehen sie für ein einheitliches Ägypten. Vor dem persönlichen Namen des Herrschers stehen die Biene des Nordens und die Wappfenpflanze des Südreiches. Sie repräsentieren die Vereinigung beider Titel auf die Person des Königs.
Geier und Schlange - Schutzgötter des Königs
Nechbet, die als Geier dargestellte Schutzgöttin des Südens und Buto, die Schlangengöttin der nördlichen Residenz sind neben den Königssymbolen oft zu finden. Auf den alten Skulpturen ist der schwebende Geier mit schützend ausgebreiteten Flügeln über dem Haupt des Königs erkennbar. Dieser sah sich anfangs noch hauptsächlich als König Oberägyptens. Es dauerte jedoch nicht lange, da fand sich auch die Schlange des Nordens, der heilige Uräus, an der Stirn des Königs. Dem Namen des Königs vorangestellt finden sich außerdem Horus oder Seth, mitunter auch beide. Einer Sage nach teilten sie einst den Norden und den Süden Ägyptens untereinander auf. Sie stehen repräsentierend für Nord- und Südreich. Der König trug die Kronen beider Reiche, weshalb man ihn auch der "zwiefache Herr" nannte. Seine Herrschaft über das geeinte Ägypten wird oft betont.
Quellen:
vgl. Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001.
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Die Steinzeit
Zu einer Zeit als das Land noch fruchtbar war, lebte dort ein Volk, von dem heute nur noch die Feuersteinwerkzeuge zu finden sind. Es war das paäolithische Zeitalter. Die Vorfahren der Ägypter weisen Verwandtschaftsmerkmale mit den Libyen oder Nordafrikanern auf. Aber auch Eigenschaften der ostafrikanischen Stämme, wie zum Beispiel die Galla, Somali und Bedscha wurden nachgewiesen. Sie Mitische Tomaten wanderten von Asien aus in das Niltal und prägten die Sprache des afrikanischen Volkes. Die Sprache ist Semitisch geprägt, mit Elementen der afrikanischen Vorgänger. Diese Vermischung ist 3000 Jahre lang ungefähr nachvollziehbar.
Dazu kam eine symmetrische Einwanderung aus Asien. Das Volk kam wahrscheinlich über die Landenge von Suez, wie auch später die Mohammedaner. Archäologische Funde bestätigen die Verwandtschaft des ägyptischen Volkes mit den Libyen. Man fand archaische Tongefäße, die noch heute von libyschen Kabylen hergestellt werden. In ägyptischen Denkmälern finden sich Darstellungen von „Punt“-leuten oder Somali, die den Ägyptern selbst sehr ähnlich sehen.
Die vordynastische Zeit
Bauern und Jäger
Die Ägypter waren zuerst als Ackerbauern tätig. Sie hatten eine uralte Religion, die bereits mit Symbolen und Zeichen primitive Vorstellungen des acker- und viehzuchttreibenden Volkes verraten. Die Ägypter dieser Zeit waren geschickte Fischer. Gejagt wurden von den Ägyptern Löwen und Ochsen mit Bogen und Pfeilen. In leichten Kähnen jagten sie mit Harpunen und Lanzen Nilpferde oder Krokodile. Zu dieser Zeit war der Elefant in Ägypten noch heimisch. Giraffen und Nilpferde sind später in Ägypten ausgestorben.
Schifffahrt und Handel
Schifffahrt und Handel entstanden allmählich in der vordynastischen Zeit. Jagdboote und stattliche Fahrzeuge mit vielen Rudern und einem Steuerruder befuhren den Nil. Ebenso fuhren Segelschiffe auf dem Nil. Mit den Abzeichen der Schiffe und Boote war der Ausfahrtshafen erkennbar. Gekreuzte Pfeile stehen zum Beispiel für die Göttin Neith von Saïs. Ein Elefant steht für Elephantine. Aus dem Süden Ägyptens kam Elfenbein zum Handeln. Diese Zeichen sind den Hieroglyphen für die späteren ägyptischen Gaue ähnlich.
Ägyptische Kleinstaaterei
In der Zeit des ältesten Ägypten fanden sich Spuren von Kleinstaaterei. Dabei handelte es sich um Verwaltungs- oder Lehnsbezirke, die "Gaue" genannt wurden. Man fand Spuren von ungefähr 20 solcher Staaten in Oberägypten. Sie verteilten sich entlang des Flusses. Die ersten bedeutenden Städte entwickelten sich. Das Stadtfürstentum Babylonien war eines davon. Jede Stadt bzw. jeder Kleinstaat bzw. jedes kleine Königreich hatte eine Ortsgottheit. Auf dem Markt traf sich die tributpflichtige Bevölkerung des umliegenden Landes.
Ober- und Unterägypten

Bildquelle: Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001. S. 27.
Die verschiedenen kleinen Staaten verschmolzen zu 2 großen einheitlichen Reichen. Von Helden, Eroberern, Kriegen und Belagerungen ist wenig bekannt. Sicher ist, dass es bis über 4000 vor Christus hinausging. Über die beiden entstandenen Reiche ist ebenfalls wenig bekannt. Sie haben sich im Süden und im Norden gebildet. Vom Westen her strömten Libyer ein. Andere fremde Völker kamen ebenfalls über das Nildelta. Das westliche Delta nahm einen libyschen Charakter an. Bekannt ist, dass der ägyptische König mit libyschen Eindringlingen kämpfen musste. Die Bevölkerung im Norden war stark libyschen.
Der Tempel in Saïs befand sich im westlichen Delta. Er war ein Hauptmittelpunkt des libyschen Einflusses in Ägypten. Sein Name bedeutet „Haus des Königs von Unterägypten“ (bzw. des Deltas). Die Libyer trugen das Abzeichen der Hauptgöttin Neith auf den Armen tituliert. Es ist möglich, dass Saïs die Residenz eines libyschen Deltakönigs gewesen ist. Saïs konnte aufgrund des libyschen Einflusses nicht als Residenzstadt der Regierung genutzt werden.
Buto galt als Hauptstadt des Nordreiches. Dort herrschte der ägyptische Einfluss vor. Als Wappen oder Abzeichen des Nordreiches galt die Papyruspflanze. Sie war zahlreich in den Marschen vertreten. Den König stellte man mit einem Biene dar. Er trug eine eigentümlich geformte rote Krone auf dem Haupt. Diese Zeichen finden sich auch in der späteren Hieroglyphenschrift wieder. Roth galt als Farbe des Nordreiches. Das Schatzhaus des Nordreiches wurde Anführungsstriche unten rotes Haus“ genannt. Gegenüber der Hauptstadt Buto lag die Stadt Pe. In Buto verehrte man die Schlangengöttin Buto als Schutzgöttin.Als Beschützer des Königs galt der Falkengott Horus.
Die Älteste Kultur im Delta
Die Überreste der ältesten Kultur im Nildelta wurden von Ablagerungen des Nilschlammes bedeckt. Man nimmt an, dass diese Kultur älter und weiter entwickelt er war als die des oberen Tales. In Delta fand sich bereits die Festlegung der 365 Tage im Jahr. Dort führte man den praktischen Kalender ein, der das Altertum überdauerte. Das Jahr wurde in 12 Monate von 30 Tagen unterteilt. Am Ende gab es eine heilige Periode von 5 Festtagen.
Der Jahresbeginn startete mit dem Tag, an dem Sirius das 1. Mal gleichzeitig mit dem Sonnenaufgang am östlichen Horizont erschien. Nach dem heutigen Kalender war dies der 19. Juli. Dieses Kalenderjahr war einen viertel Tag kürzer als das Sonnenjahr. Es gewann alle 4 Jahre einen ganzen Tag. Einmal in 1460 Jahren bewegte es sich durch das astronomische Jahr hindurch und begann den Kreislauf von vorn.
Es ist möglich das astronomische Ereignis, wie der heliakische Aufgang des Sirius, wie er im ägyptischen Kalender datiert wurde zu berechnen und mit einem Spielraum von 4 Jahren in unserer Zeitrechnung, das bedeutet im Jahre von Christi Geburt umgesetzt zu werden. Dabei handelt es sich auch um den Kalender, den Julius Caesar in Rom einführte. Im Jahre 1582 nach Christi wurde dieser durch den gregorianischen Kalender ersetzt.
Das Südreich
Das Südreich war stark ägyptisch geprägt. Die Hauptstadt war Necheb, wo heute Elkab steht. Das Wappen oder Symbol war die Lilie. Der König wurde durch eine hohe weiße Krone dargestellt. Das Abzeichen des Königs war eine andere südliche Pflanze. Weiß galt als Farbe des Südreichs. Das Schatzhaus nannte man das „weiße Haus“.
Gegenüber von Necheb lag die königliche Residenz. Sie befand sich am anderen Nilufer und hatte den Namen Nechen. Es ist die spätere Stadt Hierankopolis gewesen. Jede Stadt hatte ihren eigenen Schutzgott. Die Geiergöttin Nechbet verehrt. Beschützer der Könige war der Falkengott Horus.
Die Könige des Deltas
Von den Königen des Deltas aus dem Norden und dem Süden ist nur bekannt, dass sie vor ungefähr 3400 Jahren v. Chr. gestorben sind. Die Gräber wurden bis jetzt nicht gefunden. Beschriebene Denkmäler sind bisher ebenfalls unbekannt. Die bisherigen Funde entstammen Gräbern ärmerer Klassen. Auch in der dynastischen Zeit sind keine Nachweise gefunden worden.
Bekannt sind bisher 7 Namen von Königen des Deltas. Zu diesen 7 Namen gehören Seka, Chaju, Tesch.
Die Königsnamen des südlichen Reiches ist kein einziger wirklich bekannt. Der einzige Name der von dort überliefert wurde, ist der Name des Skorpion, der auf wenigen Bruchstücken als ein mächtiger Häuptling des Südens beschrieben wird.
Auch die Schreiber der 5. Dynastie, welche die Königslisten aufgestellt haben wussten darüber nichts. Ihre Aufzeichnungen fanden 800 Jahre danach statt. Die Linien dieser Könige waren zu dieser Zeit schon ausgestorben. Von ihren Taten ist nichts bekannt.
Die Könige der Zeit wurden als „Horusdiener“ bezeichnet. Ihre Gestalten wurden über die Jahrhunderte mystifiziert. Sie wurden als Halbgötter und Nachfolger großer Götterdynastien angesehen, welche in der Urzeit über Ägypten geherrscht hatten. Im Geschichtswerk von Manethos werden sie als die „Toten“ bezeichnet. In den Städten, in welchen sie einst geherrscht hatten, verehrte man sie als Götter.
Die Vereinigung vom Nord- und Südreich
Für die Entwicklung eines großen Ägyptens war die Vereinigung von beiden reichen von großer Bedeutung. Die Vereinigung der Reiche ist von den Griechen überliefert worden. Demnach brachte sie König Menes zustande. Die Überlieferung wurde von altägyptischen Denkmälern bestätigt. Er steht am Anfang einer langen Reihe ägyptischer Könige. Er war Krieger und zugleich Organisator. Er hatte sein sittliches Reich fest in der Hand. Er eroberte das Delta und verschmolz dadurch beide Reiche zu einer Nation zusammen.
Die Heimatstadt von Menes war This, was in der Nachbarschaft von Abydos lag. Damit Menes genug Platz für die Gründung seiner Residenzstadt hatte, warf er einen großen Damm oberhalb von Memphis auf, und lenkte so den Nil anders. So überlieferte es Herodot. Er errichtete eine Festung, welche die „weißen Mauern“ genannt wurde. Hierbei handelt es sich um das spätere Memphis. Von dort aus regierte er seine neu geschaffene Nation. Er führte auch Kriege gegen das nördliche Nubien.
Nubien erstreckte sich zu dieser Zeit über den ersten Katarakt hinaus nördlich bis in den Gau von Edfu. Seine Regierungszeit war Manetho zufolge ungewöhnlich lange. Sein Grab liegt in Oberägypten in Abydos oder bei dem Dorf Negade. In dem Dorf findet sich ein kunstvolles Ziegelgrab. Die Denkmäler seiner Regierungszeit wurden dort gefunden. Auch die von Menes Vorgängern. Es gibt auch ein königliches Schmuckstück, das mit dem Namen von Menes versehen wurde. Dies soll er selbst getragen haben.
Die Könige der frühdynastischen Zeit
Über die Könige frühdynastische Zeit ist inzwischen mehr bekannt. Die Abzeichen welche sie trugen, wurden dem geeinten Reich angepasst. Als Lieblingstitel des Königs wurde „Horus“ genutzt. Damit bezeichnete er sich selbst als Nachfolger des Gottes.
Der Horusfalke als Symbol des Königtums
Der Horusfalke ist auf königlichen Urkunden und Siegeln zu finden. Er ist das Symbol für das Königtum. Er sitzt auf einem Rechtecke, das für die Fassade des Königspalastes steht. Innerhalb des Rechtecks findet sich der offizielle Königsname, den dieser bei der Thronbesteigung angenommen hat. Die Palastfassade zeigt zwei Tore, die das nördliche und das südliche Königreich darstellen. Damit stehen sie für ein einheitliches Ägypten. Vor dem persönlichen Namen des Herrschers stehen die Biene des Nordens und die Wappfenpflanze des Südreiches. Sie repräsentieren die Vereinigung beider Titel auf die Person des Königs.
Geier und Schlange - Schutzgötter des Königs
Nechbet, die als Geier dargestellte Schutzgöttin des Südens und Buto, die Schlangengöttin der nördlichen Residenz sind neben den Königssymbolen oft zu finden. Auf den alten Skulpturen ist der schwebende Geier mit schützend ausgebreiteten Flügeln über dem Haupt des Königs erkennbar. Dieser sah sich anfangs noch hauptsächlich als König Oberägyptens. Es dauerte jedoch nicht lange, da fand sich auch die Schlange des Nordens, der heilige Uräus, an der Stirn des Königs. Dem Namen des Königs vorangestellt finden sich außerdem Horus oder Seth, mitunter auch beide. Einer Sage nach teilten sie einst den Norden und den Süden Ägyptens untereinander auf. Sie stehen repräsentierend für Nord- und Südreich. Der König trug die Kronen beider Reiche, weshalb man ihn auch der "zwiefache Herr" nannte. Seine Herrschaft über das geeinte Ägypten wird oft betont.
Quellen:
vgl. Breasted, J. H.: Geschichte Ägyptens. Parkland Verlag. 2001.
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