Weltkriegsbombe nahe Potsdamer Hauptbahnhof gefunden

Sprengkörper soll am Dienstag, 3. Juli, entschärft werden / Sperrkreis
ab 7.30 Uhr geschlossen / Hauptbahnhof und Lange Brücke gesperrt /
S-Bahn endet in Babelsberg
Eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Herkunft aus dem
Zweiten Weltkrieg ist am Dienstag in der Landeshauptstadt Potsdam
gefunden worden. Der Blindgänger, der in etwa drei Meter Tiefe im
Nuthepark am Hauptbahnhof liegt, soll am Dienstag, 3. Juli, von
Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des
Landes Brandenburg entschärft werden. Das Areal im Nuthepark wird
derzeit auf Munition untersucht. Insgesamt ist die gefundene
Fliegerbombe der Weltkriegssprengkörper 188 seit 1990 in der
Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 100
Kilogramm erfasst.
Der Sperrkreis um den Fundort in der Babelsberger Straße beträgt am
Dienstag circa 800 Meter. Von den Sperrungen ist die gesamte südliche
Innenstadt zwischen Am Kanal, Humboldtbrücke, Humboldtring,
Lotte-Pulewka-Straße, Friedrich-Engels-Straße, Friedhofsgasse,
Heinrich-Mann-Allee, Am Brauhausberg, Finkenweg, Leipziger Straße, quer
über die Havel bis zum Lustgarten, Schlossstraße und über die
Friedrich-Ebert-Straße wieder zur Straße Am Kanal. Im Sperrgebiet
befinden sich drei Pflegeheime, die Grundschulen Rosa Luxemburg in der
Burgstraße und Am Humboldtring sowie die Lenné-Gesamtschule, sechs
Kindertagesstätten, der Hauptbahnhof, die Lange Brücke, das
Bildungsforum, das Sport- und Freizeitbad Blu, das Filmmuseum, das
Potsdam-Museum, das Museum Barberini, das Hotel Mercure und der Landtag.
Etwa 10.000 Menschen leben in dem Bereich. Sie sind aufgefordert, ihre
Wohnungen am Dienstag bis 7.30 Uhr selbstständig zu verlassen.
Als Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung stehen das
Freiland Potsdam in der Friedrich-Engels-Straße 22, der Treffpunkt
Freizeit in der Straße Am Neuen Garten 64 und das Bürgerhaus am
Schlaatz, Schilfhof 28, zur Verfügung. Die Landeshauptstadt setzt Busse
aus dem Evakuierungsgebiet ein, die zu den jeweiligen Aufenthaltsorten
pendeln. Vom Parkplatz ab Am Kanal Ecke Burgstraße fährt der Bus zum
Treffpunkt Freizeit, ab Haltestelle Humboldtring fährt der Shuttlebus
zum Bürgerhaus am Schlaatz und ab Friedrich-Engels-Straße Höhe
Pflegequartier fährt der Bus zum Freiland.
Der Bahnverkehr wird während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof
Babelsberg und Bahnhof Charlottenhof unterbrochen. Auch der Straßenbahn-
sowie der Busverkehr sind zwischen Am Friedhof und Platz der Einheit
unterbrochen. Ab 7.30 Uhr bis zur Vollsperrung fahren die Regionalbahnen
und Straßenbahnen ohne Halt am Hauptbahnhof, Alter Markt und Lange
Brücke durch den Sperrkreis.
Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die
Nuthestraße und Humboldtbrücke sind befahrbar. Die Heinrich-Mann-Allee
ist ab Am Brauhausberg gesperrt, das Abbiegen in die Straße Am
Brauhausberg ist möglich. Die Leipziger Straße ist ab Höhe Wasserwerk
gesperrt. In der Innenstadt sind die Breite Straße sowie die
Friedrich-Ebert-Straße ab Yorckstraße bis zum Sperrkreis nur für
Anlieger befahrbar.
Etwa 600 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt
Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei
und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und
abzusichern. Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis
erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt unter
der Nummer (0331) 289 1677 sowie von Freitag 13 Uhr bis Sonntagabend
unter der Telefonnummer (0331) 289 1642. Personen, die nicht
selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte
frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um
einen Transport für Dienstag zu bestellen.
Unter dem Link: https://egov.potsdam.de/gis-kmb kann eine adressgenaue
Karte zum Sperrkreis eingesehen werden.
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