austroPott:
von Andreas Schröter

Szene aus "Alle sieben Wellen" mit Katja Heinrich und Harald Schwaiger. Foto: austroPott
austroPott ist wieder da. Samstag hatte die „Gut-gegen-Nordwind“-Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ Premiere im Kino im U – wiederum nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Glattauer. Und wer den Vorgänger gemocht hat, wird auch diese neue Produktion mögen.
Emmi Rothner und Leo Leike, die in „Gut gegen Nordwind“ eine lange E-Mail-Beziehung pflegten, haben monatelang nichts mehr voneinander gehört und vor allem gelesen. Doch dann nehmen sie ihren alten Kontakt zögerlich wieder auf. Zunächst sieht es alles andere als gut aus für die zwei. Leo hat eine neue Freundin – Pamela – und Emmi ist nach wie vor mit Bernhard verheiratet. Es folgt ein gut zweistündiger Wechsel aus Annäherung, Missverständnissen und Treffen, die mal gut, mal weniger gut verlaufen. Kommen die beiden am Ende doch noch zusammen, oder beenden sie ihre Beziehung endgültig?
Ähnlicher Aufbau wie bei "Gut gegen Nordwind"
Die Produktion ist ganz ähnlich aufgebaut wie der Vorgänger: Die Bühne ist zweigeteilt. Rechts vom Zuschauer aus ist das Reich Leos mit Couch, Schreibtisch und Kleiderstange. Die linke Bühnenseite gehört Emmi mit Schminktisch und Chaiselongue. Obwohl ihr Dialog per E-Mail abläuft und auch zwei Laptops zum Bühnenbild gehören, sprechen die Schauspieler – unterbrochen von kurzen Musikeinspielungen – (natürlich) ihren Part.
Katja Heinrich und Harald Schwaiger liefern tolle Leistung ab
Und erneut liefern die beiden Akteure Katja Heinrich und Harald Schwaiger dabei eine tolle Leistung ab. Sie müssen nicht nur jede Menge Text bewältigen, sondern auch die Wechselbäder der Gefühle, denen ihre Figuren ausgesetzt sind, zum Zuschauer transportieren. Und das tun sie. Dabei reicht die Skala von verliebt über verletzt, abweisend, gekränkt bis einschmeichelnd und sexy. Auch Humor hat seinen Platz: Herrlich, wie Emmi den Namen „Pamela“ immer wieder verunglimpft. Kein Wunder, dass die Zuschauer am Ende diese Leistung mit Beifall im Stehen honorieren.
austroPott bereichert Dortmunder Theaterlandschaft
Insgesamt ist es schön, dass sich ein Team wie austroPott, das finanziell nicht auf Rosen gebettet ist und von viel ehrenamtlichem Engagement lebt, schon seit über fünf Jahren hält. Es bereichert die Theaterlandschaft in Dortmund und besetzt eine Lücke, die sonst weitgehend verwaist wäre: Unterhaltungstheater mit Profi-Schauspielern. Harald Schwaiger, geboren 1973, war in der Gruner-Ära lange am Schauspiel Dortmund engagiert (von 2002 bis 2010) und Katja Heinrich gehörte unter anderem von 2005 bis 2010 zum Ensemble des Grillo-Theaters Essen. Außerdem war sie in vielen Fernsehproduktionen zu sehen. Am Schauspiel Dortmund angestellt war auch Souffleuse Gitta Kessler.
austroPott hat auch drei neue Termine für „Gut gegen Nordwind“ angesetzt. Diese und die nächsten Ansetzungen für „Alle sieben Wellen“ finden Sie auf der Website der Gruppe.
Andreas Schröter
Lesen Sie auch unsere Rezension zu „Gut gegen Nordwind“.
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Andreas Schröter
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