Neujahrskonzert mit Europahymne

von Andreas Schröter

Neujahrskonzert mit Europahymne
Neujahrskonzert

Schlussapplaus beim Neujahrskonzert - unter anderem mit von links: Sangmin Lee, Joshua Whitener, Ileana Mateescu, Akiho Tsujii und GMD Gabriel Feltz. Handyfoto: Schröter

Was kann – zumindest in musikalischer Hinsicht – schöner sein, als das neue Jahr mit Beethovens Neunter zu beginnen? Die Dortmunder Philharmoniker machten dieses Erlebnis beim ausverkauften Neujahrskonzert unter der Leitung von GMD Gabriel Feltz im Opernhaus möglich. Eine Wiederholung, die ebenfalls ausverkauft ist, gibt’s am 2. Januar.


Akiho Tsujii sprang für Ashley Thouret ein
Dabei hatten die Organisatoren besonders in Sachen Gesang, der bei diesem Werk bekanntlich erst im dritten Satz einsetzt, ganz groß aufgefahren. Der Chor bestand aus dem Opernchor des Theaters unter der Leitung von Manuel Pujol, dem Jugendkonzertchor der Chorakademie unter der Leitung von Felix Heitmann und dem Sinfonischen Chor der Chorakademie unter der Leitung von Joachim Gerbens. Bei den Solisten mussten die Philharmoniker wenige Tage vor den beiden Konzerten umdisponieren. Für die erkrankte Ashley Thouret sprang die japanische Sopranistin Akiho Tsujii ein, die Ensemblemitglied bei Theater & Philharmonie Thüringen ist. Sie machte ihre Sache genauso gut wie die etablierten Dortmunder Sänger Sangmin Lee (Bass), Joshua Whitener (Tenor) und Ileana Mateescu (Alt).
Live-Erlebnis Neujahrskonzert
Neben der wunderschönen Europahymne, die man nicht oft genug hören, ist es einmal mehr vor allem das Live-Erlebnis, das einen solchen Konzertbesuch lohnenswert macht. Es macht ganz einfach Spaß, die riesigen Bassgeigen zu sehen und wie die Musiker sie bedienen oder wie sich die Schlagwerker vor ihren Einsätzen konzentrieren. Da nimmt man sogar die ewigen Husterer und solche Konzertbesucher in Kauf, die mit einer halben Stunde Verspätung kommen und sich dann auf zwei Mittelplätze drängen.
Am Ende gab's Sekt
Ganz am Ende gab’s Sekt auf der Bühne (und anschließend im Foyer auch fürs Publikum). Ohne Dirigent spielte das Orchester dazu den Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater).
Kleiner Fehler im Programmheft
Eines allerdings stimmt nicht: Im Programm-Flyer steht, Beethovens Neunte sei seit fast 40 Jahren in Dortmund nicht mehr erklungen. Zum einen war sie natürlich mehrmals Programmpunkt im Konzerthaus (zum Beispiel 2015 im September zur Saisoneröffnung), zum anderen hat der frühere GMD Jac van Steen damit ebenfalls einmal ein Neujahrskonzert im Opernhaus bestückt. 2011 müsste das gewesen sein.

Andreas Schröter

Dortmunder Philharmoniker
Weitere Rezensionen
siehe auch die Besprechungen des Dortmunder Kulturblogs zu den letzten drei Konzerten der Dortmunder Philharmoniker: hier und hier und hier

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