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Heidelberg: Mit Laternen gegen den Nebel beim Martinszug in der Altstadt

Heidelberg. (xmi) Kinderlächeln und Laternenlicht erleuchteten am Sonntagabend die dunkle Altstadt. Bei Kälte und Nebel erinnerten Eltern mit ihrem Nachwuchs, einigen Senioren und Jugendlichen an die Geschichte des Heiligen Sankt Martin.


Um 19 Uhr ging es aus der St. Anna-Gasse los in Richtung Kornmarkt. Den Martinszug führten die Heidelberger Blasmusikanten mit traditionellen Melodien wie "Ich gehe mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir" an, die die vielen Kinder kräftig mitsangen. Nach Angaben des Dirigenten Kai Häfner sogar lauter als in den letzten Jahren. Das liegt seiner Einschätzung nach auch daran, dass dieses Mal deutlich mehr Personen den Weg in die Kälte auf sich genommen hatten, um mitzulaufen und Sankt Martin zu ehren. Unter ihnen war Andrea Krone, die dort mit ihren drei Töchtern einen schönen Abend verbrachte. Sie mag diesen Tag - "die Mantelteilung, die Geschichte der Nächstenliebe". Ihre Tochter Lina freute sich besonders auf die "Martinsmännchen und mit der Laterne zu laufen." Ihre hat sie im Hort gebastelt, es ist ein rosa Schweinchen geworden. Die anderen waren zwar nicht ganz so auffällig, doch nicht weniger schön. Oft sah man Muster, die an Sonne, Mond und Sterne erinnerten - wie im wohl bekanntesten Lied zu Sankt Martin.


Doch es waren nicht nur Eltern mit ihren Kindern anzutreffen: Auch junge Paare gönnten sich einen schönen, besinnlichen Spaziergang. So auch Johannes und Sarah Süß, beide 36. Sie waren als bekennende "Laternenfans" unterwegs die Stimmung gefiel ihnen gestern besonders gut. Gerade die Tatsache, dass die Stadt die Lichter ausgeschaltet habe, trage zu dieser winterlich-zauberhaften Atmosphäre bei.


Nachdem der lange Zug die Hauptstraße entlang spaziert war, versammelten sich alle am Kornmarkt. Dort umhüllte der Geruch von Kinderpunsch und Glühwein die Teilnehmer, während die Geschichte von Sankt Martin auf einer Bühne spielerisch erzählt wurde. Danach hielt der CDU-Stadtrat Matthias Kutsch eine Festrede, in der er an die Botschaft der Erzählung erinnerte: Man müsse mehr Menschlichkeit leben. Zuletzt prägten strahlende Kinderaugen das Bild, als nach langem Warten die Martinsmännchen verteilt wurden.

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