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Wie Philipp Plein zum erfolgreichsten Modeschöpfer Deutschlands wurde

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Philipp Plein ist 40 Jahre alt und groß und trainiert und etwas zu braun und trägt einen Anzug in Glanzblau, ein weißes Hemd, dessen drei obere Knöpfe geöffnet sind, weiße Turnschuhe - alles Stücke aus seiner Kollektion.


Als er das Besprechungszimmer betritt, ist er sichtlich angespannt, holt sich eine Koffein-Brause aus dem Kühlschrank („Red Bull Orange Edition Mandarine") und setzt sich hin und sagt: „Die Dose ist schmutzig, das kann ich gar nicht leiden" und springt auf und schnappt sich eine andere und setzt sich, und seine Augen tasten den Raum ab, als sei er von der Spurensicherung, und die Füße wippen: Es herrscht Stress im vierten Stock der Via Pietro Capelli 18.


Wer ist dieser Mann, der unter seinem Namen Turnschuhe („Skull Brown“) für 1.998 und Lederjacken für 85.000 Euro verkauft und zum erfolgreichsten deutschen Modeschöpfer mit eigener Marke aufgestiegen ist? Eines ist gewiss, kein anderer polarisiert so sehr wie dieser Mann, der als „King of Bling“ („New York Times“) verspottet, als „deutscher Versace“ („FAZ“) verherrlicht oder als „kleiner Gatsby“ („Süddeutsche Zeitung“) irgendwo in der Unschlüssigkeit abgestellt wird.


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